Seltene Gäste am Bachtelsee

Genau hinsehen: Bildmitte
Genau hinsehen: Bildmitte

Anfang Dezember 2019 fotografierte ich ein großes Gänseaufkommen zwischen Bachtelsee Westufer und der Eisenbahnlinie. Bei grellen Licht und 500 m Entfernung, reichte die Bildqualität am PC gerade aus, um sie zu erkennen und zu zählen.                                                                                                          Insgesamt waren es 143 Gänse, davon 141 Graugänse und dazwischen zwei wesentlich kleinere Weißwangengänse, auch Nonnengänse genannt. Lt. einschlägiger Fachliteratur des letzten Jahrhunderts, brüten Nonnengänse in der Arktis und überwintern an den britischen Küsten und an der Nordseeküste bis Nordfrankreich, vereinzelt auch an der Ostseeküste. Irrgäste wurden in Spanien und Italien gemeldet. Nonnengänse waren äußerst selten im Binnenland zu beobachten. Hierzu Wikipedia:                             Verbreitungsgebiet der Weißwangengans sind Teile der Westpalärarktis. Insgesamt werden 3 Populationen unterschieden: a.)Spitzbergen, b.)Grönland und c.) Russisch-Baltische Population. Letztere brüten in großen Kolonien in einem weiten Areal zwischen Nowaja Semlia, Kolgujew und der Kanin-Halbinsel, haben sich aber seit den 1970er Jahren zudem auf Gotland und Öland angesiedelt und seit Ende  der 1990er Jahre in Schleswig Holstein, Niedersachsen und den Niederlanden. Mitteleuropa ist damit die vierte Region  und die einzige der mittleren Breiten, die mit 2.200 bis 2.800 Brutpaaren eine nennswerte Brutpopulation aufweist.                        Ob Nonnengänse öfters Südbayern besuchen, ist nur anhand von Beobachtungen festzustellen. Deshalb meine Bitte: Gänse genau beobachten und die verschiedenen Arten www.ornitho.de melden. Besten Dank im voraus.       Colin MacKenzie

 

 

Die Sameister Weiher

Peter Griegel
 

Die im Spätherbst abgelassenen Weiher bilden ein Eldorado für Strand- und Wasservögel, ganz besonders für Limikolen auf ihren langen Weg in den Süden. Leider fiel unsere Feldexkursion zum Sameister Weihergebiet Anfang Oktober nicht mit dem Hauptzug zusammen. Es wurden zahlreiche Grau- und Silberreiher, sowie Löffelenten, Alpenstrandläufer, Sandregenpfeifer und ein Eisvogel gesichtet, aber leider keine Exoten. Diese flogen später ein. Z.B. am 02. November beobachteten Peter Griegel, Manfred Zinss (Fotograph) und ich zwei Kiebitzregenpfeifer im Schlichtkleid, 200+Krickenten, 14 Bekassinen und 2 Alpenstrandläufer bei der Nahrungssuche im Schlick. Es empfiehlt sich aktuelle Beobachtungen in ornitho.de abzurufen.

Colin MacKenzie      13. Nov. 2019

Ist das ein Resultat von "Rettet die Bienen"?

Eigentlich sollte man die Hände über dem Kopf zusammenschlagen. Der Verbrauch von Grünland für Parkplätze durch den Sportmarkt Füssen ist beängstigend und in dieser Dimension durch nichts zu rechtfertigen. Hat der Inhaber dieses Sportgeschäftes das selbst bemerkt und nach Aktionen wie "Fridays for Future" und dem Bürgerbegehren "Rettet die Bienen" die Reissleine gezogen? Ich weiss es nicht. Jedenfalls kann man erkennen, wie dankbar die Insekten jede zur Verfügung gestellte Blumenwiese zur Nahrungsaufnahme in Beschlag nehmen. Die beigefügten Bilder konnte ich, an den Rändern der Parkplätze, an diesem 2. November !! machen. Bei wahrlich kühlen Temperaturen. Für alle Garten- und Hausbesitzer sollte diese Beobachtung eine Hilfe sein, dass der zunehmende Trend von steinernen Vorgärten ein schädlicher Irrweg ist. Auch als Vogelschützer erlaube ich mir zu fragen, glauben Menschen tatsächlich, in dieser Betonwüste findet eine Amsel einen einzigen Regenwurm, um ihren Nachwuchs großzuziehen?

