Storchenparadies Uznach

Zu einem Mekka der "Ornis" hat sich das Kaltbrunner Riet am Ortsrand der Gemeinde Uznach im Kanton St. Gallen entwickelt. Siehe auch "ornitho.ch". Dass es sich für die Vogelwelt in diesem Feuchtgebiet am unmittelbaren Ortsrand so trefflich leben lässt, haben nicht nur die im Ort unzählig lebenden Weißstörche entdeckt, sondern auch viele andere Wasservögel, Limikolen und Singvögel. Kein Besuch im Riet vergeht für mich ohne die Entdeckung seltener Spezies. Sei es Rohrdommel, Purpurreiher, hunderte Große Brachvögel und Bekassinen. Blau- und Schwarzkehlchen, Waldohreule. Oder wie gestern, am 9. April 2017, Zwei Kuhreiher beim Verzehr eines offensichtlich etwas zu groß  geratenen Frosches.  (siehe Foto)                                                                                                  Ich kann jedem einen Sonntagsausflug in diese wunderschöne Gegend wärmstens empfehlen. Für die ca. 220 km ab Füssen benötigt man bei Benutzung der Autobahn gut 2,5 Std. Bei Benutzung von Landstraßen gut 30 Min. mehr.                                                                            Peter Griegel

 

 

Angriff der Behörden auf die Natur

Man kann sich nur verwundert und traurig die Augen reiben, über die gegenwärtige Flut von zweifelhaften und naturzerstörenden Baugenehmigungen. Dies trotz eigentlich vorbildlicher Gesetzeslage im Freistaat Bayern. Jüngster Fall ist die Genehmigung der Windkraftanlage nahe Apfeltrang. Klare Argumente gegen diese Anlage, wie beispielsweise die belegbare Anwesenheit von Schwarzstörchen ,werden als "grenzwertig" bezeichnet. Die Bedenken des LBV gegen die Anlagen werden mit Schlagzeilen (Kreisbote) wie "Vogelschutz kontra Windkraft" abgetan. Der LBV hat sich nach dem beschlossenen Austritt aus der Kernenergie klar für den Ausbau der Windenergie und der Wasserkraft ausgesprochen. Dass dabei alle vorhandenen Auflagen beiseite geschoben werden, kann aber nicht widerspruchslos hingenommen werden. Der uns immer wieder gemachte Vorwurf, irgendwo muss der Strom ja herkommen, wir seien gegen alles, wurde mehrfach vom LBV mit Gegenvorschlägen beantwortet. Z.B.: 1. Jeder Flug bei Nacht offenbart den Irrsinn der Lichtverschmutzung. Eine Reduzierung dieser Nachtbeleuchtung um 50% würde nachweislich die Abschaltung fast aller Kernkraftwerke ermöglichen. 2. Der im Sommer von den privaten und gewerblichen Photovoltaik-Anlagen erzeugte Stromüberschuss verpufft ungenutzt bzw. wird in Ausland verschenkt. Die staatliche Förderung der Energiespeicherung wird sträflich vernachlässigt. usw. usw. Statt mit brutaler Gewalt ein Naturkleinod an der Eisenbreche im Ostrachtal mit einer Wasserkraftanlage zu zerstören, sollte es doch möglich sein, bei den vorhandenen Wasserkraftanlagen die unwirtschaftlichen, teils antiqierten, Turbinen mit leistungsfähigen Geräten aufzurüsten. Nichts mit Energiegewinnung hat die behördliche positive Behandlung des Problems Skiverbund Riedberger Horn zu tun. Mit welch fadenscheinigen Begründungen hier versucht wird, das Projekt durchzupeitschen, kann nur mit Kopfshütteln registriert werden. Bleibt nur noch abzuwarten, mit welchen Argumenten und Tricks die geplante Wakeboardanlage im Landschaftsschutzgebiet Forggensee die doch eigentlich vorhandenen Schutzregelungen und Gesetze überspringen wird. Aber immerhin sprachen sich bei der vom Bund Naturschutz und LBV initiierten Unterschriftenaktion über 1000 Bürger gegen den Bau dieser Monsteranlage aus.

Peter Griegel

 

 

 

 

Angriff der Behörden auf die Natur
 

Der Waldkauz im Wintergewitter

Der Vogel des Jahres 2017.  Bei angesagtem Schneefall und kräftigen Wind begab ich mich ohne jede Hoffnung zu der Sonderführung "Waldkauz" am Alatsee. Bedingungen, die eigentlich nur garantieren, seinen Balzgesang nicht zu hören. Verwunderlich schon, dass bei diesen Verhältnissen immerhin 14 Neugierige sich aus der warmen Wohnung wagten. Und dann die Überraschung. Zu meiner großen Freude war der Ruf des Nachtjägers mehrfach über den See, vom Salober kommend, deutlich zu hören. Auch wenn die Führung wegen des einsetzenden Wintergewitters nach 45 min. abgebrochen werden mußte, waren offensichtlich alle Besucher mit dem Resultat voll zufrieden.

Peter Griegel, 28. Febr. 2017

 

 

 

 

Schwarzspecht am Schwarzenberg

Im Mischwald von Fichten und Buchenbeständen, am Schwarzenberg in Füssen, auf einer Höhe von 1250 m, fühlt sich der Schwarzspecht offensichtlich sehr wohl. Hier findet er nicht nur Altholzbestände mit reichlichem Futterangebot von Puppen und Raupen von Schädlingen, sondern auch zur Aufzucht seiner Jungen, Larven und Puppen von Ameisen. Den krähengroßen Specht mit schwarzem Rock und mit dem roten Scheitelkäppchen des Männchens, welchen ich am Schwarzenberg nach seinem markanten melancholisch wirkenden kliööö Ruf schließlich an seiner Bruthöhle entdeckt habe, war für mich diesmal schon etwas Besonderes.                    Als ich die Bruthöhle zum ersten mal sah, waren die Jungen schon sehr groß und schauten, nach Futter bettelnd, mit rotem Scheitel aus dem Höhleneingang. Im Wechsel von 40 Minuten kamen abwechselnd ihre Eltern, Männchen und Weichen, mit Ameisen Larven herangeflogen. Ich konnte gut an der hornfarbenen Schnabelspitze erkennen, wie diese in die sperrweit offenen Schnäbel der Jungspechte mit der Zunge herein geschoben    wurden.                                                                                                                                  Die Zunge des Schwarzspechtes ist mit kleinen Widerhaken versehen, woran sich die Ameisen und Larven festhalten und diese somit zur Bruthöhle gebracht werden können. Das Männchen kam stets mit einem klückklückklück angemeldet zur Bruthöhle, darauf ich mich gutgetarnt auf eine bevorstehende Aufnahme einstellen konnte. Als ich am darauffolgenden Tag nochmals nachsehen wollte, es war der 18. Mai, da waren die Jungen bereits flügge und hatten die Höhle verlassen. Nach meiner Erfahrung werden die Jungen bald aus dem elterlichen Revier vertrieben und streichen dann oft sehr weit umher, während die Alten bedeutend standorttreuer sind. Auf der Suche nach dem Weißrückenspecht werde ich demnächst berichten.             Bld und Text Richard Wismarh

LBV Bezirksversammlung 29.4.2017

Bei der Versammlung hatten die der Bezirksgeschäftsstelle angeschlossenen Kreisgruppen die Möglichkeit. die Schwerpunkte ihrer Arbeiten im vergangenen Jahr vorzutragen. Interessant erschien mir da vor allem die Kartierung von der in ihrem Bestand so bedrohten Mehl- und Rauchschwalben. Beachtenswert erschien mir auch die professionelle Mitgliederwerbung der Kreisgruppe Augsburg, ergab sie doch fast eine Verdoppelung der Mitgliederzahl. Ein mir wichtig erscheinendes Thema war die von unseren Vorsitzenden Dr. Norbert Schäffer in seinem Vortrag gewünschte Diskussion über eine griffige Verkürzung unseres Verbandsnamens. Zur Erinnerung, der komplette Verbandsname lautet: Landesbund für Vogelschutz-Verband für Arten-und Biotopschutz. Die auf Publikationen und allgemein nun verwendete Reduzierung auf "Landesbund für Vogelschutz"  wird von mir schon länger bemängelt. Ist doch ein akzeptabler Vogelschutz ohne Biotopschutz nicht praktikabel. Das Kürzel LBV ist so bekannt, dass wir uns es ruhig trauen sollten:                              LBV                                                                                                                                        Landesverband für Vogelschutz-Verband für Arten-und Biotopschutz  (dies in kleinerer Schrift)                Peter Griegel                                        

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Uhu in Freiheit,aber wo soll er hin?

Für alle ca. 20 Personen war es am 21.Mai 2017 emotional eine sehr große Freude, das vor 4 Jahren bei Ottobeuren verunglückte Uhu-Weibchen, nach der sorgfältigen Behandlung in der Pflegestation Seeg, in die Freiheit zu entlassen. Das in Zusammenarbeit mit dem Bayerischen Staatsforst ausgewählte und sehr abgelegene Waldgebiet sollte eigentlich der doch sehr anspruchsvollen Großeule eine reelle Überlebenschance bieten. Trotzdem erfüllen mich die Probleme mit wachsendem Verkehrsaufkommen und die ausufernden Freizeitaktivitäten mit größter Sorge. Aktuelles Beispiel; der Klettergarten in Unterpinswang. Das Gelände befindet sich auf dem nahen Tiroler Staatsgebiet, das Grundstück befindet sich im Besitz der Stadt Füssen. Auch dieses Jahr begann dort wieder der Wanderfalke vergeblich sein Brutgeschäft, ein Uhu-Paar verliess nach kurzer Zeit die Felsenwand. Der vom Tourismusverband Reutte betriebene Klettergarten gibt den Vögeln zur Vermehrung einfach keine Chance. Wer meint, die zuständigen Genehmigungsbehörden und Institutionen würden hier regelnd eingreifen, sieht sich getäuscht. Selbst auf Landesebene beantwortet man meine Eingaben mit Schweigen, weg ducken, oder "kein Handlungsbedarf". Daran, wie sich das im Gespräch befindende Projekt "Seilbahn Füssen-Schloß Neuschwanstein", mitten durch mehrere Landschaftsschutzgebiete, auswirkt, mag man garnicht ausdenken. Ich erlaube mir deshalb die ironische Frage; wieso vernetzt man nicht gleich die bayerischen Sehenswürdigkeiten mit einen stoiberschen 10-min Transrapid? Besorgniserregend, wie unsensibel mit unserer noch so schönen Natur umgegangen wird. Das nun ausgewilderte Uhu-Weibchen befindet sich in fortpflanzungsfähigem Alter. Es ist also davon auszugehen, dass der Vogel bei der Partnersuche sein momentan sicheres Revier verlässt. Viel Glück dabei. Peter Griegel

 

 

 

 

 

 

Gerichtsverfahren geht in die nächste Runde

Windkraft in Ruderatshofen-Entscheidende Phase

Der Streit um Windkraftanlagen(WKA) auf dem Riedel, oberhalb von Apfeltrang, (Gem. Ruderatshofen) geht in die entscheidende Phase. Mindestens 10 WKA von drei verschiedenen Investoren sind zwischen Ruderatshofen und Oberbeuren geplant. Das Gebiet bietet ein fast barriefreies Gelände (drei kleine Funktürme, eine Hochspannungsleitung) für Brut- und Zugvögel. Umfangreiche Arten von Bienenfresser bis Rotdrossel, Kranich und Waldschnepfe ziehen hier im Frühling und Herbst durch. Seltenheiten wie Baumfalke, Wespenbussard und Habicht brüten auf dem Riedel, letztere oft neben dem Schwarzstorch, der seit Jahren die Ruhe genoss. und das breite Nahrungsangebot schätzte. Kein Wunder, dass im Frühjahr 2015 sich ein zweites Storchenpaar klammheimlich auf dem Riedel ansiedelte. Ein großes Ereignis für Vogelkundler, das leider Berufsgutachter während ihres Schwarzstorch Monitoring übersahen.

