Der Forggensee. Für ein Jahr Vogelparadies

Kiebitzregenpfeifer
Kiebitzregenpfeifer
Forggensee 9.Sept. 2018
Forggensee 9.Sept. 2018
 

 

Ganz anders, als von den beiden Naturschutzverbänden befürchtet, präsentiert sich momentan der leere Forggensee. Auf großen Teilen des Seebodens hat sich eine Art Süsswasser-Wattlandschaft gebildet. Dieses für Wasservögel und div. Limikolen (Watvögel) Schlaraffenland muss sich in der Vogelwelt rasend schnell herum gesprochen haben. Eine solche geballte Ansammlung dieser Vögel konnte ich in meiner über 40jährigen Zeit der Vogelbeobachtung hier noch nie vorfinden. Auch unter Ornithologen scheint sich dieses Highlight wie ein Lauffeuer verbreitet zu haben. Wann lassen sich schon konzentriert so viele Arten Strandläufer, Brandenten, Steppenweihe oder Flussregenpfeifer so nah beobachten. Letzterer vor allem ist für mich einer der größten Profiteure dieser Situation. Fast jedes Jahr hat dieser Vogel auf einer Kiesinsel im See sein Brutgeschäft begonnen. und auch fast jedes Jahr wurde dann sein Brutgeschäft durch das steigende Forggenseewasser zerstört. Heuer hat er auf den vielen isolierten Kiesinseln seine Ruhe.                                                                                                Sehr problematisch, die Situation bei den Fischen. Mehrfach musste beobachtet werden, wie wegen des fehlenden Niederschlages  isolierte Tümpel total austrocknen. Die Fische mit Kecher einzufangen und umzusetzen scheiterte. Im Sumpf war es einfach zu gefährlich. Die noch verbliebenen Tümpel sind alle gefährdet. Momentan hilft nur, auf Niederschlag zu hoffen.

Peter  Griegel, 16. August 2018

Fortsetzung 22. August 2018 : Wegen der anhaltenden Trockenheit ist der Wasserstand weiter sinkend. Aber die Vogelwelt findet weiter optimale Bedingungen vor. Meine persönlicher Höhepunkt war am gestrigen Abend die Beobachtung von 9 Exemplaren Raubseeschwalben. Siehe Bild. Mitbeobachter Colin MacKenzie.

Fortsetzung 29. August 2018: Bei anhaltender Trockenheit bis 28. August und anschliessendem Dauerregen halten sich an endlich wieder wachsenden Großpfützen an manchen Tagen bis ca. 100 Limikolen verschiedener Arten auf. Letztes Highlight 3 Exemplare Steinwälzer und mehrere Kibitzregenpfeifer.

Fortsetzung 2. September 2018 : Nach 2 Tagen Dauerregen hat sich der See total verändert. Entstanden sind neue, grün bewachsene Uferbereiche. Die Folge ist eine wahre Invasion von Limikolen usw. Neue Gäste: ca. 30 Sandregenpfeifer, min 5 Goldregenpfeifer, Sichelstrandläufer und auf dem Durchzug 3 Fischadler.

Fortsetzung 10.September 2018 : Der See wird aufgestaut. Es fehlen noch ca. 4 m. Das heisst, die Vögel finden nur noch in der Brunnener Bucht dieses Schlaraffenland vor. 1 Stck Fischadler taucht dort immer wieder auf. Dies ist vermutlich die letzte Meldung im Zusammenhang "leerer Forggensee"

Fortsetzung 19. September 2018: Der See Aufstau erfolgt langsam. Deshalb in Brunnen noch große isolierte Pfützen und Glanzgraswiesen. Anwesend div. Limikolen und 2 Ex. Pfuhlschnepfen.

Seltene Gäste aus Vorpommern

Mitte September 2018 erhielt ich einen Hinweis über eine unbestimmte Entenspezies am Bachtelsee. Ich habe 2018 wenig Zeit am See verbracht und konnte deshalb, trotz guter Beschreibung, keine Lösung anbieten. Auf alle Fälle wollte ich, in der Annahme Enten bleiben während der Mauserzeit standorttreu, dort hinfahren.

Am Frühabend des 19 September stand ich mit Bruno Elischer auf der Heubrücke. Rechts in der Schilfbucht dösten zwei schwarze Enten mit eingezogenen Kopf auf einem Baumstamm, während eine Dritte Wache hielt. Für fehlfarbene Stockenten kamen sie uns viel zu groß vor. Und drei Fehlfarbene mit dem gleichen Gefieder wären ohnehin unwahrscheinlich. Wir pirschten uns heran und fotografierten diese. Je näher wir an sie herankamen, desto intensiver schauten sie uns zu, jedoch ohne unruhig zu werden. Spätestens dann hätte es uns einfallen müssen, dass wir soeben Hausenten fotografierten.

Stattdessen schickte ich dieses Bild der ,Exoten`an einige fachkundige Kollegen mit der Bitte um Beihilfe. Die Antwort kam prompt:"Ich glaube, dass es eher keine Exoten sind, sondern Pommernenten, also eine sehr alte, wunderschöne Hausentenrassrasse"

Wikipedia dazu: Die Pommernente stammt ihrem Namen nach aus Vorpommern. Da dieses Gebiet bis 1815 zu Schweden gehörte, wird die Rasse auch als Schwedenente bezeichnet Sie wurde damals aus einem schweren Landentenschlag gezüchtet. Ziel der Züchter war es, eine mittelschwere Ente mit guten Wachstumseigenschaften, hoher Legeleistung und hervorragender Fleischqualität zu erhalten. Heute jedoch gehört die Pommernente mit einem Bestand von circa 100 Tieren in Deutschland zu einer akut gefährdeten Rasse und wird auf der Liste der Gesellschaft zur Erhaltung alter und gefährdeter Haustierrassen geführt. Seit etwa 1920 werden Pommernenten auch in der Schweiz gezüchtet. Die Bestände sind aber auch dort noch immer klein, wenn auch leicht steigend.

Besten Dank an Frau Schöne und Dr. Jürgen Knee für die hilfreichen Hinweise.

Colin MacKenzie

 

 

 

Gelbbauchunken Exkursion

Copyright: Andreas Hartl. LBV Archiv
Copyright: Andreas Hartl. LBV Archiv

Am Donnerstag den 14. Juni 2018 startete eine Amphibien-Excursion zu den Gelbbauchunken nahe der Hammerschmiede Pforzen.

Bei einer Vorab-Begehung hatte ich aufgrund der trockenen Witterung nur ein einziges Exemplar der Gelbbauchunke gefunden. Nun hatte es in dr Nacht zuvor geregnet und ich befürchtete, man sieht nichts. Die Kleingewässer, welche die Gelbbauchunke braucht, wären durch den Regen noch viel zu trüb.

Aber wir hatten großes Glück und konnten über 30 Gelbbauchunken sehen, davon 3 Pärchen in der charakteristischen Klammerstellung. Außerdm fanden wir ein paar Kaulquappen und viel frischabgelegten Laich.