Peter Griegel

 

 

 

20. Sept. 2019. "Fridays for Future" auch in Füssen.

Den Millionen Demonstranten weltweit wollte Füssen nicht nachstehen. Mehrere hundert Jugendliche und ganz überraschend auch viele, viele Erwachsene beteiligten sich an dieser Demo zum Erhalt unseres Planeten. Ohne große Erwartungen war ich LBV-Senior zu dieser Veranstaltung gegangen. Aber zu meiner großen Überraschung befand ich mich plötzlich in Gesellschaft mit einer großen Zahl von Lehrern, Ex-Lehrern und Füssener Stadträten. Viele waren sich nicht zu schade, die Transparente zu tragen und sich dem Stakkato der Forderungen anzuschliessen. Bleibt zu hoffen, die ältere Generation und die Entscheidungsträger nehmen diese Aktionen unserer Jugend endlich ernst. Ein Paradigmenwechsel ist überfällig. Es darf einfach nicht sein, dass Stephen Hawking mit seiner Behauptung recht hat; "in hundert Jahren gibt es keine Menschen mehr". Wir haben es in der Hand, dies zu widerlegen.                             Peter Griegel

 

 

Pflegeeinsatz Eschacher Moos, 14. September 2019

 

Sechs Helfer fanden sich ein, um dies vom LBV erworbene Grundstück von Ästen, Gestrüpp und Springkraut zu befreien. Die ca. 2 ha bestehen aus einem kleinen Stück Fichtenwald, einer größeren freigeschlagenen Fläche mit nassen Gräben und Tümpeln sowie einem wunderschönen Stck Spirkenmoor.

Nach einer leckeren Brotzeit, führte Peter Griegel noch in dieses wertvolle Biotop, in dem wir sogar den Rundblättrigen Sonnentau fanden. Am Rand des Moores freuten wir uns über Tümpel mit Rohrkolben und Ästigen Igelkolben.

Es gibt noch manches zu zu tun, wofür weitere Pflegeeinsätze erforderlich sind. Wer sich da einbringen möchte, kann sich gerne bei Peter Griegel melden.

Sabine Mändler, 15. Sept. 2019

 

 

 

Excursion Murnauer Moos.18. Mai 2019

Sabine Mändler
Sabine Mändler

Man kommt nicht umhin, das Murnauer Moos mit seinen Mooren, Feuchtwiesen und besonderen Waldgesellschaften mit Superlativen zu versehen. Was uns Ornithologen auf der beachtlichen Fläche von 4.200 Hektar geboten wird, lässt das Herz einfach höher schlagen. Unter der fachkundigen Leitung von Heiko Liebel konnten die 15 Teilnehmer sich an solchen Highlights wie Wasserralle, Wachtelkönig, Weißrückenspecht, und für mich der Höhepunkt, drei Exemplare in unserer unmittelbarer Nähe rufenden Wendehälse, ergötzen. Unsere fleißige Zählerin, Sabine Mändler, brachte es auf die doch sehr beachtlich Zahl von 44 Vogel-Arten.                                                                                                                         Bleibt zu hoffen, dass diese Perle der Natur, mit seiner Kernfläche von 23km2,  als Naturschutzgebiet und bedeutendstes, ursprünglichstes Moorgebiet des nördlichen Alpenvorlandes, in seiner jetzigen Form erhalten bleibt.

Peter Griegel

 

 

Excursion Bodensee "Schleierlöcher" 1. Juni 2019

Peter Griegel
Peter Griegel

Exakt vor einem Jahr entdeckte ich am Österr. Bodenseeufer, rechts der Rheinmündung in Hard, 5 rufende Drosselrohrsänger. Dieser Größte der 4 in Deutschland vorkommenden Rohrsängerarten hat sich bei uns im Ostallgäu leider weitgehend verabschiedet. Damit dieser Vogel nicht ganz aus unserem Gedächtnis verschwindet, habe ich mit leichten Bauchschmerzen diese Excursion am 1. Juni 2019 organisiert. Dass meine Befürchtung, diesen imposanten Rufer, nicht Sänger, nicht anzutreffen, dann so übertroffen wurde, macht mich glücklich. Mindestens 10 Exemplare begrüßten uns lauthals bereits nach gut Hundert Meter. Unsere 7 Jahre alte Schweizer Teilnehmerin Elin durfte sich neben mehreren anderen Schilfbewohnern, am Flug und dem Ruf des direkt neben uns gelandeten Kuckuck erfreuen. Anschliessend wurde von den Teilnehmern noch die linksrheinsche Mündung erwandert. Erfreulich, dass die vor mehreren Jahren aufgestellten Flußseeschwalben Brutflosse immer noch von diesem imposanten und eleganten Vogel benutzt werden.