Colin MacKenzie

 

 

 

Riedberger Horn

 

Liebe Naturfreunde! Ergänzend zu dem Beitrag unter "Aktuelles" folgend der neueste Stand: Lt. Allg. Zeitung bezeichnete Ministerpräsident Seehofer die Skischaukel am Riedberger Horn als"berechtigtes Anliegen". Um das Allgäu als wirtschaftlichen Top-Standort zu erhalten, sei die umstrittene Skischaukel nötig, sagte er bei seiner Rede auf der Allg. Festwoche."Das Thema hat mich überzeugt, weil ich schon ein Anhänger der politischen Theorie bin, wenn eine Bevölkerung aus einer Region ein Anliegen hat, dann achte ich auf ein solches".Die Skischaukel sei ein"berechtigtes Anliegen, das wir auch mit den Anforderungen an die Naturräume in Einklang bringen können.                                                                                                                                    Zu dieser Aussage veröffentlicht der LBV folgende Pressemitteilung: Allgäuer protestieren massenhaft gegen Alpenplanänderung --- Hilpoldstein, 14.08.2017-"Hände weg vom Alpenplan", so schallte es Ministerpräsident Horst Seehofer von rund 1.000 Allgäuer Freunden des Riedberger Horns lautstark entgegen. Anlässlich der Eröffnung der Allgäuer Festwoche in Kempten hat der frisch gegründete Freundeskreis Riedberger Horn den Ministerpräsidenten erfolgreich um ein kurzes Gespräch gebeten. Der LBV unterstützt die Aktivitäten des Freundeskreises zum Erhalt des Riedberger Horns. Dabei übergab ihm der Sprecher des Freundeskreises, der Kemptener Martin Simon, eine großformatige Zeitunganzeige, in der sich innerhalb einer Woche über 1500 Algäuer Bürger namentlich eingetragen hatten, um gegen die geplante Alpenplanänderung zu protestieren. Horst Seehofer  nahm sich die Zeit, die Sorgen der Demontranten anzuhören und sicherte zu, dass er Vertreter des Allgäuer Freundeskreises noch vor der Landesentscheidung im Herbst in der Staatskanzlei empfangen werde. "Unser Protest ist friedlich, sehr kreativ und vor allem stimmgewaltig verlaufen",so das durchwegs positive Resumee von Martin Simon.Dass derart viele Allgäuer, trotz teilweise strömenden Regens über eineinhalb Stunden ausgeharrt haben, zeige, so Simon weiter, wie wichtig den Menschen vor Ort der Schutz ihrer Heimat ist. Simon zeigte sich optimistisch, dass die Alpenplan Änderung und damit auch die Skischaukel noch verhindert werden könnte. Zudem kündigte er bereits die nächsten Aktionen des Freundeskreises an. Geplant ist u.a. für den Herbst eine Bergmesse am Riedberger Horn sowie eine Podiumsdiskussion mit den Kandidaten der Parteien für die Landtagswahl 2018.                            Peter Griegel, 15. August 2017 (Unterstützer Freundeskreis)

Aktueller Stand 27. Nov. 2018                                                                                                                    Lt. Meldung in der Augsburger Allg. hat der LBV die Klage gegen die Änderung des Alpenplanes zurück genommen, bzw. lässt diese ruhen. Begründet wird dies damit, dass in den Koalitionsverhandlungen die Rücknahme der Änderung beschlossen wurde.Ich kann eine explizite Rücknahme in dem Vertrag nicht entdecken. Ich werde nun das Gebiet genau beobachten. Speziell, ob der Schneeteich gebaut wird und wie mit der geplanten Verdoppelung der Liftkapazität umgegangen wird. Diese Verdoppelung ist meiner Meinung nach nur mit einer Pistenausbreitung in das Birkhuhn Balzgebiet möglich.  

                                                                                                                             Peter Griegel

 

 

"Sattlers Buckl",Teilerfolg vor Verwaltungsgericht für Gegner von Windkraftanlage

Mitteilung der Kreisgruppe Ostallgäu/Kaufbeuren, Landesbund für Vogelschutz e.V.                                    Mit dem Urteil des Verwaltungsgerichtes Augsburg vom 11.10.2017 zu den genehmigten Windkraftanlagen auf dem Riedel, zwischen Ruderatshofen und Apfeltrang, wird der dortige Artenschwund aufgehalten, jedoch nicht verbannt. Der LBV braucht weiterhin ihre Unterstützung, um diese einmalige Idylle für kommende Generationen zu retten.                                                                       Vorab bedanken wir uns bei den vielen Spendern und Gönnern, die uns nach Einreichung der Klage unterstützen. Insbesondere möchten wir die großzügige Spende der ILKA-Initiative Landesbund Kemptener Wald und Allgäu e.V., sowie ihren Beistand zum Infoabend im März 2017 in Ruderatshofen, hervorheben. Hut ab! Andere anerkannten Naturschutzvereine haben noch die Möglichkeit, dem LBV in den nächsten Gerichtsrunden beizustehen, da der Windpark-Betreiber offensichtlich in Berufung geht. Die Auseinadersetzung zum Erhalt der Artenvielfalt nehmen zu; Sattlers Buckel, Eisenbreche und Riedberger Horn sind nur Vorboten.                                                                                                                                                 Der Vorstand LBV Kreisgruppe Ostallgäu/Kaufbeuren

Kommentar von Leo Hiemer:

Seit langem engagiere ich mich vor Ort gegen Windradprojekte auf dem Höhenrücken"Auf Sattlers Buckl" zwischen Kaufbeuren und Ruderatshofen. Ende des Jahres 2016 genehmigte das Landratsamt überraschend 2 Anlagen, eine dritte Genehmigung folgte im Mai 2017. Im Februar habe ich mit dem Ostallgäuer Naturexperten Dr. Christoph Greifenhagen und dem Vogel- und Schwarzstorchexperten Colin MacKenzie von der Kreisgruppe Ostallgäu/Kaufbeuren zusammen getan und eine Informations- veranstaltung in Ruderatshofen durchgeführt. Eine von der Bevölkerung des unmittelbar betroffenen Dorfes Apfeltrang initiierte Unterschriftensammlung erbrachte über 500 Unterschriften, die die Bürger der Landrätin des Ostallgäus-unter Ausschluss der Öffentlichkeit-überreichten.Der Landtagsabgeord- nete Pohl regte daraufhin eine Petition an den Bayerischen Landtag an, die von weit über 2000 Menschen per Unterschrift unterstütz wurde. Gegen die drei Genehmigungen reichte die Gemeinde Ruderatshofen und der Landesbund für Vogelschutz Klage beim Verwaltungsgericht Augsburg ein. Die Betreiberfirma Modwind klagte gleichfalls gegen die vom Landratsamt erlassene Genehmigung. Am 27.September gründeten wir in Apfeltrang auf Initiative des Landtagsabgeordneten Pohl den Verein"Apfeltrang-Windradfrei e.V.", in dessen Vorstand ich mitarbeite.                                                    Heute, am 11. Oktober, wurde vor dem Verwaltungsgericht verhandelt. Und zum Erstaunen Vieler hob das Gericht die drei Baugenehmigungen auf. Die Kammer vertrat die Ansicht, dass die Anlagen nicht genehmigungsfähig gewesen seien, da sie technisch von den ursprünglich beantragten Windrädern stark abwichen. Hintergrund: der vor dem Stichtag im Jahr vorgelegte Antrag bezog sich auf ein Windradmodell, das seit 2016 nicht mehr lieferbar ist. Stattdessen wurde die Genehmigung für ein anderes Windrad beantragt, das zwar dieselbe Anlagenhöhe von 200 m aufweist, dessen Rotordurchmesser ab um 18 m größer ist, wodurch 32 % mehr Fläche überstrichen wird und in der Folge mit ca. 20 % mehr Schattenwurf zu rechnen ist. Auch liegt dadurch die Leistung mit 3,4 MW gegenüber den ursprünglichen 3 MW deutlich höher.                                                                                 Das Verwaltungsgericht sprach von einer juristisch engen Entscheidung. Die Berufung beim Verwaltungsgerichtshof in München ließ es zu, da es sich um eine Frage grundsätzlicher Bedeutung handele. Sollte die Betreiberfirma Modwind gegen das Urteil Berufung einlegen und der Verwaltungsgerichtshof die Baugenehmigungen wieder in Kraft setzen, müsste ggf. in einen bis eineinhalb Jahren noch einmal in Augsburg verhandelt werden-dann jedoch über die Klagen des Landesbundes für Vogelschutz, die bis dahin ruhen.                                                                               Fazit: Erstmal passiert nichts auf "Sattlers Buckl". Mindestens ein Aufschub ist erreicht.                       Leo Hiemer

 

 

Windräder auf Sattlers Buckl?

Copyright: Colin MacKenzie

SPENDENAUFRUF

Wie bereits in der Presse berichtet, hat der LBV eine formelle Klage gegen das Landratsamt Ostallgäu, wegen der Genehmigung von 2 Windrädern auf Sattlers Buckl, eingereicht. Nach Akteneinsicht wird unser Rechtsanwalt bis 10. Mai 2017 eine begründete Klage dem Verwaltungsgericht zustellen. Damit fallen die ersten Kosten an, welche die Kreisgruppe Ostallgäu/Kaufbeuren zu tragen hat. Wir bitten alle Naturfreunde und Kenner dieser Paradiese, sowie unmittelbare Nachbarn und empörte Bürger, die Sattlers Buckl frei von Windrädern halten wollen, um eine zweckgebundene Spende auf folgendes Konto.

Landesbund für Vogelschutz e. V. , IBAN DE32 7346 0046 0008 9764 49 , Verwendungszweck: Spende Klage Windräder.

Es grüßt und bedankt sich. Der Vorstand

 

 

Ehrenamtsmesse Kaufbeuren

 

Vielleicht hat der ein oder andere uns gesehen oder sogar unseren Stand besucht - wir waren auf der Ehrenamtsmesse in Kaufbeuren!
Vielen Dank an die Agentur Knotenpunkt fürs Organisieren der Veranstaltung und natürlich auch an die, trotz des Wetters zahlreich erschienenen Besucher und Interessierten. 

Der Winter ist für uns Naturschützer immer ein bisschen ruhiger, daher wird es dieses Jahr keine Mitmachaktionen mehr geben. Aber wir starten im neuen Jahr natürlich wieder durch!
Wer Lust hat, sich unsere Arbeit mal genauer anzuschauen und mal in die Naturschutzarbeit "reinschnuppern" möchte, kann sich gerne jederzeit unverbindlich melden bei theresa.rauneker@lbv.de.