Die Gelbbauchunke laicht von Mai bis August in Abhängigkeit von der Witterung. Sie benötigt dazu Kleinstgewässer wie Wagenspuren, die frei von Fressfeinden wie Fischen, Gelbbrandkäfer- oder Libellenlarven sind. Die Entwicklung der Kaulquappen erfolgt dann relativ rasch, bevor diese temporären Gewässer wieder austrocknen. Der Regenguss hatte offensichtlich die Gelbbauchunken zur Paarung und Laichablage stimuliert.

An der Hammerschmiede gibt es eine kleine, stabile Populatiun dieser seltenen und stark gefährdeten Lurchart. Und ich möchte mich im Namen des Naturschutzes bei den Betreibern der Lehmgrube herzlich bedanken. Bei ihnen sind die Gelbbauchunken in guten Händen, denn sie pflegen diese Tierart indem sie immer wieder neue Biotope für diese schaffen und aufkommende Vegetation geziehlt wieder entfernen.                                                          Herbert Gottstein

Flötenspiel "Der Pirol"

Copyright : Colin MacKenzie
Copyright : Colin MacKenzie

Auch wenn der erhoffte Flötengesang didlioh des knallgelben "Paradiesvogels" Pirol ausblieb, alle Teilnehmer dieser schönen Wanderung an der Wertach waren von der fast tropischen Flußlandschaft fasziniert. Trotz der eigentlich für Vogelbeobachtungen ungünstigen Mittagszeit und der fortgeschrittenen Jahreszeit wartete der  Auwald mit einem beeindruckenden Vogelkonzert auf. Aus dichtem Gehölz konnten Rot- und Schwarzmilan bei der Nahrungssuche beobachtet werden. Dabei ist festzustellen, dass diese Beutegreifer mit ihrer Anzahl  und Dominanz offensichtlich eine Wachablösung zu Lasten des Mäusebussard durchsetzen. Schön, wie die Botaniker unter den Teilnehmern, ihr Wissen bei dieser vorhandenen Vielfalt an die anderen Naturfreunde weiter gaben. Und für die Schmetterlingsfreunde ließen sich extra zwei Exemplare des Kleinen Eisvogel, Limentis camilla Linnè, blicken. Siehe Bild. Es bleibt zu hoffen, dass diese beruhigende Exkursion im kommenden Jahr eine Wiederholung erfährt. Danke dem Organisator Colin MacKenzie.

Peter Griegel 7.7.18

 

 

Auszeichnung für Dr. Greifenhagen

Unserem Mitglied Dr. med. Christoph Greifenhagen gratulieren wir herzlich zur Silberdistel Auszeichnung der Allgäuer Zeitung. Seit Jahrzenten ist unser Naturfreund unermüdlich unterwegs, um seine Wahlheimat (geb. Erzgebirgler) vor Unsinn zu schützen und womöglich das Los der Pflanzen und Tiere zu verbessern. Mit seinen 84 Jahren verfügt er über ein enormes Pflanzen- und Pilzwissen, das auch die Giftnotzentrale hoch einschätzt und manchen unachtsamen Waldpilzgenießer zu Gute kam. Christoph lernte ich kennen als er jemand für eine knifflige Vogelkartierung suchte. Wie so oft baten ihn Einheimische, die Angst um ihre Umwelt hatten, um Rat und Hilfe. Wieder ein Hilferuf aus dem umfangreichen Netzwerk seiner Berufsjahre und Freundschaftskreise. Damals wie heute wissen seine Allgäuer Landsleute, dass auf ihn Verlass ist. Statt zu kneifen, kümmert er sich still und leise um Naturschutz Angelegenheiten ohne Wenn und Aber. Sein aktuelles Projekt Allgäuer Wiesen bildet, zusammen mit der Silberdistel Auszeichnung, die Krönung seiner bisherigen ehrenamtlichen Einsätze.

Colin MacKenzie

Jahreshauptversammlung 10.04.2018

Sehr erfreulich war die Anwesenheit von immerhin 43 Mitgliedern der Kreisgruppe. Darunter befanden sich exakt 20 Mitglieder, welche für ihre langjährige Mitgliedschaft von 10 bis 50 Jahre geehrt wurden. Siehe Bild. Aktueller Stand; 680 Mitglieder. Unsere Schatzmeisterin, Gertraud Pfanzelt, konnte uns wieder, trotz außerordentlicher Verpflichtungen der Keisgruppe, einen leichten Haushaltsüberschuss präsentieren. Die vergangenen und geplanten Aktivitäten der Kreisgruppe wurden ausführlich erläutert. Zum Abschluss der Versammlung konnten sich die Anwesenden noch an den mit viel Sachverstand von Brigitte Kraft vorgetragenen Vortrag "Vogel des Jahres 2018, Star" erfreuen.

Peter Griegel , 1.Mai 2018

Riedberger Horn aktuell, Stand April 2018

Liebe Naturfreunde! Als Bearbeiter unserer Homepage erlaube ich mir hier zu den momentanen Stand einen persönlichen Kommentar.

In der Presse, auch in unseren Publikationen, erkenne ich eine gewisse Euphorie über die Entscheidung, die geplante Skischaukel zurück zu stellen. Ich kenne die Örtlichkeit ziemlich genau und kann mich deshalb dieser Euphorie  überhaupt nicht anschliessen. Begründung: Als Ersatz für die Skischaukel ist eine großzügige Ertüchtigung der vorhanden Liftanlage vorgesehen. Das heisst Verlängerung Richtung Gipfel plus Kapazitätsausweitung mit sogenannten Fünfersesseln. Eine Verbreiterung der Pisten wäre die logische Folge. Dies ist nur in Richtung Balz-Arena der Rauhfusshühner möglich. Der zusätzlich geplante Teich für die künstliche Beschneiung ist bei dem vor Ort bestehenden labilen Flyschgelände ein nicht zu verantwortendes geologisches Risiko. Oberste Zielsetzung sollte bleiben; Känzelung des Landtagsbeschlusses "Änderung Alpenplan"

Peter Griegel

P.S. Ausführliche Berichterstattung der letzten Jahre siehe Startseite

 

 

 

Eindrucksvolle Naturbeobachtung am Lechsee bei Prem

"Die hohe Balz eines Mittelsäger Männchens"

Es ist kaum zu fassen, mit welchen Kapriolen sich gegenwärtig ein  prächtig aussehendes Mittelsäger Männchen um ein Gänsesäger Weibchen bewirbt. In stundenlangen Beobachtungen musste ich immer wieder festellen, wie das begehrte Weibchen mit hochgerecktem Kopf und weitgeöffneten Schnabel umworben wird. Dazu kommen zahlreiche Verbeugungen mit gefächertem Schwanz und sehr eifrige Tauchübungen. Obwohl der Mittelsäger hier in unseren Gefilden nicht brütet und nur als Wintergast zu beobachten ist, fängt die Balz jetzt schon im Monat März an unseren Gewässern an. Das Brutvorkommen liegt dann in küstennahen Gebieten der Ostsee. In den letzten Jahren kommt es immer wieder vor, dass an unseren eisfreien Gewässern ein Mittelsäger sich in Gesellschaft seiner Artverwandten, des Gänsesägers befindet und vereint mit ihnen auf Nahrungssuche geht.