Peter Griegel

Einfach erfreulich

Seit gut 40 Jahren beschäftige ich mich nun mit Vogelbeobachtung. Damals hätte der folgend beschriebene Bericht bei Vogelfreunden nur ein müdes Lächeln hervor gebracht. Kiebitz und Co. waren Alltag. Jetzt bin ich froh über die Meldung von Mitgliedern des Bund Naturschutz, hier im Alt-Landkreis Füssen eine erfolgreiche Brut dieses mittlerweile so seltenen Bodenbrüters erhalten zu haben. Seit ca. 2 Wochen beobachte ich nun das heranwachsen der Jungvögel. Von ursprünglich 5 Jungvögeln sind zwar durch die Attacken von Krähen und Rotmilan nur 3 Exemplare übrig geblieben. Aber wegen ihrer nun schon beachtlichen Größe habe ich Hoffnung auf ihre Wehrhaftigkeit. Wie wertvoll das Gelände dort ist, zeigten auch die mehrere Tage anwesenden 2 Exemplare des Steinschmätzers. Und gestern hatte ich nun die Freude, einen weiteren brütenden Kiebitz dort zu entdecken. Stand 19. Mai 2019.

Der Beobachtunspunkt liegt ca. 200 m entfernt, deshalb bitte ich wegen Qualität des Bildes um Nachsicht.

Peter Griegel

Bezirksversammlung LBV Schwaben 2019

Am Samstag 06. April hat unsere diesjährige Bezirksversammlung stattgefunden. Aus fast allen Landkreisen in Schwaben sind Vertreter der Kreisgruppen nach Bächingen ins "Mooseum" gekommen, um sich auszutauschen und zu erfahren, was es Neues gibt aus der Bezirks- und Landesgeschäftsstelle. Doch es wurde nicht nur getagt, natürlich waren wir auch draußen. Die Kreisgruppe Dillingen führte uns durchs nahe Wittlinger Ried. Für Gesprächsstoff sorgten neben den Themen der Kreisgruppen auch der extra angereiste Landesvorsitzende Dr. Norbert Schäffer mit Neuigkeiten von den Gesprächen im Landtag zum Volksbegehren, sein Stellvertreter Ethelbert Balb, Geschäftsführer Alf Pille, sowie LBV Landwirtschaftsreferent Mathias Luy. Vielen Dank allen Teilnehmern für die gelungene Veranstaltung.

Volksbegehren Artenvielfalt "Rettet die Bienen"

 

Lieber Besucher unserer Homepage.

Heute, am 31. Jan. 2019  startet die erste Hürde zum Volksbegehren "Rettet die Bienen". Vom Gesetzgeber wird dazu die enorme Zahl von 1 Million Stimmen verlangt. Zusammen mit den 2 ev. Geistlichen, den ehem. Landtagsabgeordneten Dr. Wengert und Ilona Deckwert sowie den Vertretern des Volksbegehrens wurden soeben unsere Stimmen im Rathaus abgegeben.                                               Uns alle besorgt das dramatische Vogel- und Insektensterben. In den letzten Jahren mussten wir einen Rückgang der Biomasse der Fluginsekten von 80% registrieren. Als alleinigen Verursacher möchte ich keinesfalls, wie in den Medien geschehen, unsere Landwirte hinstellen. Ganz im Gegenteil. Alle von mir kontaktierten Landwirte haben immer und sofort die vorgeschlagenen Maßnahmen akzeptiert. Gefragt ist in erster Linie der Gesetzgeber und die Industrie. Wenn z.B. ein 15 m breites Mähwerk mit Höchstgeschwindigkeit über die Wiese rast, hat kein Insekt oder Kitz eine Fluchtmöglichkeit. Diese Tatsache hat so viel Entwicklungspotential für die Industrie, da müssen dringend Lösungen gefunden werden. Den Bauern muss die Sorge genommen werden, bei Ausweitung der Produktion von Bio Lebensmitteln, breche dieser Markt zusammen. Wichtig ist eine klare Erkennung von sog. Bioware aus Drittländern. Wer mag schon Biogemüse aus China oder Afrika? Und dann das leidige Thema Flächenfrass. Auf immer weniger Fläche soll der Bauer immer mehr hochwertige Lebensmittel produzieren. Wie soll das gehen?