 

 

 

 

 

 

Eindrucksvolle Naturbeobachtung am Lechsee bei Prem

"Die hohe Balz eines Mittelsäger Männchens"

Es ist kaum zu fassen, mit welchen Kapriolen sich gegenwärtig ein  prächtig aussehendes Mittelsäger Männchen um ein Gänsesäger Weibchen bewirbt. In stundenlangen Beobachtungen musste ich immer wieder festellen, wie das begehrte Weibchen mit hochgerecktem Kopf und weitgeöffneten Schnabel umworben wird. Dazu kommen zahlreiche Verbeugungen mit gefächertem Schwanz und sehr eifrige Tauchübungen. Obwohl der Mittelsäger hier in unseren Gefilden nicht brütet und nur als Wintergast zu beobachten ist, fängt die Balz jetzt schon im Monat März an unseren Gewässern an. Das Brutvorkommen liegt dann in küstennahen Gebieten der Ostsee. In den letzten Jahren kommt es immer wieder vor, dass an unseren eisfreien Gewässern ein Mittelsäger sich in Gesellschaft seiner Artverwandten, des Gänsesägers befindet und vereint mit ihnen auf Nahrungssuche geht.

Richard Wismath

Die Paarbildung beim Schneehuhn

Copyright R. Wismath

von Richard Wismath                                                                Bald, nachdem die letzten Skifahrer jahreszeitlich Ende März von den Pisten verschwunden sind, beginnt beim Schneehuhn die Balz, welche Ihren Höhepunkt Mitte Mai erreicht. Die Wintergesellschaften zwischen 8-10 Exemplaren haben sich zu dieser Zeit gelöst und es beginnt die Paarbildung. Bei der Bodenbalz lässt der Hahn ein knarrendes "ärr" hören, welches lautstark durch das Kar erhallt. Im Balzflug, der ersten Phase der Liebeswerbung, lässt der Hahn ein bellendes ou-a-a-a hören, das im Landeflug in ein tonloses hölzernes Knarren übergeht. Nach der Landung folgt ein langsameres, weicheres, dumpfes "quar-quar-quar. Anschließend stolziert der Haha auf die Henne hinzu, umwirbt sie mit gesträubtem Gefieder und ständigen Kopfnicken, wo sich die leuchtend roten "Rosen" voll entfalten. Mit dieser Präsentation kommt der Hahn meist zum Erfolg.

Besondere Eigenschaften des Alpenschneehuhns                                                                               Wenn starker Frost ist und Stürme über ihren Lebensraum brausen, so hat das Schneehuhn, welches gern in Gesellschaft seiner Artgenossen lebt, eine besondere Eigenschaft vorzuweisen. Es scharrt sich mit seinen Füßen eine Schlafhöhle in den Schnee, die bis zu 40 cm tief und 1,5m. lang sein kann.So ist Schutz geboten  gegen die Unbilden der Witterung und den natürlichen Feinden wie Fuchs und Steinadler. Schließlich noch ein paar Worte über die Mauser des Gefieders. Bemerkenswert ist, dass sich der Gefiederwechsel ganz an die gegebenen Temperaturschwankungen hält. So beginnt die Herbstmauser bei mittleren Temperaturen zwischen 3°C und 8°C und endet bei 2°C und 8°C lt.Literaturangaben. Je rascher sich die Temperaturschwankungen von der positiven zur negativen Seite verschieben und je schneller das Temperaturmittel fällt, umso rascher verläuft die Herbstmauser. Die Hauptmauser beginnt bei einem Temperaturmittel von ungefähr 2°C.Je rascher 0° erreicht werden, umso rascher entwickelt sich das weiße Winterkleid.

Riedberger Horn - Attacke der Allg. Zeitung contra LBV

Eigentlich war ich ja bisher von einer neutralen Berichterstattung der Allg. Zeitung überzeugt. Unserem sog. Heimatminister Söder hatte ich ja eine laienhafte Denkweise zugeschrieben. Diese Formulierung wurde sogar als Schlagzeile übernommen. Außerdem hatte ich ihm vorgeschlagen, nach der Änderung des Alpenplanes, und des Tausches der Schutzzonen, mit den Rauhfuhühnern zu reden, sie mögen doch bitte auf einen anderen Berg fliegen. Dies wurde zumindest nicht dementiert. Und nun dies: Der Bau des Liftverbundes wird, durch die Beschädigung des über Jahrzente hochgepäppelten Schutzwaldes, zumindest eine Schädigung des labilen Flyschgeländes verursachen. Der kürzlich erfolgte Murenabgang im Riedberggebiet wurde nun vom LBV versehentlich nicht mit"nahe" sondern"am" Riedberg beschrieben. Dies wurde nun vom AZ-Redaktuer M. Munkler zu einer Attacke gegen den LBV genutzt. Nur eine Wortklauberei? Mit Worten wie Eigentor und unwahre Schlagzeilen. Erstaunlich zudem, dass dieser Artikel von ihm selbst noch kommentiert wurde. Positiv: meine Beschwerde wurde heute ohne Zensur als Leserbrief veröffentlicht. Abschliessend eine kleine Erläuterung zu Flysch: Flysch kann kaum als Gestein bezeichnet werden.Es handelt sich hier um ein extrem labiles Erosionssediment. Simpel ausgedrückt; gepresster Dreck. Wie problematisch dieser Untergrund ist, zeigt sich, neben dem beschriebenen Murenabgang, an den enormen Kosten, welche der Riedbergpass jährlich verursacht.

Peter Griegel

Füssen 8.Febr, 2018

 

 

 

 

Storchenglück zum Fest ?

Auch wenn die Überwinterung von Weißstörchen in Deutschland nichts außergewöhnliches mehr ist, konnte ich noch nie im Füssener Land, bei solch winterlichen Verhältnissen, eine solche Ansammlung dieser Vögel beobachten. Auf der Kirche " St. Nikolaus" in Pfronten hatten sich immerhin 7 Tiere nieder gelassen. Auch die von mir befragten Nachbarn konnten sich nicht erinnern, jemals eine solche Anzahl dieser Glücksbringer auf dem Dach der Kirche gesehen zu haben. Vermutlich muss man sich um die Vögel keine Sorgen machen. Statt auf Nahrungssuche waren sie noch 9,30 Uhr mit dösen und Gefiederpflege beschäftigt. Bei meiner Erkundung konnte ich feststellen, dass im Pfrontener Gebiet fast alle Gewässer noch offen sind. Der angekündigte Temperaturanstieg wird ein Übriges tun.

Peter Griegel, 19.12.2017

"Sagenhaftes" Gillenmoos

Mit der Hilfe von großzügigen Spenden und den Mitgliedsbeiträgen der Kreisgruppenmitglieder ist es auch vergangenes Jahr gelungen, durch weiteren Zukauf von Grundstücken im Gillenmoos den LBV-Grundbesitz auf dort beachtliche 8,27 ha zu erweitern. Dies ist wichtig, um durch die Verfügbarkeit die umfangreiche Renaturierung zu ermöglichen. Durch viele Arbeitseinsätze der Kreisgruppe und enorme fachliche und praktische Hilfe des Landschaftspflegeverbandes LPV Ostallgäu konnte sich dieses hochwertige Moor sehr erfreulich nicht nur erhalten, sondern auch weiter entwickeln. Sind doch in diesem Naturjuwel Flora und Fauna mit einer beachtlichen Zahl der auf der Roten Liste befindlichen Arten vertreten. Für alle Romantiker bietet das Moor zusätzlich eine Portion Mystik. Will man sich ein wenig den früheren Zeiten öffnen, kommt man nicht an dem Schloßbühl (ehem. Burganlage) "3 Fräulein im Gillenmoos" vorbei. Sie gehörten zu den Saligen, sog. Salkweiber, weiß gekleidete, menschenscheue und hilfsbereite Geschöpfe. Sie verabscheuten Lärm. Als ein junger Bauer zu viel Lärm machte, küssten und liebkosten sie ihn so lang, bis er seelenlos auf der Erde lag. Von den Saligen "3 Fräulein im Gillenmoos" wird ein schauerliches Ende berichtet. In der Burg beim Gillenmoos hielt ein grausamer Raubritter die Mädchen als Geiseln. Nachdem sie zu lieblichen Jungfrauen heran gewachsen waren, wollte der Ritter sie mit üblen Kumpanen verkuppeln. Die Mädchen widersetzten sich diesem Ansinnen und wurden von den Bluthunden des Ritters in Stücke zerrissen. Nur braven und sittsamen Kindern zeigen sich die 3 Jungfrauen nun bisweilen.

Peter Griegel, Dez. 2017

Riedberger Horn aktuell, Stand April 2018

Liebe Naturfreunde! Als Bearbeiter unserer Homepage erlaube ich mir hier zu den momentanen Stand einen persönlichen Kommentar.

In der Presse, auch in unseren Publikationen, erkenne ich eine gewisse Euphorie über die Entscheidung, die geplante Skischaukel zurück zu stellen. Ich kenne die Örtlichkeit ziemlich genau und kann mich deshalb dieser Euphorie  überhaupt nicht anschliessen. Begründung: Als Ersatz für die Skischaukel ist eine großzügige Ertüchtigung der vorhanden Liftanlage vorgesehen. Das heisst Verlängerung Richtung Gipfel plus Kapazitätsausweitung mit sogenannten Fünfersesseln. Eine Verbreiterung der Pisten wäre die logische Folge. Dies ist nur in Richtung Balz-Arena der Rauhfusshühner möglich. Der zusätzlich geplante Teich für die künstliche Beschneiung ist bei dem vor Ort bestehenden labilen Flyschgelände ein nicht zu verantwortendes geologisches Risiko. Oberste Zielsetzung sollte bleiben; Känzelung des Landtagsbeschlusses "Änderung Alpenplan"

Peter Griegel

P.S. Ausführliche Berichterstattung der letzten Jahre siehe Startseite

 

 

 

Gelbbauchunken Exkursion

Copyright: Andreas Hartl. LBV Archiv
Copyright: Andreas Hartl. LBV Archiv

Am Donnerstag den 14. Juni 2018 startete eine Amphibien-Excursion zu den Gelbbauchunken nahe der Hammerschmiede Pforzen.

Bei einer Vorab-Begehung hatte ich aufgrund der trockenen Witterung nur ein einziges Exemplar der Gelbbauchunke gefunden. Nun hatte es in dr Nacht zuvor geregnet und ich befürchtete, man sieht nichts. Die Kleingewässer, welche die Gelbbauchunke braucht, wären durch den Regen noch viel zu trüb.

Aber wir hatten großes Glück und konnten über 30 Gelbbauchunken sehen, davon 3 Pärchen in der charakteristischen Klammerstellung. Außerdm fanden wir ein paar Kaulquappen und viel frischabgelegten Laich.

Die Gelbbauchunke laicht von Mai bis August in Abhängigkeit von der Witterung. Sie benötigt dazu Kleinstgewässer wie Wagenspuren, die frei von Fressfeinden wie Fischen, Gelbbrandkäfer- oder Libellenlarven sind. Die Entwicklung der Kaulquappen erfolgt dann relativ rasch, bevor diese temporären Gewässer wieder austrocknen. Der Regenguss hatte offensichtlich die Gelbbauchunken zur Paarung und Laichablage stimuliert.