Richard Wismath

Die Paarbildung beim Schneehuhn

Copyright R. Wismath

von Richard Wismath                                                                Bald, nachdem die letzten Skifahrer jahreszeitlich Ende März von den Pisten verschwunden sind, beginnt beim Schneehuhn die Balz, welche Ihren Höhepunkt Mitte Mai erreicht. Die Wintergesellschaften zwischen 8-10 Exemplaren haben sich zu dieser Zeit gelöst und es beginnt die Paarbildung. Bei der Bodenbalz lässt der Hahn ein knarrendes "ärr" hören, welches lautstark durch das Kar erhallt. Im Balzflug, der ersten Phase der Liebeswerbung, lässt der Hahn ein bellendes ou-a-a-a hören, das im Landeflug in ein tonloses hölzernes Knarren übergeht. Nach der Landung folgt ein langsameres, weicheres, dumpfes "quar-quar-quar. Anschließend stolziert der Haha auf die Henne hinzu, umwirbt sie mit gesträubtem Gefieder und ständigen Kopfnicken, wo sich die leuchtend roten "Rosen" voll entfalten. Mit dieser Präsentation kommt der Hahn meist zum Erfolg.

Besondere Eigenschaften des Alpenschneehuhns                                                                               Wenn starker Frost ist und Stürme über ihren Lebensraum brausen, so hat das Schneehuhn, welches gern in Gesellschaft seiner Artgenossen lebt, eine besondere Eigenschaft vorzuweisen. Es scharrt sich mit seinen Füßen eine Schlafhöhle in den Schnee, die bis zu 40 cm tief und 1,5m. lang sein kann.So ist Schutz geboten  gegen die Unbilden der Witterung und den natürlichen Feinden wie Fuchs und Steinadler. Schließlich noch ein paar Worte über die Mauser des Gefieders. Bemerkenswert ist, dass sich der Gefiederwechsel ganz an die gegebenen Temperaturschwankungen hält. So beginnt die Herbstmauser bei mittleren Temperaturen zwischen 3°C und 8°C und endet bei 2°C und 8°C lt.Literaturangaben. Je rascher sich die Temperaturschwankungen von der positiven zur negativen Seite verschieben und je schneller das Temperaturmittel fällt, umso rascher verläuft die Herbstmauser. Die Hauptmauser beginnt bei einem Temperaturmittel von ungefähr 2°C.Je rascher 0° erreicht werden, umso rascher entwickelt sich das weiße Winterkleid.

Riedberger Horn - Attacke der Allg. Zeitung contra LBV

Eigentlich war ich ja bisher von einer neutralen Berichterstattung der Allg. Zeitung überzeugt. Unserem sog. Heimatminister Söder hatte ich ja eine laienhafte Denkweise zugeschrieben. Diese Formulierung wurde sogar als Schlagzeile übernommen. Außerdem hatte ich ihm vorgeschlagen, nach der Änderung des Alpenplanes, und des Tausches der Schutzzonen, mit den Rauhfuhühnern zu reden, sie mögen doch bitte auf einen anderen Berg fliegen. Dies wurde zumindest nicht dementiert. Und nun dies: Der Bau des Liftverbundes wird, durch die Beschädigung des über Jahrzente hochgepäppelten Schutzwaldes, zumindest eine Schädigung des labilen Flyschgeländes verursachen. Der kürzlich erfolgte Murenabgang im Riedberggebiet wurde nun vom LBV versehentlich nicht mit"nahe" sondern"am" Riedberg beschrieben. Dies wurde nun vom AZ-Redaktuer M. Munkler zu einer Attacke gegen den LBV genutzt. Nur eine Wortklauberei? Mit Worten wie Eigentor und unwahre Schlagzeilen. Erstaunlich zudem, dass dieser Artikel von ihm selbst noch kommentiert wurde. Positiv: meine Beschwerde wurde heute ohne Zensur als Leserbrief veröffentlicht. Abschliessend eine kleine Erläuterung zu Flysch: Flysch kann kaum als Gestein bezeichnet werden.Es handelt sich hier um ein extrem labiles Erosionssediment. Simpel ausgedrückt; gepresster Dreck. Wie problematisch dieser Untergrund ist, zeigt sich, neben dem beschriebenen Murenabgang, an den enormen Kosten, welche der Riedbergpass jährlich verursacht.

Peter Griegel

Füssen 8.Febr, 2018

 

 

 

 

Storchenglück zum Fest ?

Auch wenn die Überwinterung von Weißstörchen in Deutschland nichts außergewöhnliches mehr ist, konnte ich noch nie im Füssener Land, bei solch winterlichen Verhältnissen, eine solche Ansammlung dieser Vögel beobachten. Auf der Kirche " St. Nikolaus" in Pfronten hatten sich immerhin 7 Tiere nieder gelassen. Auch die von mir befragten Nachbarn konnten sich nicht erinnern, jemals eine solche Anzahl dieser Glücksbringer auf dem Dach der Kirche gesehen zu haben. Vermutlich muss man sich um die Vögel keine Sorgen machen. Statt auf Nahrungssuche waren sie noch 9,30 Uhr mit dösen und Gefiederpflege beschäftigt. Bei meiner Erkundung konnte ich feststellen, dass im Pfrontener Gebiet fast alle Gewässer noch offen sind. Der angekündigte Temperaturanstieg wird ein Übriges tun.

Peter Griegel, 19.12.2017

"Sagenhaftes" Gillenmoos

Mit der Hilfe von großzügigen Spenden und den Mitgliedsbeiträgen der Kreisgruppenmitglieder ist es auch vergangenes Jahr gelungen, durch weiteren Zukauf von Grundstücken im Gillenmoos den LBV-Grundbesitz auf dort beachtliche 8,27 ha zu erweitern. Dies ist wichtig, um durch die Verfügbarkeit die umfangreiche Renaturierung zu ermöglichen. Durch viele Arbeitseinsätze der Kreisgruppe und enorme fachliche und praktische Hilfe des Landschaftspflegeverbandes LPV Ostallgäu konnte sich dieses hochwertige Moor sehr erfreulich nicht nur erhalten, sondern auch weiter entwickeln. Sind doch in diesem Naturjuwel Flora und Fauna mit einer beachtlichen Zahl der auf der Roten Liste befindlichen Arten vertreten. Für alle Romantiker bietet das Moor zusätzlich eine Portion Mystik. Will man sich ein wenig den früheren Zeiten öffnen, kommt man nicht an dem Schloßbühl (ehem. Burganlage) "3 Fräulein im Gillenmoos" vorbei. Sie gehörten zu den Saligen, sog. Salkweiber, weiß gekleidete, menschenscheue und hilfsbereite Geschöpfe. Sie verabscheuten Lärm. Als ein junger Bauer zu viel Lärm machte, küssten und liebkosten sie ihn so lang, bis er seelenlos auf der Erde lag. Von den Saligen "3 Fräulein im Gillenmoos" wird ein schauerliches Ende berichtet. In der Burg beim Gillenmoos hielt ein grausamer Raubritter die Mädchen als Geiseln. Nachdem sie zu lieblichen Jungfrauen heran gewachsen waren, wollte der Ritter sie mit üblen Kumpanen verkuppeln. Die Mädchen widersetzten sich diesem Ansinnen und wurden von den Bluthunden des Ritters in Stücke zerrissen. Nur braven und sittsamen Kindern zeigen sich die 3 Jungfrauen nun bisweilen.