Bitte studieren sie die Vorschläge des Volksbegehrens und geben sie ihre Unterschrift ab. Ihre Kinder und Enkel werden es ihnen danken.  Es ist kurz vor zwölf.

Peter Griegel

 

 

Der Rauhfußbussard, bei uns ein Wintergast aus den Tundren Nordeuropas

An strengen Wintertagen, die wir jetzt in der ersten Februarhälfte 2019 haben, sieht man immer wieder vereinzelt den Rauhfußbussard auf einem Pfahl sitzen, um auf Beute zu lauern, die dem Straßenverkehr zun Opfer fallen.                       Um diese Art von unserem Mäusebussard auseinander halten zu können, bedarf es schon einen genaueren Augenschein. Hingegen des allbekannten Mäusebussard, der ganzjährig bei uns auf den Fluren zu beobachten ist, liefert der Rauhfußbussard bei uns im Allgäu nur in Wintermonaten ein kurzes Gastspiel. Sein Hauptmerkmal, an welchem man diese Art gut von seinem Vetter unterscheiden kann, wie schon sein Name sagt, sind die gefiederten Ständer ( Füße). Ein weiteres Erkennungsmerkmal ist der helle Stoß (Schwanz) mit breiter dunler Endbinde.                 Er kommt aus den Tundren Nordeuropas, wie Norwegen, Mittel-und Nordschweden, sowie der nördlichen Hälfte Finnlands. Direkt aus dem Brutrevier, wo Lemminge seine Hauptnahrung bilden, ziehen sie teilweise zu uns ins Allgäu. Beobachtungen dieser nordischen Art kann man bereits schon vereinzelt ab Ende Oktober bis in den Alpril hinein machen, wo er sich ebenfalls wie der Mäusebussard hauptsächlich von Mäusen jeglicher Art ernährt. Gerne sitzt er auf einem Erdhügel oder Markstein, um zu ruhen. Hingegen der Mäusebussard vorwiegend auf Licht- und Telegrafenmasten oder höheren Bäumen sitzt.           Wenn in seinem angestammten Brutgebiet ein schlechts Lemmingjahr vorkommt, so kann es sogar sein, dass diese Art ausnahmsweise auch die Sommermonate bei uns vorbringt.

Richard Wismath

Prächtiges Zwergsäger Männchen am Premer Stausee. Ein sehr seltener Wintergast

Zwergsäger Männchen
Zwergsäger Männchen
Schellenten Erpel in Balzstellung
Schellenten Erpel in Balzstellung
Schellenten Pärchen
Schellenten Pärchen
 

Als ich gestern Nachmittag bei einer Vogelexkursion rund um unser Seengebiet am Premer Lechsee ankam, staunte ich nicht schlecht, dass sich unter Schellenten und zwei Singschwänen ein prächtig ausgefärbtes Männchen eines Zwergsägers auf seiner Nahrungssche beobachten lies. Ich konnte in meiner Laufbahn als Naturbeobachter bisher erst einmal zwei dieser prächtigen Zwergsäger Männchen an einem unserer Seen während der Winterzeit beobachten. Ich war auch erstaunt, dass dieses Exemplar bereits im Prachtkleid stand und immer wieder seine Imponierstellung gegenüber den mit anwesenden Schellenten einnahm. Dieses Männchen hat sicherlich, aus dem hohen Norden kommend, eine Strecke von nahezu 3000 km Kilometer zurückgelegt, um an unseren teils noch eisfreien Gewässer Nahrung zu finden zu können. Schwerpunkt des Wintervorkommens der Zwergsäger ist eigentlich die mecklemburgische Ostseeküste. Um so mehr ist es erstaunlich, dass dieses Männchen offensichtlich mit den Schellenten bis zu den Seen des Voralpenlandes flog.       Seine Heimat ist der nördlichste Teil Norwegens und Finnland bis zur russischen Waldtundra hin, wo diese Art auch ihr Brutgeschäft in Baumhöhlen verrichtet und ihren Nachwuchs großzieht. Der männliche Zwergsäger wirkt auf größere Entfernung einheitlich weiß mit auffallendendem schwarzen Augenfleck; von nahem ist die kleine herabhängende schwarz-weiße Haube sichtbar. Ebenso sieht man die auffallend schmalen schwarzen Linien vorn und auf den Schultern. Das Zwergsäger Männchen im Prachtkleid ist für mich sozusagen einer der schönsten Wasservögel Europas.