An der Hammerschmiede gibt es eine kleine, stabile Populatiun dieser seltenen und stark gefährdeten Lurchart. Und ich möchte mich im Namen des Naturschutzes bei den Betreibern der Lehmgrube herzlich bedanken. Bei ihnen sind die Gelbbauchunken in guten Händen, denn sie pflegen diese Tierart indem sie immer wieder neue Biotope für diese schaffen und aufkommende Vegetation geziehlt wieder entfernen.                                                          Herbert Gottstein

Flötenspiel "Der Pirol"

Copyright : Colin MacKenzie
Copyright : Colin MacKenzie

Auch wenn der erhoffte Flötengesang didlioh des knallgelben "Paradiesvogels" Pirol ausblieb, alle Teilnehmer dieser schönen Wanderung an der Wertach waren von der fast tropischen Flußlandschaft fasziniert. Trotz der eigentlich für Vogelbeobachtungen ungünstigen Mittagszeit und der fortgeschrittenen Jahreszeit wartete der  Auwald mit einem beeindruckenden Vogelkonzert auf. Aus dichtem Gehölz konnten Rot- und Schwarzmilan bei der Nahrungssuche beobachtet werden. Dabei ist festzustellen, dass diese Beutegreifer mit ihrer Anzahl  und Dominanz offensichtlich eine Wachablösung zu Lasten des Mäusebussard durchsetzen. Schön, wie die Botaniker unter den Teilnehmern, ihr Wissen bei dieser vorhandenen Vielfalt an die anderen Naturfreunde weiter gaben. Und für die Schmetterlingsfreunde ließen sich extra zwei Exemplare des Kleinen Eisvogel, Limentis camilla Linnè, blicken. Siehe Bild. Es bleibt zu hoffen, dass diese beruhigende Exkursion im kommenden Jahr eine Wiederholung erfährt. Danke dem Organisator Colin MacKenzie.

Peter Griegel 7.7.18

 

 

Seltene Gäste aus Vorpommern

Mitte September 2018 erhielt ich einen Hinweis über eine unbestimmte Entenspezies am Bachtelsee. Ich habe 2018 wenig Zeit am See verbracht und konnte deshalb, trotz guter Beschreibung, keine Lösung anbieten. Auf alle Fälle wollte ich, in der Annahme Enten bleiben während der Mauserzeit standorttreu, dort hinfahren.

Am Frühabend des 19 September stand ich mit Bruno Elischer auf der Heubrücke. Rechts in der Schilfbucht dösten zwei schwarze Enten mit eingezogenen Kopf auf einem Baumstamm, während eine Dritte Wache hielt. Für fehlfarbene Stockenten kamen sie uns viel zu groß vor. Und drei Fehlfarbene mit dem gleichen Gefieder wären ohnehin unwahrscheinlich. Wir pirschten uns heran und fotografierten diese. Je näher wir an sie herankamen, desto intensiver schauten sie uns zu, jedoch ohne unruhig zu werden. Spätestens dann hätte es uns einfallen müssen, dass wir soeben Hausenten fotografierten.

Stattdessen schickte ich dieses Bild der ,Exoten`an einige fachkundige Kollegen mit der Bitte um Beihilfe. Die Antwort kam prompt:"Ich glaube, dass es eher keine Exoten sind, sondern Pommernenten, also eine sehr alte, wunderschöne Hausentenrassrasse"

Wikipedia dazu: Die Pommernente stammt ihrem Namen nach aus Vorpommern. Da dieses Gebiet bis 1815 zu Schweden gehörte, wird die Rasse auch als Schwedenente bezeichnet Sie wurde damals aus einem schweren Landentenschlag gezüchtet. Ziel der Züchter war es, eine mittelschwere Ente mit guten Wachstumseigenschaften, hoher Legeleistung und hervorragender Fleischqualität zu erhalten. Heute jedoch gehört die Pommernente mit einem Bestand von circa 100 Tieren in Deutschland zu einer akut gefährdeten Rasse und wird auf der Liste der Gesellschaft zur Erhaltung alter und gefährdeter Haustierrassen geführt. Seit etwa 1920 werden Pommernenten auch in der Schweiz gezüchtet. Die Bestände sind aber auch dort noch immer klein, wenn auch leicht steigend.

Besten Dank an Frau Schöne und Dr. Jürgen Knee für die hilfreichen Hinweise.

Colin MacKenzie

 

 

 

Unsere " Grünen Engel"

Eine besondere Ehrung erhielten zwei Mitglieder unserer Kreisgruppe aus den Händen der bayer. Umweltministerin überreicht. Ausgezeichnet wurden sie mit dem sog. Grünen Engel.                               Colin MacKenzies Begeisterung für die Ornithologie reicht bis ins Kindesalter zurück und findet seit vielen Jahren eine aktive Fortsetzung im Engagement in der Kreisgruppe Kaufbeuren-Ostallgäu des Landesbund für Vogelschutz (LBV). Neben seiner Funktion als Schriftführer beim LBV brachte und bringt er sich ehrenamtlich beim Artenhilfsprogram Steinadler und der Arbeitsgruppe Schwarzstorch Allgäu ein. Darüber hinaus beteiligte er sich bei der Rotmilan-Kartierung des Dachverbandes Deutscher Avifaunasten. Mit großem Zeitaufwand unterstützt er die Untere Naturschutzbehörde Ostallgäu. Bei der Ausübung dieser Tätigkeit hat er einige bisher unbekannte Schwarzstorchreviere entdeckt.

Fritz Ebelt hat sich als Naturschutzwächter vor Ort, im Gespräch mit der Bevölkerung, und ebenfalls in den verschiedenen Bereichen des Natur- und Artenschutzes, sehr engagiert.  Im südlichen Landkreis Ostallgäu ist er als Biberberater tätig. Kompetent und behutsam vermittelt er bei Interessenkonflikten zwischen Mensch und Tier. In mehreren Fortbildungen für Waldameisen- und Fledermausschutz hat er sich zusätzliche Qualifikationen erworben. Deshalb hat ihn das Bayerische Landesamt für Umweltschutz zum Fledermausbeauftragten bestellt. Bisher prüft er bereits auf Veranlassung der Unteren Naturschutzbehörde ob bei geplanten Gebäudeabbrüchen Fledermaushabitate betroffen sind.

Peter Griegel 21. Nov. 2017

 

 

 

 

 

Herbstvogelzug 2017 im Füssener Land

Copyright:Richard Wismath
Copyright:Richard Wismath
Sandregenpfeifer-Zwergstrandläufer(Peter Griegel)
Sandregenpfeifer-Zwergstrandläufer(Peter Griegel)

Jetzt, Ende September- Anfang Oktober, möchte man nur in der Natur, speziell an den Seen im Füssener Land unterwegs sein. Genannt sollten dabei unbedingt die ganz überraschend abgelassenen Sameister Seen zwischen Roßhaupten und Lechbruck sein. Jeden Tag kann man z.B neu die verschiedensten Limikolen bei Ihrer Zwischenlandung beobachten. Und dies in zum Teil beachtlicher Größenordnung. Als Beispiel sei hier nur meine gestrige Beobachtung von immerhin 27 Alpenstrandläufern und mehreren Zwergstrandläufern genannt. Bei ihren  beeindruckenden Flugspielen konnte man minutenlang ihre hektischen und rasanten Richtungswechsel beobachten. Begleitet wurden sie dabei zu meiner Überraschung von einem Sandregenpfeifer, siehe Bild. Auf ihren Flug in ihr Winterquartier, bis teilweise nach Südafrika, vergesellschaften sie sich. Die Vergesellschaftung der Zwergstrandlaüfer mit dem Regenpfeifer ist dabei wegen der ähnlichen Göße von großer Hilfe bei der Bestimmung der Art. Der Zwergstrandläufer ist Europas kleinster Strandläufer, brütet in der Tundra, der Arktis und Subarktis und muss als sukzessiver Bigamist bezeichnet werden. Von Treue keine Spur. Das geht soweit, dass "sie" nach der Eiablage das Männchen die Eier ausbrüten lässt und sich unverzüglich mit einem anderen Männchen für die nächste Brut paart.                Peter Griegel

Am Halblechdelta-Führung 20.August 2017

Trotz voran gegangenem Starkregen konnte Peter Griegel 13 neugierige Besucher begrüßen. Die Schlickflächen, notwendig für die erhofften Limikolen, fehlten wegen des nun wieder hohen Wasserstandes zwar, aber trotzdem konnten einige doch sehr schöne Beobachtungen gemacht werden. So hat sich der so lange vermisste Eisvogel gleich doppelt sehen lassen. Das Singschwan Paar war, neben Löffelenten, vor allem für die Photo-Fans ein willkommenes Motiv. Für die Spezialisten gab es Arbeit bei der genauen Unterscheidung der Steppen- und Mittelmeermöwen. Siehe Foto. Mehrere Flußuferläufer wechselten mehrfach zwischen den vorgelagerten, bewachsenen Kiesausläufern und dem Ufer.                                                                                      Peter Griegel, 20.August 2017

Blütenpracht am Straßenrand

Colin MacKenzie
Colin MacKenzie
Anna Hofberger
Anna Hofberger

Seit Jahren wirbt unser Mitglied Dr. Christoph Greifenhagen für sein Projekt "Allgäuer Wiesen". Mit Hilfe der Stadt Kaufbeuren, sowie Unterstützung von heimischen Firmen und Spenden von mehreren Vereinen, u.a. vom Landesbund für Vogelschutz, wurde im Sommer 2016 in der Nähe der Konradin-Grundschule und der Sophie-La-Roche-Realschule in Kaufbeuren eine ca. 600 qm große Fläche mit heimischem Saatgut auf städtischem Grund angelegt. Wie bereits ein Jahr zuvor an der Jörg-Lederer-Schule, sollte diese Aktion vor allem Kindern die weitgehend verloren gegangene Natur der Heimat wieder erlebbar machen, wie auch Gemeinden und Gartenbesitzern. Viele ehrenamtlichen Stunden sowie Gießdienste der Nachbarn brachte eine wahre Pracht hervor, die nach der heutigen Mahd wieder im Herbst erwachen wird und im nächsten Frühjahr noch intensiver blühen dürfte.                                                                                                                                10.07.2017 CM

Ornithologisch größte Kostbarkeit an der Füssener Seenplatte entdeckt.