Peter Griegel, Dez. 2017

Unsere " Grünen Engel"

Eine besondere Ehrung erhielten zwei Mitglieder unserer Kreisgruppe aus den Händen der bayer. Umweltministerin überreicht. Ausgezeichnet wurden sie mit dem sog. Grünen Engel.                               Colin MacKenzies Begeisterung für die Ornithologie reicht bis ins Kindesalter zurück und findet seit vielen Jahren eine aktive Fortsetzung im Engagement in der Kreisgruppe Kaufbeuren-Ostallgäu des Landesbund für Vogelschutz (LBV). Neben seiner Funktion als Schriftführer beim LBV brachte und bringt er sich ehrenamtlich beim Artenhilfsprogram Steinadler und der Arbeitsgruppe Schwarzstorch Allgäu ein. Darüber hinaus beteiligte er sich bei der Rotmilan-Kartierung des Dachverbandes Deutscher Avifaunasten. Mit großem Zeitaufwand unterstützt er die Untere Naturschutzbehörde Ostallgäu. Bei der Ausübung dieser Tätigkeit hat er einige bisher unbekannte Schwarzstorchreviere entdeckt.

Fritz Ebelt hat sich als Naturschutzwächter vor Ort, im Gespräch mit der Bevölkerung, und ebenfalls in den verschiedenen Bereichen des Natur- und Artenschutzes, sehr engagiert.  Im südlichen Landkreis Ostallgäu ist er als Biberberater tätig. Kompetent und behutsam vermittelt er bei Interessenkonflikten zwischen Mensch und Tier. In mehreren Fortbildungen für Waldameisen- und Fledermausschutz hat er sich zusätzliche Qualifikationen erworben. Deshalb hat ihn das Bayerische Landesamt für Umweltschutz zum Fledermausbeauftragten bestellt. Bisher prüft er bereits auf Veranlassung der Unteren Naturschutzbehörde ob bei geplanten Gebäudeabbrüchen Fledermaushabitate betroffen sind.

Peter Griegel 21. Nov. 2017

 

 

 

 

 

Herbstvogelzug 2017 im Füssener Land

Copyright:Richard Wismath
Copyright:Richard Wismath
Sandregenpfeifer-Zwergstrandläufer(Peter Griegel)
Sandregenpfeifer-Zwergstrandläufer(Peter Griegel)

Jetzt, Ende September- Anfang Oktober, möchte man nur in der Natur, speziell an den Seen im Füssener Land unterwegs sein. Genannt sollten dabei unbedingt die ganz überraschend abgelassenen Sameister Seen zwischen Roßhaupten und Lechbruck sein. Jeden Tag kann man z.B neu die verschiedensten Limikolen bei Ihrer Zwischenlandung beobachten. Und dies in zum Teil beachtlicher Größenordnung. Als Beispiel sei hier nur meine gestrige Beobachtung von immerhin 27 Alpenstrandläufern und mehreren Zwergstrandläufern genannt. Bei ihren  beeindruckenden Flugspielen konnte man minutenlang ihre hektischen und rasanten Richtungswechsel beobachten. Begleitet wurden sie dabei zu meiner Überraschung von einem Sandregenpfeifer, siehe Bild. Auf ihren Flug in ihr Winterquartier, bis teilweise nach Südafrika, vergesellschaften sie sich. Die Vergesellschaftung der Zwergstrandlaüfer mit dem Regenpfeifer ist dabei wegen der ähnlichen Göße von großer Hilfe bei der Bestimmung der Art. Der Zwergstrandläufer ist Europas kleinster Strandläufer, brütet in der Tundra, der Arktis und Subarktis und muss als sukzessiver Bigamist bezeichnet werden. Von Treue keine Spur. Das geht soweit, dass "sie" nach der Eiablage das Männchen die Eier ausbrüten lässt und sich unverzüglich mit einem anderen Männchen für die nächste Brut paart.                Peter Griegel

Das Paradies am Halblechdelta

Mehlschwalben
Mehlschwalben
Rauchschwlben
Rauchschwlben
Singschwan
Singschwan

Anfang September 2017. Wie sehr oft um diese Jahreszeit, sitze ich am See und beobachte die zahlreichen durchziehenden und rastenden Wasservögel, Limikolen und auch am Himmel den schlanken, imposanten Fischadler. Mehrfach fliegt der Eisvogel, schrill pfeifend, an mir vorbei  und findet direkt neben mir einen Ansitz für seine Jagd. Laut trompeten zwei streitende Singschwäne über den See. Ich wundere mich über die mehr als hundert, eigentlich sonst stark dezimierten, Mehlschwalben und verfolge sie mit meinen Blicken bei der Insektenjagd, dicht über dem Wasserspiegel. Dabei fällt mir auf, dass sich viele von ihnen zu dem Bauernhof neben dem Delta begeben. Das ist sehr erfreulich, brannte das Betriebgebäude 2016 doch bis auf die Grundmauern nieder. Nun stelle ich erfreut fest, dass diese Glücksbringer den Neubau sofort wieder besiedelt haben. Nachgeholfen haben dabei offensichlich die Eigentümer durch die Anbringung kleiner Nisthilfen unter dem Giebel. Fast 50% davon wurden von den Schwalben sofort angenommen. Mögen sie ihren Namen alle Ehren machen, nach dem Großbrand ist Glück mehr als gefragt. Zusätzlich zu den Mehlschwalben hörte ich an allen Ecken und Enden das "tschilp" des Haussperling und in dem modernen, offenen Stall fand ich eine Vielzahl Nester der schon zugbereiten Rauchschwalben. Schön, eine solche Idylle in der heutigen Zeit noch entdecken zu dürfen.