Richard Wismath

 

 

 

Der Storch, Brutvogel in Füssen?

Vermutlich fast 500 Jahre ist es her, dass  der Weißstorch auf dem sog. Storchenturm am Hohen Schloss sein Brutgeschäft erledigt hat. Im Turm selbst wurde 1920 lt. Magnus Peresson das dazu benutzte Wagenrad entdeckt.  Nachdem nun die Meldungen über Brutversuche immer näher Richtung Füssen erfolgen, werde ich versuchen, dem Weißstorch mit einer Nisthilfe auf dem Turm ein Zuhause zu geben. Dies wird mit Sicherheit kein einfaches Unterfangen werden. Bei der Unzugänglichkeit und der Steilheit des Daches stehen noch viele Fragen offen. Ob bei den vielen zu pflegenden Storchenhorsten, siehe beigefügten Zeitungsausschnitt v. 3. Nov. 2018, noch finanzielle Mittel zur Verfügung stehen, ist nun die Frage. Wer sich für diese Idee begeistern kann, folgend die Kto. Nr. Storchenschutz Allgäu DE93 7645 0000 0750 9061 25.

Über jede Hilfe freut sich, Peter Griegel

Der Forggensee. Für ein Jahr Vogelparadies

Kiebitzregenpfeifer
Kiebitzregenpfeifer
Forggensee 9.Sept. 2018
Forggensee 9.Sept. 2018
 

 

Ganz anders, als von den beiden Naturschutzverbänden befürchtet, präsentiert sich momentan der leere Forggensee. Auf großen Teilen des Seebodens hat sich eine Art Süsswasser-Wattlandschaft gebildet. Dieses für Wasservögel und div. Limikolen (Watvögel) Schlaraffenland muss sich in der Vogelwelt rasend schnell herum gesprochen haben. Eine solche geballte Ansammlung dieser Vögel konnte ich in meiner über 40jährigen Zeit der Vogelbeobachtung hier noch nie vorfinden. Auch unter Ornithologen scheint sich dieses Highlight wie ein Lauffeuer verbreitet zu haben. Wann lassen sich schon konzentriert so viele Arten Strandläufer, Brandenten, Steppenweihe oder Flussregenpfeifer so nah beobachten. Letzterer vor allem ist für mich einer der größten Profiteure dieser Situation. Fast jedes Jahr hat dieser Vogel auf einer Kiesinsel im See sein Brutgeschäft begonnen. und auch fast jedes Jahr wurde dann sein Brutgeschäft durch das steigende Forggenseewasser zerstört. Heuer hat er auf den vielen isolierten Kiesinseln seine Ruhe.                                                                                                Sehr problematisch, die Situation bei den Fischen. Mehrfach musste beobachtet werden, wie wegen des fehlenden Niederschlages  isolierte Tümpel total austrocknen. Die Fische mit Kecher einzufangen und umzusetzen scheiterte. Im Sumpf war es einfach zu gefährlich. Die noch verbliebenen Tümpel sind alle gefährdet. Momentan hilft nur, auf Niederschlag zu hoffen.

Peter  Griegel, 16. August 2018

Fortsetzung 22. August 2018 : Wegen der anhaltenden Trockenheit ist der Wasserstand weiter sinkend. Aber die Vogelwelt findet weiter optimale Bedingungen vor. Meine persönlicher Höhepunkt war am gestrigen Abend die Beobachtung von 9 Exemplaren Raubseeschwalben. Siehe Bild. Mitbeobachter Colin MacKenzie.