 

Zwergdommel Männchen bei den Balzflügen fotografiert, von Richard Wismath                                    Beobachtungen, die ich in den vergangenen Tagen an einem schilfbewachsenen Weiher im Füssener Raum machen konnte, zählen in unserem Raum zu den einmaligsten meiner ganzen Laufbahn als Hobbyornitholge und Naturfotograf.   Die Zwergdommel steht in Deutschland auf der roten Liste und gilt als eine stark bedrohte Vogelart. Sie ist in der näheren Umgebung nur noch am Federsee bei Bad Buchau als große Rarität beheimatet. Die Zwergdommel ist die kleinste Reiherart und ist tag-und dämmerungsaktiv. Sie ernährt sich von kleinen Fischen, Wasserinsekten, Larven, Kaulquappen und Fröschen, die an diesem Weiher in großer Anzahl zu finden sind. Ihr Brutgebietliegt liegt in der Regel meist auf einer Meereshöhe von 200 Meter. Das bekanntlich höchstgelegene Brutvorkommen liegt am Federsee bei 580 Meter.                                 In den frühen Morgen- und Abendstunden konnte ich während der Hauptbalz an mehreren Tagen den Balzruf zweier Männchen vernehmen, was sich , einem langanhaltenden "wru"ähnlich, wie ein froschähnlichen tiefes  Quaken anhörte. Dieser Ruf wurde oft lange in regelmäßigen Abständen wiederholt. Zwei männliche Zwergdommel, im Flug anzusehen, in den Farben kontrastreich schwarz und creme-gelb, warben um ein Weibchen, welches allerdings noch nicht aus dem dichten Schilfwald in Erscheinung trat. Auch das offene zur Schau stellen eines prächtigen Männchens, sitzend auf halber Höhe eines Schilfhalmes, konnte nicht dazu führen, eine Partnerin herbeizulocken. Sollte es sich jedoch ergeben, dass eine Paarung mit einem Weibchen stattfindet und ein Bruterfolg dabei erzielt wird, so wäre dies natürlich einmalig in unserem. Nachdem das Männchen den Nistplatz gewählt hat, erstellt es allein die Nestanlage. Da dieser Weiher durch das Vorkommen einer äußerst selten gewordenen Vogelart streng vertraulich behandelt wird und Hoffnung auf ein Brutvorkommen besteht, ist eine strenge Geheimhaltung dieses Areals notwendig.                                                                                                                        

 

 

Mit Henning Werth am Riedberger Horn

28. Mai 2017. Die allgemein bekannte Problematik bzgl. der Liftverbindung Bolsterlang/Balderschwang versuchte Henning Werth bei einer Veranstaltungsserie interessierten Naturfreunden vor Ort näher zu bringen. Ist die Ignoranz gegen den Vogelschutz ja nun leider immer wieder festzustellender Alltag, finde ich es um so erschreckender, dass man versucht, die geologisch enormen Risiken klein zu reden. Immerhin ist die Riedberg-Pass Str. wegen der labilen Flysch Bodenstruktur eine der anfälligsten und teuersten Straßen der Bundesrepublik. Mit enormen Aufwand wurde hier über Jahrzente zur Hangsicherung ein funktionierender Schutzwald am Riedberg Westhang errichtet. Auch mit den angeblich nur kleinen Eingriffen wird diese Schutzfunktion vernichtet. Bei diesem Sachverhalt sehe ich mich in meiner Beurteilung in der Allg. Zeitung bestätigt, unserem "Heimatminister" Söder laienhafte Denkweise vorzuwerfen. Wie er durch eine Verlagerung der Schutzzonen B und C eine Verbesserung der Situation prognostizieren will. bleibt mir ein Rätsel. Möge er doch bitte den Rauhfusshühnern  den Weg auf einen der angeblich so geeigneten Nachbargipfel nahe bringen. 

Peter Griegel

Wer kennt ihn schon wirklich ?

Obwohl man ihn tatsächlich als häufigen heimischen Brutvogel bezeichnen kann, ist er einer der am wenigsten bekannten Vögel. Die Rede ist vom Grauschnäpper. Immerhin gibt es doch allein in Bayern geschätzte 50.000 Brutpaare. Schuld daran ist sein ausgesprochen unauffälliges Äußeres, sowie sein extrem leiser, unspektakulärer  Gesang, ein unbedeutendes Gepiepse. Auffällig dagegen sein elegantes Jagdverhalten. Hat er ein Insekt vor seinem exponierten Ansitz erspäht, startet er sein oft wendiges Flugmanöver, auch mit Rüttelflug, schnappt (Schnäpper) sich die Beute und landet an der gleichen Stelle wieder. Imposant, wenn der nur 15 g schwere Vogel einen großen Schmetterling vor dem Verzehr durch Schnabelhiebe betäubt. Nicht heikel ist der Vogel bei seiner Nistplatzwahl. Blumentöpfe, verlassene Schwalbennester und Nischen aller Art. Dies auch oft von Menschen gut einsehbar. Nach einer winterlichen Abwesenheit von immerhin 6 Monaten, können wir diesen Zugvogel Ende April bei uns begrüßen. Im frühen Herbst startet der kleine Vogel dann wieder seine lange Reise bis in das Gebiet südlich der Sahara.

Peter Griegel, Juni 2017

Ein Maienabend im Eschacher Moos

Bei extremer Schwüle und Gewitterneigung wagte ich Ende Mai eine kleine Wanderung in unser Grundstück im Eschacher Moos. Ich sollte es nicht bereuen. Neben einem für Ende Mai immer noch berauschenden Vogelkonzert, erwartete mich die Flora mit einer Sinfonie faszinierender Frühlingsfarben. Eine kleine Eidechse, gut getarnt, beobachtete mich bei meiner staunenden, kleinen Wanderung. Und ein bellender Rehbock bekundete unweit neben mir seinen Unmut über die abendliche Störung. Es sind Momente, für die sich der Einsatz unseres Verbandes lohnt.                                                                                                   Peter Griegel , 31. Mai. 2017

 

 

Am Hopfensee 14.Mai 2017

Einen für mich nicht erwarteten positiven Verlauf nahm die Führung Was blüht und zwitschert da? Nach wochenlanger Nässe und Kälte präsentierte sich uns dieser Sonntagmorgen von seiner schönsten Seite. Zusätzlich hatten die 17 Teilnehmer die Freude, doch immerhin 30 verschiedene Vogelarten zu hören und zu sehen. Wann hat man schon die Gelegenheit, auf einem Baum gleichzeitig Garten- Mönchs- und Klappergrasmücke zu sehen. Damit nicht genug, sahen und hörten wir doch z.B. Grauammer, Bruchwasserläufer und für mich als besonderes Highlight, nach Jahren dessen Abwesenheit, den Rohrschwirl, an seinem angestammten Platz. Besonders bedanken möchte ich mich bei dem Ehepaar Mändler, sie sorgten mit ihren botanischen Entdeckungen für willkommene Abwechslung.                         Peter Griegel

 

 

Schneeflucht der Ringamsel

Füssen 20. April 2017                                                                                                                       Die bei uns im Mittel-und Hochgebirge beheimatete Ringamsel unterscheidet sich von der bekannten Amsel, die bei uns in Gärten und Parkanlagen lebt, durch ein einfarbig mattschwarzes Federkleid mit einem halbmondförmigen, strahlend weißen Kropfband. Ihr Brutgebiet liegt bei uns in den Voralpen zwischen 1400-1800 Meter Höhe. Bereits im April beginnen die Ringamseln mit ihrem Nestbau. Da in den letzten Tagen in den Hochlagen bis ins Tal herunter extrem starker Schneefall zu verzeichnen war, flüchteten die Ringamseln ins Tal, um an schneefreien Stellen noch Nahrung zu finden. Ich zählte 9 Exemplare an einer Stelle, gemischt von Männchen und Weibchen. Sobald oben in den Bergwäldern und Latschenhängen wieder Frühling eingekehrt, werden sie sich wieder nach oben begeben und die Männchen ihr weithin klangvolles, flötenartiges Liebeslied anstimmen.                                                                                                                                 Richard Wismath                                                                                                                              Kleine Anmerkung. Auch in meinem Garten hatte ich das eigentlich zweifelhafte Vergnügen ein in das Tal geflüchtetes Männchen zu beobachten. Jetzt, am 28. April, während ich diesen Bericht einsetze, wächst gerade wieder die Schneedecke heftig. Ich halte die Augen offen.                                                           Peter Griegel

 

 

Turteltaube

Erstnachweis bei Füssen. Seit über 60 Jahren unternehme ich im Altlandkreis Füssen Vogelbeobachtungen, Bestandsaufzeichnungen und Bilddokumentationen über Vogelarten von Standvögeln, Wintergästen und Durchzüglern. Erstmals in meiner Beobachtungszeit konnte ich am 09.April in den Oberen Lechauen auf dem Durchzug ein Turteltaubenmännchen auf der Nahrungssuche, sowohl auch an der Tränke einer Wasserpfütze beobachten und mit meiner Kamera in Bildern festhalten. Die Turteltaube im Füssener Raum ist nach diversen ornithologischen Aufzeichnungen noch nie bei uns beobachtet worden. Dieses kleine Täubchen, welches offensichtlich aus den südlichen Gefilden von Italien oder Griechenland über die Nordalpen flog und sich in den Lechauen, oberhalb des Walderlebniszentrums, zur Rast und Futtersuche niederließ, scheint für uns Ornithologen sehr interessant zu sein. Ihr Brutgebiet liegt eigentlich südlich der Alpen. Ihr größtes Vorkommen liegt bei Malta auf dem Rückflug in ihr Brutgebiet mit 20 000 Individuen. Es gibt sie aber auch bei uns im Ampermoos und auch in der Salzachmündung. Das Alpenvorland ist bisher von dieser Art noch unbesiedelt. Nebst unseren heimischen Tauben, wie die Haustaube, Ringeltaube, Hohltaube und Türkentaube ist die Turteltaube die kleinste Taubenart in unserem Verbreitungsgebiet. Sie ist im Bestand bei uns in Deutschland sehr bedroht, was maßgebend dazu führt, dass diese Vögel im Mittelmeeraum während der Zugzeit von Hobbyjägern mit der Schrotflinte abgeschossen werden. Turteltauben gelten als Glücks- und Liebessymbol. Im Ungang sprachlich, nennt man so zwei frisch verliebte Menschen.                                                                                                                   Text und Bild: Richard Wismath

Grünlandsymposium

Keinen leichten Stand hatte leider bei der abschliessenden Diskussion, bei der vom"Bayerischer Jagdverband" organisierten Veranstaltung, unser LBV Repräsentant Dr. Andreas von Lindeiner. Wurden in den vorherigen Referaten die Themen doch teilweise sehr ausweichend und unverbindlich angegangen, ging es nun bzgl. Artenschutz doch teils heftig zur Sache. Es musste registriert werden, dass die vom LBV, bzw."Bayerischer Bauernverband" vorgebrachten Argumente doch sehr gegensätzlicher Natur sind. Die Problematik der Wirtschaftlichkeit mit einer von LBV und den Imkern gewünschten ökologischen Nachhaltigkeit zu vereinbaren, wurde äußerst kontrovers diskutiert. Auch wenn kaum Ansatzpunkte erkennbar waren, war der Wunsch auf beiden Seiten ersichtlich, einen Konsens zwischen konkurenzfähiger Landwirtschft und Naturschutz anzustreben. Wie wichtig diese Veranstaltung war, zeigte sich z.B. in dem Referat einer renomierten Traktoren Firma. Wenn ein sog. Schmetterlingsmähwerk im Eiltempo auf 15 m!! Breite, und das bis 9mal im Jahr, nicht nur Grüngut, sondern auch Kitze, Bodenbrüter, Insekten und Bienen, ohne ausreichende Vorwarnung platt macht, ist der Begriff Biodiversität bald ein Relikt von Vorgestern. Die momentan fortschreitende Versiegelung unserer Landschaft mit ihrem gigantischen Flächenverbrauch macht den Rest.                                              

Peter Griegel

Hopfen 24. April 2017

Excursion Schwansee 23.Mai 2015

Einen kuriosen Verlauf nahm die von Peter Griegel geführte Excursion "Unsere 4 Laubsänger". Von den 4 Themenvögeln Zilpzalp,Fitis,Waldlaubsänger und Berglaubsänger war es ausgerechnet der mega-seltene Berglaubsänger, welcher die 13 Teilnehmer dieser Wanderung hauptsächlich mit seinem Gesang erfreute. Nicht von Kälte und Nieselregen beeindrucken liess sich der Grauschnäpper bei seinem zarten Gesang und die Felsenschwalbe bei Ihrer Jagd nach Insekten über dem Schwansee.