Peter Griegel

 

 

 

Verhaltensweise bei einem Schwarzstorchpärchen beobachtet

von Richard Wismath. Seit einigen Jahren hat sich in unseren regionalen Wäldern bekanntlich ein Schwarzstorch Pärchen niedergelassen. Für den Ornithologen und Naturfreund eine wahre Kostbarkeit. Es handelt sich um ein Pärchen, welches bereits vor Jahren sich in ihrem Winterquartier Afrika oder Spanien verpaart hat. Das Weibchen wurde nach Ansicht eines Experten bereits vor Jahren in Hessen als Jungvogel beringt. Nun Fühlt sich dieses Pärchen seit einigen Lahren in unserem einmaligen Biotop von Feuchtwiesen, Tümpeln und waldnahen Gewässern zur Brutzeit sehr wohl. Sie finden dort reichlich Nahrung, sowie auch ein ideales Brutareal, welches gutverstekt in einem Mischwald liegt. Zur Aufzucht Ihrer Jungen ist ein gutes Versteck erforderlich, welches nicht einsehbar in einer großen Astgabel angelegt wurde. Man kann nur von Glück sprechen, dass das Brutgeschäft dieser heimlichen Waldstörche bei der Aufzucht ihrer Jungen nicht durch Holzarbeiten und Kamera Drohnen gestört wurde. Dies sorgte zu einem positiven Ergebnis, sodass in diesem Sommer vier junge Schwarzstörche flügge wurden Im letzten Jahr hat dieses Brutpaar nur drei Jungstörche groß gezogen. Trotzdem ein voller Erfolg!- Um das Geschehen der Aufzucht der vier Jungstörche bis zum Flügge werden erleben zu können, hatte ich aus ca. 2 00n Meter Entfernung einen Beobachtungsstand errichtet. Mit viel Ausdauer und Geduld konnte ich fast täglich ungestört das Verhalten der Schwarzstörche miterleben und mit Fotos den Werdegang dokumentieren. Um das Brutgeschäft nicht zu stören, machte ich bewusst keine Fotos von den Jungstörchen in ihrem Horst.- Es war für mich viel interessanter, die faszinierenden Fütterungsszenen der Vogeleltern an ihre Jungstörche erleben zu dürfen, die stets auf einer freien Wiesenfläche stattfanden. Am 13 August war es dann soweit, als die Jungstörche abflogen, um sich mit ihren Artgenossen zu sammeln, für den langen Flug zu ihrem Winterquartier nach Afrika. Eine interesseante Meldung ergab sich bereits am 02. August, wo bei Aitrang im Allgäu 18 Schwarzstörche, darunter viele Jungstörche, kreisend am blauen Himmel zu beobachten waren.

Schwarzstorch-    Steckbrief                                                                                                                           Die Balz der Schwarzstörche fängt schon im Winterquartier an. Sie werden ab dem dritten Jahr geschlechtsreif und suchen sich während der Balz einen Partner fürs Leben. Bereits Anfang April konnte ich sie im Brutrevier bei ihren Balzflügen beobachten. In der Zeit von April bis Juni dauerte ihre Brutzeit. In einem umfangreichen Horst, der seit Jahren von diesem Pärchen benützt wird, liegen vermutlich meist 4 Eier. Die Eier wurden von beiden Eltern in abwechselnden Zeitabständen bebrütet. Nach einer Brutdauer von 36 Tagen schlüpften die Jungen. Est werden die Jungvögel mit Insekten, Heuschrecken und Larven ernährt. Wenn sie etwas größer werden, dann mit Fischen, Fröschen und auch Mäusen versorgt. In einigen Bundesländern war der Schwarzstorch zeitweise ausgestorben. Durch intensive Schutzmaßnahmen hat sich der Bestand wieder stabilisiert. Nun wurde er sogar wieder aus der Roten Liste der stark gefährdeten Vogelarten gestrichen. Mit einer Flügelspannweite von 1,90 m ist er kleiner als sein Verwandter, der Weißstorch. Männchen und Weibchen sind fast gleich groß. Der Unterschied liegt in der Gefiederfärbung. Das Männchen im Prachtkleid sieht etwas schöner aus. Das Obergefieder, der Kopf, der Hals und die Brust sind schwarz und glänzen metallisch in der Sonne, grünlich und purpurfarben.

Am Halblechdelta-Führung 20.August 2017

Trotz voran gegangenem Starkregen konnte Peter Griegel 13 neugierige Besucher begrüßen. Die Schlickflächen, notwendig für die erhofften Limikolen, fehlten wegen des nun wieder hohen Wasserstandes zwar, aber trotzdem konnten einige doch sehr schöne Beobachtungen gemacht werden. So hat sich der so lange vermisste Eisvogel gleich doppelt sehen lassen. Das Singschwan Paar war, neben Löffelenten, vor allem für die Photo-Fans ein willkommenes Motiv. Für die Spezialisten gab es Arbeit bei der genauen Unterscheidung der Steppen- und Mittelmeermöwen. Siehe Foto. Mehrere Flußuferläufer wechselten mehrfach zwischen den vorgelagerten, bewachsenen Kiesausläufern und dem Ufer.                                                                                      Peter Griegel, 20.August 2017

Blütenpracht am Straßenrand

Colin MacKenzie
Colin MacKenzie
Anna Hofberger
Anna Hofberger

Seit Jahren wirbt unser Mitglied Dr. Christoph Greifenhagen für sein Projekt "Allgäuer Wiesen". Mit Hilfe der Stadt Kaufbeuren, sowie Unterstützung von heimischen Firmen und Spenden von mehreren Vereinen, u.a. vom Landesbund für Vogelschutz, wurde im Sommer 2016 in der Nähe der Konradin-Grundschule und der Sophie-La-Roche-Realschule in Kaufbeuren eine ca. 600 qm große Fläche mit heimischem Saatgut auf städtischem Grund angelegt. Wie bereits ein Jahr zuvor an der Jörg-Lederer-Schule, sollte diese Aktion vor allem Kindern die weitgehend verloren gegangene Natur der Heimat wieder erlebbar machen, wie auch Gemeinden und Gartenbesitzern. Viele ehrenamtlichen Stunden sowie Gießdienste der Nachbarn brachte eine wahre Pracht hervor, die nach der heutigen Mahd wieder im Herbst erwachen wird und im nächsten Frühjahr noch intensiver blühen dürfte.                                                                                                                                10.07.2017 CM

Ornithologisch größte Kostbarkeit an der Füssener Seenplatte entdeckt.

 