Fortsetzung 29. August 2018: Bei anhaltender Trockenheit bis 28. August und anschliessendem Dauerregen halten sich an endlich wieder wachsenden Großpfützen an manchen Tagen bis ca. 100 Limikolen verschiedener Arten auf. Letztes Highlight 3 Exemplare Steinwälzer und mehrere Kibitzregenpfeifer.

Fortsetzung 2. September 2018 : Nach 2 Tagen Dauerregen hat sich der See total verändert. Entstanden sind neue, grün bewachsene Uferbereiche. Die Folge ist eine wahre Invasion von Limikolen usw. Neue Gäste: ca. 30 Sandregenpfeifer, min 5 Goldregenpfeifer, Sichelstrandläufer und auf dem Durchzug 3 Fischadler.

Fortsetzung 10.September 2018 : Der See wird aufgestaut. Es fehlen noch ca. 4 m. Das heisst, die Vögel finden nur noch in der Brunnener Bucht dieses Schlaraffenland vor. 1 Stck Fischadler taucht dort immer wieder auf. Dies ist vermutlich die letzte Meldung im Zusammenhang "leerer Forggensee"

Fortsetzung 19. September 2018: Der See Aufstau erfolgt langsam. Deshalb in Brunnen noch große isolierte Pfützen und Glanzgraswiesen. Anwesend div. Limikolen und 2 Ex. Pfuhlschnepfen.

Jahreshauptversammlung 10.04.2018

Sehr erfreulich war die Anwesenheit von immerhin 43 Mitgliedern der Kreisgruppe. Darunter befanden sich exakt 20 Mitglieder, welche für ihre langjährige Mitgliedschaft von 10 bis 50 Jahre geehrt wurden. Siehe Bild. Aktueller Stand; 680 Mitglieder. Unsere Schatzmeisterin, Gertraud Pfanzelt, konnte uns wieder, trotz außerordentlicher Verpflichtungen der Keisgruppe, einen leichten Haushaltsüberschuss präsentieren. Die vergangenen und geplanten Aktivitäten der Kreisgruppe wurden ausführlich erläutert. Zum Abschluss der Versammlung konnten sich die Anwesenden noch an den mit viel Sachverstand von Brigitte Kraft vorgetragenen Vortrag "Vogel des Jahres 2018, Star" erfreuen.

Peter Griegel , 1.Mai 2018

Das Paradies am Halblechdelta

Mehlschwalben
Mehlschwalben
Rauchschwlben
Rauchschwlben
Singschwan
Singschwan

Anfang September 2017. Wie sehr oft um diese Jahreszeit, sitze ich am See und beobachte die zahlreichen durchziehenden und rastenden Wasservögel, Limikolen und auch am Himmel den schlanken, imposanten Fischadler. Mehrfach fliegt der Eisvogel, schrill pfeifend, an mir vorbei  und findet direkt neben mir einen Ansitz für seine Jagd. Laut trompeten zwei streitende Singschwäne über den See. Ich wundere mich über die mehr als hundert, eigentlich sonst stark dezimierten, Mehlschwalben und verfolge sie mit meinen Blicken bei der Insektenjagd, dicht über dem Wasserspiegel. Dabei fällt mir auf, dass sich viele von ihnen zu dem Bauernhof neben dem Delta begeben. Das ist sehr erfreulich, brannte das Betriebgebäude 2016 doch bis auf die Grundmauern nieder. Nun stelle ich erfreut fest, dass diese Glücksbringer den Neubau sofort wieder besiedelt haben. Nachgeholfen haben dabei offensichlich die Eigentümer durch die Anbringung kleiner Nisthilfen unter dem Giebel. Fast 50% davon wurden von den Schwalben sofort angenommen. Mögen sie ihren Namen alle Ehren machen, nach dem Großbrand ist Glück mehr als gefragt. Zusätzlich zu den Mehlschwalben hörte ich an allen Ecken und Enden das "tschilp" des Haussperling und in dem modernen, offenen Stall fand ich eine Vielzahl Nester der schon zugbereiten Rauchschwalben. Schön, eine solche Idylle in der heutigen Zeit noch entdecken zu dürfen.

Peter Griegel

 

 

 

© Landesbund für Vogelschutz in Bayern e.V.
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