 

 

 

Kuckucksruf von Jahr zu Jahr seltener

Jetzt in der 1.Mai Dekade kommen die ersten Kuckucke aus ihrem Winterquartier Afrika zurück. Der Ruf des Kuckuck Männchens ist in den kommenden Tagen wieder weithin hörbar. Der Reviergesang dient der Reviermarkierung und Werbung um ein Weibchen. Mit dem Eintreffen der Wirtsvögel, wie Teichrohrsänger, Drosselrohrsänger, Rotschwänze, Heckenbraunelle, Grasmücken, Piepern und Neuntöter, um nur einige zu nennen, vollzieht sich die Paarung der Kuckucke. Um die Nester der Wirtsvögel zu finden wird sich das Kuckuck Weibchen einen Beobachtungsplatz auswählen, von wo aus sie oft stundenlang ausspioniert, wo einer der potenziellen Wirtsvögel sein Nest anfertigt und zu brüten beginnt. So verteilt das Kuckuck Weibchen bis zu 10 Eier einzeln in die Nester dieser Wirtsvögel, die das gelegte Ei mit ausbrüten. Die Hauptlegezeit findet Mai bis Juli statt und zwar immer in den Vormittags- und Abendstunden. Bei kurzer Abwesenheit des Wirtsvogels wird in Sekundenschnelle das Ei in eines dieser Nester gelegt. Liegen bereits 2-3 Eier des Wirtsvogels im Nest, so werden diese oftmals hinausgeworfen. Bereits nach einer Brutdauer von 12 Tagen schlüpft aus diesem Ei ein junger Kuckuck. Dieser junge Kuckuck wird von dem Wirtsvogel etwa 9 Tage gehudert und vor starken Sonnenstrahlen beschattet. In diesem Alter hat der junge Kuckuck schon eine gewisse Größe erreicht. Um in den relativ kleinen Nest Raum zu schaffen, wo sich noch geschlüpfte Jungvögel des Wirtsvogels befinden, wirft der junge Kuckuck ruckweise mit seinem Hinterleib und den Füßen diese rückwärts aus dem Nest.      Wenn der Kuckuck einmal groß ist, so ernährt er sich hauptsächlich von vorhandenen Schmetterlingsraupen, die sich in Büschen und Bäumen befinden. Am Boden werden Insekten oft mit kleinen Sprüngen gefangen, wie man schon des öfteren beobachtet hat. auch Regenwürmer, Spinnen und Tausenfüßler gehören zu seinem Nahrungsspektrum. Der Wegzug der Alt- und Jungvögel beginnt etwa gleichzeitig in der ersten Augusthälfte Richtung Sahara und südlich. Nonstopflüge von 3000 Kilometer und mehr sind keine Seltenheit.                                                                         Text und Bild Richard Wismath

Wakeboard am Forggensee?

Mit großer Sorge muss man wieder einmal die Zerstörung eines besonderen Biotopes befürchten. Am Westufer des Forggensees befindet sich der nach dem Halblechdelta bedeutendste Mauser- und Rastplatz im Altlandkreis Füssen. Genutzt von Großer Brachvogel, Bekassine, div. Schnepfen usw., usw. In ca. 500 m Entfernung ist geplant, eine sog. Wakeboard (ähnlich Wasserski)- Anlage, mit angeschlossener Gastronomie, zu erstellen. Bei einer Seillänge von 612 m hat die Anlage wegen ihrer elliptischen Form, den Stützen und dem Uferabstand einen Umfang von min. 300 m. Die Anlage ist versehen mit Schanzen und Hindernissen. Kein Vogel wird neben einer solchen Monsteranlage landen. Die mehrfach vorgebrachte Behauptung, das zeitgleich zu errichtende Gastronomie- und Technikgebäude würde im Uferhang des Landschaftsschutzgebietes verschwinden, ist reine Augenwischerei. Passend dazu wird eine Größenangabe der Gastronomie von allen Seiten unterbunden. Das Besorgniserregende an der Sache ist, dass bis dato eine ablehnende Haltung der Behörden nicht erkennbar ist. Deshalb habe ich mich gezwungen gesehen, mit dem Anwalt Kontakt aufzunehmen, welcher uns auch am Riedberger Horn vertritt. Immerhin hat der es fertig gebracht, unseren Ministerpräsidenten in die Bredouille zu bringen. Verlangt wurde ausserdem von mir die Ausfertigung einer saP, terminiert auf die Zeit v. 15. August bis 31. Oktober.

Die Protest-Demo vom 30. Juli war trotz 3 anwesender Polizeiescorte-Fahrzeugen mit 70 Personen gut besucht. Wieder zusammen mit dem Bund Naturschutz findet am 6. August 10-12 Uhr in der Fußgängerzone Füssen an einem Infostand die nächste Protestveranstaltung statt. Die ausliegenden Unterschriftenlisten warten auf Sie!!!

Peter Griegel

Rettet das Riedberger Horn!!

Copyright: Monika Häußinger

Copyright: Monika Häußinger

Liebe Kreisgruppenmitglieder!

Als begeisteter Skitourengeher wende ich mich an Euch, die geplante Erschließung dieses Naturjuwels zu verhindern. Sport ist wichtig aber der Erhalt dieser Schutzzone C des bayer. Alpenplanes muss Priorität haben. Das Riedberger Horn liegt ausserhalb der Kreisgruppe OAL/KF, bitte deshalb nicht den Kopf in den Sand stecken. Wenn es meine Gesundheit nach meinem schweren Unfall zulässt, bin ich in München dabei!!  Bitte die beigefügten Veranstaltungshinweise sorgfältig lesen.  PeterGriegel

Nachlese: Die Demo war sehr gut besucht, auch von unserer Kreisgruppe. Jetzt dürfen wir warten, wie sich die Entscheidungsträger verhalten. Seitens verschiedener Verbände ist Klage angekündigt.

Folge-Demo am 14-01.2016, CSU Neujahrsempfang, mit Ministerpräsident Horst Seehofer, in Kempten.

Schwer einzuschätzen ist der Erfolg dieser Demo. Arg enttäuscht waren die über 100 Demonstranten, daß sie von Horst Seehofer keines Blickes gewürdigt wurden. Entsprechend das gellende Pfeiffkonzert.  Akzeptieren müssen wir seine Entschuldigung, er sei mit seiner Erkältung zu dünn angezogen gewesen. Wir, die Demonstranten hatten über eine Stunde bei "Sauwetter" auf ihn gewartet. Positiv zu bewerten war, daß sich uns der erklärte Befürworter der Erschliessungsmaßnahme, CSU-Fraktionschef Thomas Kreuzer, zu einer kleinen Diskussion stellte, siehe Bild. Lt. Bericht der Allgäuer Zeitung versprach Seehofer in seiner Rede im Kornhaussaal die Entscheidung" sorgfältig abzuwägen", die Empfehlungsvorlage von Minister Söder abzuwarten, und im Notfall selbst vor Ort den Eingriff zu besichtigen. Auf die "lange Bank" geschoben werde dies nicht. Na ja. 

Dazu mein persönlicher Kommentar:

Ich  habe den Eindruck, die maßgeblichen Politiker sind über die örtlichen Gegebenheiten nur sehr mangelhaft informiert. Der von Seehofer angekündigte "Ortstermin" ist sehr lobenswert. Die Komplexität der Maßnahme ist jedenfalls nicht vom Schreibtisch aus zu lösen. Es muss klar sein, daß es eine laienhafte Vorstellung ist, in der Natur eine "Ausgleichsfläche" zu konstruieren oder die Rauhfußhühner umsiedeln zu können. Sie sind keine syrischen Kriegsflüchtlinge. Total vergessen wird das jetzt schon vorhandene Problem;  Tourengeher. Bei meinem Besuch am Hörnle, am 23.Jan, also einem Wochentag, sah ich Dutzende abfahrende Tourengeher in das Ruhegebiet der Birkhühner einfahren. Als begeisteter Tourengeher mache ich mir mit dieser Feststellung mit Sicherheit keine Freunde, aber zur Sprache kommen muss es.

Peter Griegel

Vogel-Findelkinder

Bald ist es wieder so weit. Wer mit offenen Augen durch die Natur streicht, egal ob Kind oder Erwachsener, wird nicht selten von den kleinen, piepsenden Vogelgestalten überrascht. Sei es mitten im Wald oder unter einem hervorstehenden Dach, überall können wir so ein scheinbar hilfloses Wesen entdecken. In wem erwacht nicht sofort ein heftiger Mutterinstinkt. Viele von uns entscheiden sich, nach einer kurzen Beobachtung des kleinen Bündels, dieses in die Hand zu nehmen, evtl. mit heim zu nehmen, oder eine geeignete Aufzuchtstelle zu suchen. Aber Vorsicht. In den wenigsten Fällen ist der kleine Kerl unbeobachtet. Der kleine Vogel weiss sehr wohl, sich gegenüber seinen versteckten Eltern bemerkbar zu machen. Zwei Situationen bewirken natürlich ein Eingreifen. Katzen gegenüber ist der Jungvogel völlig wehrlos. Suchen Sie nach einer Möglichkeit, die Katze vom Jungvogel fernzuhalten. Schwierig ist auch die Hilfe z.B. bei abgestürzten jungen Mauerseglern. Ist der Jungvogel noch nicht flugfähig, empfehle ich die Aufzucht mit Hackfleisch. Die Freilassung dann, ebenso wie bei versehentlich gelandeten Mauerseglern, unbedingt von einer erhöhten Warte aus. Auch kräftige Altvögel sind nicht in der Lage, von ebenen Boden aus zu starten. Der abgebildete Vogel wurde von Bruno Elischer zum Start regelrecht in die Luft geworfen.

Peter Griegel

Verhaltensweise bei einem Schwarzstorchpärchen beobachtet

von Richard Wismath. Seit einigen Jahren hat sich in unseren regionalen Wäldern bekanntlich ein Schwarzstorch Pärchen niedergelassen. Für den Ornithologen und Naturfreund eine wahre Kostbarkeit. Es handelt sich um ein Pärchen, welches bereits vor Jahren sich in ihrem Winterquartier Afrika oder Spanien verpaart hat. Das Weibchen wurde nach Ansicht eines Experten bereits vor Jahren in Hessen als Jungvogel beringt. Nun Fühlt sich dieses Pärchen seit einigen Lahren in unserem einmaligen Biotop von Feuchtwiesen, Tümpeln und waldnahen Gewässern zur Brutzeit sehr wohl. Sie finden dort reichlich Nahrung, sowie auch ein ideales Brutareal, welches gutverstekt in einem Mischwald liegt. Zur Aufzucht Ihrer Jungen ist ein gutes Versteck erforderlich, welches nicht einsehbar in einer großen Astgabel angelegt wurde. Man kann nur von Glück sprechen, dass das Brutgeschäft dieser heimlichen Waldstörche bei der Aufzucht ihrer Jungen nicht durch Holzarbeiten und Kamera Drohnen gestört wurde. Dies sorgte zu einem positiven Ergebnis, sodass in diesem Sommer vier junge Schwarzstörche flügge wurden Im letzten Jahr hat dieses Brutpaar nur drei Jungstörche groß gezogen. Trotzdem ein voller Erfolg!- Um das Geschehen der Aufzucht der vier Jungstörche bis zum Flügge werden erleben zu können, hatte ich aus ca. 2 00n Meter Entfernung einen Beobachtungsstand errichtet. Mit viel Ausdauer und Geduld konnte ich fast täglich ungestört das Verhalten der Schwarzstörche miterleben und mit Fotos den Werdegang dokumentieren. Um das Brutgeschäft nicht zu stören, machte ich bewusst keine Fotos von den Jungstörchen in ihrem Horst.- Es war für mich viel interessanter, die faszinierenden Fütterungsszenen der Vogeleltern an ihre Jungstörche erleben zu dürfen, die stets auf einer freien Wiesenfläche stattfanden. Am 13 August war es dann soweit, als die Jungstörche abflogen, um sich mit ihren Artgenossen zu sammeln, für den langen Flug zu ihrem Winterquartier nach Afrika. Eine interesseante Meldung ergab sich bereits am 02. August, wo bei Aitrang im Allgäu 18 Schwarzstörche, darunter viele Jungstörche, kreisend am blauen Himmel zu beobachten waren.