Zwergdommel Männchen bei den Balzflügen fotografiert, von Richard Wismath                                    Beobachtungen, die ich in den vergangenen Tagen an einem schilfbewachsenen Weiher im Füssener Raum machen konnte, zählen in unserem Raum zu den einmaligsten meiner ganzen Laufbahn als Hobbyornitholge und Naturfotograf.   Die Zwergdommel steht in Deutschland auf der roten Liste und gilt als eine stark bedrohte Vogelart. Sie ist in der näheren Umgebung nur noch am Federsee bei Bad Buchau als große Rarität beheimatet. Die Zwergdommel ist die kleinste Reiherart und ist tag-und dämmerungsaktiv. Sie ernährt sich von kleinen Fischen, Wasserinsekten, Larven, Kaulquappen und Fröschen, die an diesem Weiher in großer Anzahl zu finden sind. Ihr Brutgebietliegt liegt in der Regel meist auf einer Meereshöhe von 200 Meter. Das bekanntlich höchstgelegene Brutvorkommen liegt am Federsee bei 580 Meter.                                 In den frühen Morgen- und Abendstunden konnte ich während der Hauptbalz an mehreren Tagen den Balzruf zweier Männchen vernehmen, was sich , einem langanhaltenden "wru"ähnlich, wie ein froschähnlichen tiefes  Quaken anhörte. Dieser Ruf wurde oft lange in regelmäßigen Abständen wiederholt. Zwei männliche Zwergdommel, im Flug anzusehen, in den Farben kontrastreich schwarz und creme-gelb, warben um ein Weibchen, welches allerdings noch nicht aus dem dichten Schilfwald in Erscheinung trat. Auch das offene zur Schau stellen eines prächtigen Männchens, sitzend auf halber Höhe eines Schilfhalmes, konnte nicht dazu führen, eine Partnerin herbeizulocken. Sollte es sich jedoch ergeben, dass eine Paarung mit einem Weibchen stattfindet und ein Bruterfolg dabei erzielt wird, so wäre dies natürlich einmalig in unserem. Nachdem das Männchen den Nistplatz gewählt hat, erstellt es allein die Nestanlage. Da dieser Weiher durch das Vorkommen einer äußerst selten gewordenen Vogelart streng vertraulich behandelt wird und Hoffnung auf ein Brutvorkommen besteht, ist eine strenge Geheimhaltung dieses Areals notwendig.                                                                                                                        

 

 

Mit Henning Werth am Riedberger Horn

28. Mai 2017. Die allgemein bekannte Problematik bzgl. der Liftverbindung Bolsterlang/Balderschwang versuchte Henning Werth bei einer Veranstaltungsserie interessierten Naturfreunden vor Ort näher zu bringen. Ist die Ignoranz gegen den Vogelschutz ja nun leider immer wieder festzustellender Alltag, finde ich es um so erschreckender, dass man versucht, die geologisch enormen Risiken klein zu reden. Immerhin ist die Riedberg-Pass Str. wegen der labilen Flysch Bodenstruktur eine der anfälligsten und teuersten Straßen der Bundesrepublik. Mit enormen Aufwand wurde hier über Jahrzente zur Hangsicherung ein funktionierender Schutzwald am Riedberg Westhang errichtet. Auch mit den angeblich nur kleinen Eingriffen wird diese Schutzfunktion vernichtet. Bei diesem Sachverhalt sehe ich mich in meiner Beurteilung in der Allg. Zeitung bestätigt, unserem "Heimatminister" Söder laienhafte Denkweise vorzuwerfen. Wie er durch eine Verlagerung der Schutzzonen B und C eine Verbesserung der Situation prognostizieren will. bleibt mir ein Rätsel. Möge er doch bitte den Rauhfusshühnern  den Weg auf einen der angeblich so geeigneten Nachbargipfel nahe bringen. 

Peter Griegel

Wer kennt ihn schon wirklich ?

Obwohl man ihn tatsächlich als häufigen heimischen Brutvogel bezeichnen kann, ist er einer der am wenigsten bekannten Vögel. Die Rede ist vom Grauschnäpper. Immerhin gibt es doch allein in Bayern geschätzte 50.000 Brutpaare. Schuld daran ist sein ausgesprochen unauffälliges Äußeres, sowie sein extrem leiser, unspektakulärer  Gesang, ein unbedeutendes Gepiepse. Auffällig dagegen sein elegantes Jagdverhalten. Hat er ein Insekt vor seinem exponierten Ansitz erspäht, startet er sein oft wendiges Flugmanöver, auch mit Rüttelflug, schnappt (Schnäpper) sich die Beute und landet an der gleichen Stelle wieder. Imposant, wenn der nur 15 g schwere Vogel einen großen Schmetterling vor dem Verzehr durch Schnabelhiebe betäubt. Nicht heikel ist der Vogel bei seiner Nistplatzwahl. Blumentöpfe, verlassene Schwalbennester und Nischen aller Art. Dies auch oft von Menschen gut einsehbar. Nach einer winterlichen Abwesenheit von immerhin 6 Monaten, können wir diesen Zugvogel Ende April bei uns begrüßen. Im frühen Herbst startet der kleine Vogel dann wieder seine lange Reise bis in das Gebiet südlich der Sahara.

Peter Griegel, Juni 2017

Ein Maienabend im Eschacher Moos

Bei extremer Schwüle und Gewitterneigung wagte ich Ende Mai eine kleine Wanderung in unser Grundstück im Eschacher Moos. Ich sollte es nicht bereuen. Neben einem für Ende Mai immer noch berauschenden Vogelkonzert, erwartete mich die Flora mit einer Sinfonie faszinierender Frühlingsfarben. Eine kleine Eidechse, gut getarnt, beobachtete mich bei meiner staunenden, kleinen Wanderung. Und ein bellender Rehbock bekundete unweit neben mir seinen Unmut über die abendliche Störung. Es sind Momente, für die sich der Einsatz unseres Verbandes lohnt.                                                                                                   Peter Griegel , 31. Mai. 2017

 

 

Am Hopfensee 14.Mai 2017

Einen für mich nicht erwarteten positiven Verlauf nahm die Führung Was blüht und zwitschert da? Nach wochenlanger Nässe und Kälte präsentierte sich uns dieser Sonntagmorgen von seiner schönsten Seite. Zusätzlich hatten die 17 Teilnehmer die Freude, doch immerhin 30 verschiedene Vogelarten zu hören und zu sehen. Wann hat man schon die Gelegenheit, auf einem Baum gleichzeitig Garten- Mönchs- und Klappergrasmücke zu sehen. Damit nicht genug, sahen und hörten wir doch z.B. Grauammer, Bruchwasserläufer und für mich als besonderes Highlight, nach Jahren dessen Abwesenheit, den Rohrschwirl, an seinem angestammten Platz. Besonders bedanken möchte ich mich bei dem Ehepaar Mändler, sie sorgten mit ihren botanischen Entdeckungen für willkommene Abwechslung.                         Peter Griegel

 

 

Schneeflucht der Ringamsel

Füssen 20. April 2017                                                                                                                       Die bei uns im Mittel-und Hochgebirge beheimatete Ringamsel unterscheidet sich von der bekannten Amsel, die bei uns in Gärten und Parkanlagen lebt, durch ein einfarbig mattschwarzes Federkleid mit einem halbmondförmigen, strahlend weißen Kropfband. Ihr Brutgebiet liegt bei uns in den Voralpen zwischen 1400-1800 Meter Höhe. Bereits im April beginnen die Ringamseln mit ihrem Nestbau. Da in den letzten Tagen in den Hochlagen bis ins Tal herunter extrem starker Schneefall zu verzeichnen war, flüchteten die Ringamseln ins Tal, um an schneefreien Stellen noch Nahrung zu finden. Ich zählte 9 Exemplare an einer Stelle, gemischt von Männchen und Weibchen. Sobald oben in den Bergwäldern und Latschenhängen wieder Frühling eingekehrt, werden sie sich wieder nach oben begeben und die Männchen ihr weithin klangvolles, flötenartiges Liebeslied anstimmen.                                                                                                                                 Richard Wismath                                                                                                                              Kleine Anmerkung. Auch in meinem Garten hatte ich das eigentlich zweifelhafte Vergnügen ein in das Tal geflüchtetes Männchen zu beobachten. Jetzt, am 28. April, während ich diesen Bericht einsetze, wächst gerade wieder die Schneedecke heftig. Ich halte die Augen offen.                                                           Peter Griegel