Schwarzstorch-    Steckbrief                                                                                                                           Die Balz der Schwarzstörche fängt schon im Winterquartier an. Sie werden ab dem dritten Jahr geschlechtsreif und suchen sich während der Balz einen Partner fürs Leben. Bereits Anfang April konnte ich sie im Brutrevier bei ihren Balzflügen beobachten. In der Zeit von April bis Juni dauerte ihre Brutzeit. In einem umfangreichen Horst, der seit Jahren von diesem Pärchen benützt wird, liegen vermutlich meist 4 Eier. Die Eier wurden von beiden Eltern in abwechselnden Zeitabständen bebrütet. Nach einer Brutdauer von 36 Tagen schlüpften die Jungen. Est werden die Jungvögel mit Insekten, Heuschrecken und Larven ernährt. Wenn sie etwas größer werden, dann mit Fischen, Fröschen und auch Mäusen versorgt. In einigen Bundesländern war der Schwarzstorch zeitweise ausgestorben. Durch intensive Schutzmaßnahmen hat sich der Bestand wieder stabilisiert. Nun wurde er sogar wieder aus der Roten Liste der stark gefährdeten Vogelarten gestrichen. Mit einer Flügelspannweite von 1,90 m ist er kleiner als sein Verwandter, der Weißstorch. Männchen und Weibchen sind fast gleich groß. Der Unterschied liegt in der Gefiederfärbung. Das Männchen im Prachtkleid sieht etwas schöner aus. Das Obergefieder, der Kopf, der Hals und die Brust sind schwarz und glänzen metallisch in der Sonne, grünlich und purpurfarben.

Auszeichnung für Dr. Greifenhagen

Unserem Mitglied Dr. med. Christoph Greifenhagen gratulieren wir herzlich zur Silberdistel Auszeichnung der Allgäuer Zeitung. Seit Jahrzenten ist unser Naturfreund unermüdlich unterwegs, um seine Wahlheimat (geb. Erzgebirgler) vor Unsinn zu schützen und womöglich das Los der Pflanzen und Tiere zu verbessern. Mit seinen 84 Jahren verfügt er über ein enormes Pflanzen- und Pilzwissen, das auch die Giftnotzentrale hoch einschätzt und manchen unachtsamen Waldpilzgenießer zu Gute kam. Christoph lernte ich kennen als er jemand für eine knifflige Vogelkartierung suchte. Wie so oft baten ihn Einheimische, die Angst um ihre Umwelt hatten, um Rat und Hilfe. Wieder ein Hilferuf aus dem umfangreichen Netzwerk seiner Berufsjahre und Freundschaftskreise. Damals wie heute wissen seine Allgäuer Landsleute, dass auf ihn Verlass ist. Statt zu kneifen, kümmert er sich still und leise um Naturschutz Angelegenheiten ohne Wenn und Aber. Sein aktuelles Projekt Allgäuer Wiesen bildet, zusammen mit der Silberdistel Auszeichnung, die Krönung seiner bisherigen ehrenamtlichen Einsätze.

Colin MacKenzie

Beobachtungen von Richard Wismath

 

Auch diese finstere Jahreszeit kann schöne Beobachtungen in der Natur bieten. Das zeigen diese Bilder. Die Aufnahme vom vermutlich durchziehenden Drosselrohrsänger gelang Richard Wismath am Bachweiher, nahe Lehern. Dass das Blässhuhn sich nicht nur, wie allgemein beschrieben, von Algen, Insekten und Pflanzenresten ernährt, sondern auch kleinere Fische nicht verachtet, zeigt Bild Nr. 2. Dass es sich sogar lohnt, darum zu kämpfen, konnte bei dieser Gelegenheit auch gleich mit beobachtet werden. Wie heisst es doch so schön, wenn zwei sich streiten, freut sich meistens ein Dritter.

Ausgerechnet dort,Braunkehlchen

Braunkehlchen
Braunkehlchen
Wiesensalbei
Wiesensalbei
Blaugrüne Mosaikjungfer
Blaugrüne Mosaikjungfer

Nicht gerade einen Blick für schöne Landschaft scheint ein Braunkehlchenpaar in Füssen zu haben. Ausgerechnet an der alten Bauschuttdeponie haben sich diese doch sehr seltenen, wunderschönen Vögel häuslich eingerichtet. Lt. neuestem Brutvogelatlas für Bayern wird für das Füssener Land ein einziges Brutpaar angegeben.Es war mit Sicherheit keine einmalige Beobachtung, schon mehrfach hatte ich dieses Glück. Heute gelang mir nun endlich das beigefügte Foto. Daß die Deponie etwas anziehendes haben muss, zeigte auch die mehrmalige Anwesenheit eines Neuntöterpaares. Auf meinen Führungen bitte ich die Teilnehmer immer, keine Vogelnester während der Brutzeit zu suchen. Ich beobachte seit ca. 40 Jahren Vögel, habe dies jedenfalls noch nie getan und werde es auch weiter so halten. Sollte ich also Bruttätigkeit feststellen, was ich natürlich hoffe, werde ich dies umgehend hier melden.

28.05.2016: Bruttätgkeit konnte ich zwar bis heute nicht feststellen, aber langsam beginne ich zu begreifen, weshalb sich Vögel an diesem früher so trostlosen Platz offensichtlich so wohlfühlen. Durch die augenscheinlich sehr gut gelungene Renaturierung der Deponie, plus ausbleibende Düngung, hat sich hier ein baumloses Biotop entwickeln können, welches mit seiner unglaublichen Blütenpracht an Eindrücke meiner Kindheit erinnert. Wo in Füssen findet man z.B. den Lippenblütler "Wiesensalbei" in solcher Zahl. Siehe beigefügte Bilder von der heutigen Führung mit Herrn Klaus Christmann. Man kann hier ohne Probleme die Bestäubung dieser Pflanze durch Hummeln beobachten. Dazu hat die Natur den sog. "Schlagbaummechanismus" entwickelt, einfach genial.

Überhaupt sollte man in dieser Jahreszeit, mit dieser geradezu explodierenden Natur, mit offenen Augen die kleinen und großen Wunder der Tier- und Pflanzenwelt geniessen. Wenn sich z.B. die Blaugrüne Mosaikjunfer( siehe Foto) nach dem Schlüpfen neben ihrer Larvenhaut zu voller Größe ausdehnt, ist nur ehrfürchtiges Staunen angesagt. In die anfangs noch sehr kleinen Flügel wird durch die Adern über Stunden Blut eingepreßt und dann zu voller Größe ausgedehnt. Die so bunten Farben der Tiere brauchen hingegen mehrere Tage, bis sie voll entwickelt sind, und man kann aus der Färbung auf das Alter des Tieres schließen.

Peter Griegel

Frühjahresvogelzug 2016

Copyright. R.Wismath
Copyright. R.Wismath
Aschköpfige Schafstelze
Motacilla flava cineroaca-pilla
Aschköpfige Schafstelze
Motacilla flava cineroaca-pilla
Schafstelze
Schafstelze
Rotschenkel
Rotschenkel
 

Liebe Vogelfreunde! Trotz der doch relativ frostigen Tage, der Vogelzug hat begonnen. Ich freue mich auf Eure Meldungen und Beobachtungen. Die ersten Stare waren im Füssener Land ab ca. 20.Febr. zu sehen.Der erste Schwarzmilan kreiste am 3. März über meinem Haus. Unser Leser Richard Wismath berichtet z.B. über die Beobachtung der ersten durchziehenden Kiebitze am Forggensee. Siehe der folgende Bericht.   Peter Griegel

31.März 2016.Heute, bei schönsten Frühlingswetter, kann man sagen, der Vogelzug ist voll im Gange und viele sind schon da. An der Halblechmündung konnte ich soeben, wie letztes Jahr im Mai, den Stelzenläufer beobachten. Siehe beiliegendes Belegfoto. Leider sah ich nur das Weibchen. Also ist Hoffen angesagt. Peter Griegel

3.April 2106

Immer erfogreicher werden jetzt die Besuche am Halblech. Angekommen als Gäste, oder auch mehr, sind u.a. Flußregenpfeiffer, Bekassine, Waldwasserläufer, Rotschenkel, Bergpieper(ehem. Wasserpieper)und seit einiger Zeit Zwergschnepfe und Mittelsäger. Als Besonderheit waren heute zu sehen die Wiesenschafstelze plus die  Unterart "Aschköpfige Schafstelze". Belegfoto beigefügt. Beheimatet eigentlich nur auf den Inseln des Mittelmeeres und evtl. Italien. Ist das eine Folge des Klimawandels? Peter Griegel

Bericht Jahreshauptversammlung 8. März 2016

Einen besonderen Bericht ist die diesjährige JHV wert. Konnte die Kreisgruppe doch den, seit ca. einem Jahr amtierenden, neuen Landesvorsitzenden Dr. Norbert Schäffer aus Hilpoltstein, begrüßen. In seinem fesselnden Referat kamen nicht nur die positiven Resultate der LBV-Arbeit zur Sprache, sondern auch der erschreckende Verlust biologischer Vielfalt, global. In Zahlen ausgedrückt, ist das ein Artenrückgang in den letzten 40 Jahren von 40 %. Die weltweite Zerstörung unserer Umwelt, sei es die rücksichtslose Intensivierung von Ölpalmplantagen auf Borneo und Sumatra, sei es der fortschreitende Klimawandel, usw., usw., auf die Verbände wartet Arbeit ohne Ende. Die erfolgreichen Initiativen und Resultate, siehe Wanderfalken, Seeadler, Weißstorch und die angeschobenen Schutzgebiete in Ghana, dürfen kein Grund sein, sich auf den bescheidenen Erfolgen auszuruhen. Und ganz wichtig: Nie vergessen, unser Wissen zur Natur, an die Jugend weitergeben. Denen gehört die Zukunft.

Im Vorfeld des Referates hatten wir die große Freude, unsere "Finanzministerin", Gertraud Pfanzelt, für ihre 40-jährige Vereinszugehörigkeit, und ihre immer perfekte Arbeit, in liebenswürdiger Art vorgetragen, zu ehren.                                                                                                                                            

Unser Schriftführer Colin MacKenzie  wurde in der außerturnusmäßigen Nachwahl ohne Gegenstimme in Personalunion zum 2. Delegierten gewählt.