 

 

Turteltaube

Erstnachweis bei Füssen. Seit über 60 Jahren unternehme ich im Altlandkreis Füssen Vogelbeobachtungen, Bestandsaufzeichnungen und Bilddokumentationen über Vogelarten von Standvögeln, Wintergästen und Durchzüglern. Erstmals in meiner Beobachtungszeit konnte ich am 09.April in den Oberen Lechauen auf dem Durchzug ein Turteltaubenmännchen auf der Nahrungssuche, sowohl auch an der Tränke einer Wasserpfütze beobachten und mit meiner Kamera in Bildern festhalten. Die Turteltaube im Füssener Raum ist nach diversen ornithologischen Aufzeichnungen noch nie bei uns beobachtet worden. Dieses kleine Täubchen, welches offensichtlich aus den südlichen Gefilden von Italien oder Griechenland über die Nordalpen flog und sich in den Lechauen, oberhalb des Walderlebniszentrums, zur Rast und Futtersuche niederließ, scheint für uns Ornithologen sehr interessant zu sein. Ihr Brutgebiet liegt eigentlich südlich der Alpen. Ihr größtes Vorkommen liegt bei Malta auf dem Rückflug in ihr Brutgebiet mit 20 000 Individuen. Es gibt sie aber auch bei uns im Ampermoos und auch in der Salzachmündung. Das Alpenvorland ist bisher von dieser Art noch unbesiedelt. Nebst unseren heimischen Tauben, wie die Haustaube, Ringeltaube, Hohltaube und Türkentaube ist die Turteltaube die kleinste Taubenart in unserem Verbreitungsgebiet. Sie ist im Bestand bei uns in Deutschland sehr bedroht, was maßgebend dazu führt, dass diese Vögel im Mittelmeeraum während der Zugzeit von Hobbyjägern mit der Schrotflinte abgeschossen werden. Turteltauben gelten als Glücks- und Liebessymbol. Im Ungang sprachlich, nennt man so zwei frisch verliebte Menschen.                                                                                                                   Text und Bild: Richard Wismath

Grünlandsymposium

Keinen leichten Stand hatte leider bei der abschliessenden Diskussion, bei der vom"Bayerischer Jagdverband" organisierten Veranstaltung, unser LBV Repräsentant Dr. Andreas von Lindeiner. Wurden in den vorherigen Referaten die Themen doch teilweise sehr ausweichend und unverbindlich angegangen, ging es nun bzgl. Artenschutz doch teils heftig zur Sache. Es musste registriert werden, dass die vom LBV, bzw."Bayerischer Bauernverband" vorgebrachten Argumente doch sehr gegensätzlicher Natur sind. Die Problematik der Wirtschaftlichkeit mit einer von LBV und den Imkern gewünschten ökologischen Nachhaltigkeit zu vereinbaren, wurde äußerst kontrovers diskutiert. Auch wenn kaum Ansatzpunkte erkennbar waren, war der Wunsch auf beiden Seiten ersichtlich, einen Konsens zwischen konkurenzfähiger Landwirtschft und Naturschutz anzustreben. Wie wichtig diese Veranstaltung war, zeigte sich z.B. in dem Referat einer renomierten Traktoren Firma. Wenn ein sog. Schmetterlingsmähwerk im Eiltempo auf 15 m!! Breite, und das bis 9mal im Jahr, nicht nur Grüngut, sondern auch Kitze, Bodenbrüter, Insekten und Bienen, ohne ausreichende Vorwarnung platt macht, ist der Begriff Biodiversität bald ein Relikt von Vorgestern. Die momentan fortschreitende Versiegelung unserer Landschaft mit ihrem gigantischen Flächenverbrauch macht den Rest.                                              

Peter Griegel

Hopfen 24. April 2017

Kuckucksruf von Jahr zu Jahr seltener

Jetzt in der 1.Mai Dekade kommen die ersten Kuckucke aus ihrem Winterquartier Afrika zurück. Der Ruf des Kuckuck Männchens ist in den kommenden Tagen wieder weithin hörbar. Der Reviergesang dient der Reviermarkierung und Werbung um ein Weibchen. Mit dem Eintreffen der Wirtsvögel, wie Teichrohrsänger, Drosselrohrsänger, Rotschwänze, Heckenbraunelle, Grasmücken, Piepern und Neuntöter, um nur einige zu nennen, vollzieht sich die Paarung der Kuckucke. Um die Nester der Wirtsvögel zu finden wird sich das Kuckuck Weibchen einen Beobachtungsplatz auswählen, von wo aus sie oft stundenlang ausspioniert, wo einer der potenziellen Wirtsvögel sein Nest anfertigt und zu brüten beginnt. So verteilt das Kuckuck Weibchen bis zu 10 Eier einzeln in die Nester dieser Wirtsvögel, die das gelegte Ei mit ausbrüten. Die Hauptlegezeit findet Mai bis Juli statt und zwar immer in den Vormittags- und Abendstunden. Bei kurzer Abwesenheit des Wirtsvogels wird in Sekundenschnelle das Ei in eines dieser Nester gelegt. Liegen bereits 2-3 Eier des Wirtsvogels im Nest, so werden diese oftmals hinausgeworfen. Bereits nach einer Brutdauer von 12 Tagen schlüpft aus diesem Ei ein junger Kuckuck. Dieser junge Kuckuck wird von dem Wirtsvogel etwa 9 Tage gehudert und vor starken Sonnenstrahlen beschattet. In diesem Alter hat der junge Kuckuck schon eine gewisse Größe erreicht. Um in den relativ kleinen Nest Raum zu schaffen, wo sich noch geschlüpfte Jungvögel des Wirtsvogels befinden, wirft der junge Kuckuck ruckweise mit seinem Hinterleib und den Füßen diese rückwärts aus dem Nest.      Wenn der Kuckuck einmal groß ist, so ernährt er sich hauptsächlich von vorhandenen Schmetterlingsraupen, die sich in Büschen und Bäumen befinden. Am Boden werden Insekten oft mit kleinen Sprüngen gefangen, wie man schon des öfteren beobachtet hat. auch Regenwürmer, Spinnen und Tausenfüßler gehören zu seinem Nahrungsspektrum. Der Wegzug der Alt- und Jungvögel beginnt etwa gleichzeitig in der ersten Augusthälfte Richtung Sahara und südlich. Nonstopflüge von 3000 Kilometer und mehr sind keine Seltenheit.                                                                         Text und Bild Richard Wismath

Vogel-Findelkinder

Bald ist es wieder so weit. Wer mit offenen Augen durch die Natur streicht, egal ob Kind oder Erwachsener, wird nicht selten von den kleinen, piepsenden Vogelgestalten überrascht. Sei es mitten im Wald oder unter einem hervorstehenden Dach, überall können wir so ein scheinbar hilfloses Wesen entdecken. In wem erwacht nicht sofort ein heftiger Mutterinstinkt. Viele von uns entscheiden sich, nach einer kurzen Beobachtung des kleinen Bündels, dieses in die Hand zu nehmen, evtl. mit heim zu nehmen, oder eine geeignete Aufzuchtstelle zu suchen. Aber Vorsicht. In den wenigsten Fällen ist der kleine Kerl unbeobachtet. Der kleine Vogel weiss sehr wohl, sich gegenüber seinen versteckten Eltern bemerkbar zu machen. Zwei Situationen bewirken natürlich ein Eingreifen. Katzen gegenüber ist der Jungvogel völlig wehrlos. Suchen Sie nach einer Möglichkeit, die Katze vom Jungvogel fernzuhalten. Schwierig ist auch die Hilfe z.B. bei abgestürzten jungen Mauerseglern. Ist der Jungvogel noch nicht flugfähig, empfehle ich die Aufzucht mit Hackfleisch. Die Freilassung dann, ebenso wie bei versehentlich gelandeten Mauerseglern, unbedingt von einer erhöhten Warte aus. Auch kräftige Altvögel sind nicht in der Lage, von ebenen Boden aus zu starten. Der abgebildete Vogel wurde von Bruno Elischer zum Start regelrecht in die Luft geworfen.

Peter Griegel

Wakeboard am Forggensee?

Mit großer Sorge muss man wieder einmal die Zerstörung eines besonderen Biotopes befürchten. Am Westufer des Forggensees befindet sich der nach dem Halblechdelta bedeutendste Mauser- und Rastplatz im Altlandkreis Füssen. Genutzt von Großer Brachvogel, Bekassine, div. Schnepfen usw., usw. In ca. 500 m Entfernung ist geplant, eine sog. Wakeboard (ähnlich Wasserski)- Anlage, mit angeschlossener Gastronomie, zu erstellen. Bei einer Seillänge von 612 m hat die Anlage wegen ihrer elliptischen Form, den Stützen und dem Uferabstand einen Umfang von min. 300 m. Die Anlage ist versehen mit Schanzen und Hindernissen. Kein Vogel wird neben einer solchen Monsteranlage landen. Die mehrfach vorgebrachte Behauptung, das zeitgleich zu errichtende Gastronomie- und Technikgebäude würde im Uferhang des Landschaftsschutzgebietes verschwinden, ist reine Augenwischerei. Passend dazu wird eine Größenangabe der Gastronomie von allen Seiten unterbunden. Das Besorgniserregende an der Sache ist, dass bis dato eine ablehnende Haltung der Behörden nicht erkennbar ist. Deshalb habe ich mich gezwungen gesehen, mit dem Anwalt Kontakt aufzunehmen, welcher uns auch am Riedberger Horn vertritt. Immerhin hat der es fertig gebracht, unseren Ministerpräsidenten in die Bredouille zu bringen. Verlangt wurde ausserdem von mir die Ausfertigung einer saP, terminiert auf die Zeit v. 15. August bis 31. Oktober.

Die Protest-Demo vom 30. Juli war trotz 3 anwesender Polizeiescorte-Fahrzeugen mit 70 Personen gut besucht. Wieder zusammen mit dem Bund Naturschutz findet am 6. August 10-12 Uhr in der Fußgängerzone Füssen an einem Infostand die nächste Protestveranstaltung statt. Die ausliegenden Unterschriftenlisten warten auf Sie!!!

Peter Griegel

Rettet das Riedberger Horn!!

Copyright: Monika Häußinger

Copyright: Monika Häußinger

Liebe Kreisgruppenmitglieder!

Als begeisteter Skitourengeher wende ich mich an Euch, die geplante Erschließung dieses Naturjuwels zu verhindern. Sport ist wichtig aber der Erhalt dieser Schutzzone C des bayer. Alpenplanes muss Priorität haben. Das Riedberger Horn liegt ausserhalb der Kreisgruppe OAL/KF, bitte deshalb nicht den Kopf in den Sand stecken. Wenn es meine Gesundheit nach meinem schweren Unfall zulässt, bin ich in München dabei!!  Bitte die beigefügten Veranstaltungshinweise sorgfältig lesen.  PeterGriegel

Nachlese: Die Demo war sehr gut besucht, auch von unserer Kreisgruppe. Jetzt dürfen wir warten, wie sich die Entscheidungsträger verhalten. Seitens verschiedener Verbände ist Klage angekündigt.

Folge-Demo am 14-01.2016, CSU Neujahrsempfang, mit Ministerpräsident Horst Seehofer, in Kempten.

Schwer einzuschätzen ist der Erfolg dieser Demo. Arg enttäuscht waren die über 100 Demonstranten, daß sie von Horst Seehofer keines Blickes gewürdigt wurden. Entsprechend das gellende Pfeiffkonzert.  Akzeptieren müssen wir seine Entschuldigung, er sei mit seiner Erkältung zu dünn angezogen gewesen. Wir, die Demonstranten hatten über eine Stunde bei "Sauwetter" auf ihn gewartet. Positiv zu bewerten war, daß sich uns der erklärte Befürworter der Erschliessungsmaßnahme, CSU-Fraktionschef Thomas Kreuzer, zu einer kleinen Diskussion stellte, siehe Bild. Lt. Bericht der Allgäuer Zeitung versprach Seehofer in seiner Rede im Kornhaussaal die Entscheidung" sorgfältig abzuwägen", die Empfehlungsvorlage von Minister Söder abzuwarten, und im Notfall selbst vor Ort den Eingriff zu besichtigen. Auf die "lange Bank" geschoben werde dies nicht. Na ja. 

Dazu mein persönlicher Kommentar:

Ich  habe den Eindruck, die maßgeblichen Politiker sind über die örtlichen Gegebenheiten nur sehr mangelhaft informiert. Der von Seehofer angekündigte "Ortstermin" ist sehr lobenswert. Die Komplexität der Maßnahme ist jedenfalls nicht vom Schreibtisch aus zu lösen. Es muss klar sein, daß es eine laienhafte Vorstellung ist, in der Natur eine "Ausgleichsfläche" zu konstruieren oder die Rauhfußhühner umsiedeln zu können. Sie sind keine syrischen Kriegsflüchtlinge. Total vergessen wird das jetzt schon vorhandene Problem;  Tourengeher. Bei meinem Besuch am Hörnle, am 23.Jan, also einem Wochentag, sah ich Dutzende abfahrende Tourengeher in das Ruhegebiet der Birkhühner einfahren. Als begeisteter Tourengeher mache ich mir mit dieser Feststellung mit Sicherheit keine Freunde, aber zur Sprache kommen muss es.

Peter Griegel

Rettet das Riedberger Horn

Aufruf zur Demo am 06.Okt. 2015. Siehe Aufruf

Nachlese siehe unten

© Landesbund für Vogelschutz in Bayern e.V.
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