Peter Griegel

 

 

Hochsaison am Halblechdelta, P.Griegel

Copyriht: Karin Maldoner
Copyriht: Karin Maldoner
Copyright: Richard Wismath
Copyright: Richard Wismath
Copyright:Richard Wismath
Copyright:Richard Wismath
 

Jetzt, August/September 2016, kann man wieder von Hochsaison des Herbstvogelzuges sprechen. Vorausgesetzt, es herrscht nicht gerade Hochwasser, kann man mit ziemlicher Sicherheit eine Vielzahl heimat- und nördlicher Zugvögel bei ihrer Rast beobachten. Wie auch auf Ornitho.de nachzulesen, kann man sich fast bei jedem Besuch über diese oder jene Rarität erfreuen. So erging es auch unserem Leser Richard Wismath:

Das Delta vom Halblech, eine sehr beliebte Raststation für durchziehende Vogelarten. Der sperlingsgroße Zwergstrandläufer ist eine Art aus der Familie der Schnepfenvögel und gehört zu den weltweit kleinsten Watvögeln. Er brütet an den Küsten Norwegens sowie in der Tundra in Sumpfgebieten und Verlandungszonen von Seen. Bei uns ist er als Durchzügler hauptsächlich an der Nord- und Ostseeküste anzutreffen, selten auch im Binnenland.                                                                                                                              Auch der starengroße Alpenstrandläufer (links im Bild) kommt auf dem Durchzug nach Süden aus Nordskandinavien.Dort liegt sein Brutgebiet in Sumpfgebieten, Mooren oder in der Tundra. Das Delta an der Mündung des Halblechs bei Prem ist derzeit die südlichste Raststation für Watvögel, wo sie bei einem derzeit abgesenkten Wasserstand ihre Nahrung finden. Eine äußerst seltene Erscheinung von durchziehenden Vogelarten sind zwei wunderschöne Raubseeschwalben die, im Sturzflug in das Wasser, ihre kleinen Fischlein erbeuten. Gelegentlich zeigt sich auch der Fischadler im Delta, 20-30 cm große Fische erbeutend.                                                                                                                                   Von Karin Maldoner erhielt ich soeben, 13.Sept.16, die beiden Bilder vom Dunklen Wasserläufer. Mit seinem lauten Warnruf "tiüit" versuchte er, uns ganz dicht überfliegend, zu beeindrucken.

Video: Dunkler Wasserläufer

youtu.be/0yREvRSUWVs

Copyright: K.Maldoner

 Jetzt, Mitte Oktober 2016, ist man fast der Meinung, der große Vogelzug ist vorüber. Aber nahe Sameister werden zur Zeit die 3 großen Fischweiher abgelassen. Das hat die Vogelwelt rasend schnell realisiert und ist in großer Zahl abgewandert. So konnte ich z.B.am 17.10. dort, unter vielen anderen Limikolen und Wasservögeln,über 30 Silberreiher, 8 Stck Bekassinen und 1 Stck Schwarzstorch entdecken. Die höchste Anzahl von Silberreihern am Sameisterweiher meldete mir am 19.Okt Sabine Mändler aus Füssen, 43 Exemplare. Dazu passend erhielt ich von Richard Wismath den Bericht:Das Seengebiet im Füssener Land,ein großer Anziehungspunkt der Zugvögel. Derzeit werden in der Umgebung von Füssen einige Seen abgelassen und bieten so den Zugvögeln und Wintergästen an Schlickflächen ein umfangreiches Angebot an Nahrung. An den Seen bei Sameister treffen sich sich derzeit nahezu 23 Silberreiher und 21 Graureiher. Ein gewohntes Bild beim Abfischen dieser Weiher und Seen. Jedoch ist es nicht alltäglich, dass man einen Kiebitzregenpfeifer und auch Bekassinen mit dem Fernglas aus größerer Distanz beobachten kann.          Der Kiebitzregenpfeiffer ist ein Vogel aus der Familie der Regenpfeifer und brütet in der arktischen Tundra. Der Watvogel mit auffällig kontrastreichem Prachtkleid kommt während seiner Zugzeit in Mitteleuropa vor und so gelegentlich auch an unsere Seen. Die Bekassine hingegen ist eine sehr langschnäblige mittelgroße Art aus der Familie der Schnepfenvögel. Sie ist über große Teile der Polaraktis verbreitet und überwintert überwiegend in südlich gelegenen Regionen. Sie besiedelt zur Brutzeit Moore und Feuchtwiesen. Leider ist dieser wunderschöne Watvogel seit Jahren bei uns im Füssener Land als Brutvogel verschwunden. Zur Zugzeit ist sie wie die meisten Watvögel an schlammigen Flächen von Binnengewässern und Küsten zu finden. Charakteristisch ist der Balzflug, bei dem der Vogel sich aus großer Höhe senkrecht herab fallen lässt und mir abgespreizten äußeren Steuerfedern ein"wummerndes" Geräusch erzeugt.

Vogelwelt im Wandel der Zeit

Während die Flamingos und Singschwäne bereits unseren Forggensee verlassen haben, beginnt jetzt bei verschiedenen Vogelarten schon die Rückkehr in ihre angestammten Brutreviere. Eine der Allerersten die unser Voralpenland aufsuchen, sind die Kiebitze. Ihr Aufenthalt während der Brutzeit sind Sumpfwiesen, Moor, Brüche und benachbarte Äcker. Nach der Ankunft im März geht es in ihrem Brutgebiet auf feuchten Wiesen recht laut zu. Die Hähne balzen mit allerhand Kapriolen in der Luft um ihren Weibchen zu imponieren. Bei uns im Füssener Land ist der Kiebitz als Brutvogel von Jahr zu Jahr immer seltener geworden und nach eigener Beobachtung kann man nur noch ganz vereinzelt einen brütenden Vogel ausfindig machen. In den Jahren 1950-1960 hatten wir im Füssener Land noch einen Bestand 10-12 Brutpaare. Den Grund, weshalb dieser wunderschöne Vogel in seiner Anzahl stark zurück ging, ist die Trockenlegung der Moore und Feuchtwiesen. Gegenwärtig hielten sich in der Nähe von Füssen zwei Ankömmlinge auf, die allerdings der Winter mit einer dichten Schneedecke überraschte. Da sein Nahrungserwerb aus Insekten, Larven, Schnecken und Würmern besteht, ist gegewärtig bei uns nur noch der abgesenkte Forggensee eine dürftige Quelle, um den Hunger zu stillen. In der Anlage ersehen wir die beiden Kiebitze am Forggensee. Leider ist einer der beiden Vögel offensichtlich einem Raubtier zum Opfer gefallen. Weshalb nur noch einzelnes Exemplar am frühen Morgen des 07.März 16 auf der Schneedecke furchtlos, vor dem vorbeifahrenden Autoverkehr, ausharrte.

R.Wismath

Rosa Flamingo am Forggensee

Copyright: Richard Wismath
Copyright: Richard Wismath

Wie die meisten letzten Winter, suchte sich auch diesen Winter 2015/16 eine Gruppe dieser Vögel den Forggensee als Quartier aus. Unser Mitglied Richard Wismath schickte uns den folgenden Bericht.

Seltene Flamingo Beobachtung nahe am Füssener Bootshafen

Auf meiner Vogelexkursion für Sumpf- und Wasservögel hatte ich heute das große Glück nahe am Füssener Bootshafen am frühen Morgen bei einem eisigkalten Wind fünf Flamingos mit der Kamera festhalten zu können. Als ich diese herrlichen Vögel versuchte genau zu bestimmen, fiel mir erst auf, daß es sich um drei verschiedene Arten handelt. Im Bild ersichtlich, von links nach rechts, erkennt man einen Rosaflamingo ( Phoenicopterus ruber ruber), in der Mitte befinden sich drei Chilenische Flamingos (Phoenicopterus chilensis) und rechts erkennen wir einen Karibischen Flamingo ( Phoenicopterus ruber). Diese Arten wurden auch von weiteren Fachexperten bestätigt.

Diese Vögel haben sich mittlerweile klimatisch an Niederlande und Deutschland offensichtlich gewöhnt und kommen in den letzten Jahren gerne zu uns an den Forggensee, der ihnen beim gegenwärtigen Absenken des Wasserspiegels genug Nahrung bietet. Die Nahrung der Flamingos besteht aus kleinen freischwimmenden Krebschen, Algen, Einzellern und dergleichen, die sie mit dem zu einen Filterapparat umgestalteten Schnabel aus dem Wasser herausziehen.

Kleiner Zusatz der Redaktion. Es ist anzunehmen, daß es sich bei den jeweiligen Vögeln um Zooflüchter handelt.

 

 

Neue Fledermausquartiere

Über eine ausserordentlich erfreuliche Aktion des Amtes für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Kaufbeuren, Außenstelle Füssen, darf sich die LBV Kreisgruppe OAL/KF freuen. Pressemitteilung : Im Rahmen des Aktionsjahres "Waldnaturschutz in Bayern" hat sich die Berwaldoffensive (BWO) am Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) unter anderem mit dem Lebensraum für Fledermäuse befasst. Diese Akrobaten der Nacht bevorzugen lichte, strukturreiche Wälder wie man sie z.B. im Faulenbacher Tal vorfindet. Dort können sie jagen und finden Unterschlupf in Baumhöhlen und Spalten. Bei einer LBV-Nachtwanderung Anfang Juli konnten interessierte Teilnehmer die flinken Nachtschwärmer beobachten und ihren Rufen lauschen. Jedoch sind Fledermäuse eine gefährdete Tierart, vor allem aufgrund der veränderten Lebensräume und dem Verlust  an geeigneten Quartieren. Darum hat die Bergwaldoffensive gemeinsame mit dem Landesbund für Vogelschutz in Bayern e.V. (LBV) im FHH- Gebiet Faulenbacher-und Lechtal Ersatzquartiere aufgehängt und hofft auf baldigen Einzug von Fledermäusen und Vögeln. Eine erste Kontrolle im kommenden Jahr soll Aufschluss über die vorkommenden Arten und den weiteren Bedarf an Nistmöglichkeiten geben.

Näheres auch unter : www.bergwaldoffensive.de   (Aktuelles)

Die Kreisgruppe bedankt sich sehr herzlich für den nicht unerheblichen finanziellen und, wie man auf den Bildern sieht, auch körperlichen Einsatz von Nina Oestreich und Franz Jäger. i.V. Peter Griegel

 

 

Erfolgreiche Baumfalkenbrut

 

Von dem Nutzer unserer Homepage, Herrn Richard Wismath, erhielten wir die sehr erfreuliche Meldung einer erfolgreichen Brut des doch relativ seltenen Baumfalken. Lt. Atlas der Brutvögel in Bayern gibt es von diesem eleganten Jäger bayernweit nur ca. 1200 Brutpaare. Das sind lediglich 10 % des bekannteren Turmfalken. Zu erkennen ist dieser Zugvogel an seinem mauerseglerähnlichen Flugbild. Richard Wismath gelangen nahe Huttler Weiher die beigefügten schönen Aufnahmen von 3 Stck flüggen Jungvögeln.

Copyright: Richard Wismath

 

 

Einfach Spektakulär

Erste Schwarzstorch-Beringung im Allgäu von Colin MacKenzie.

Mitte Juni 2015 reiste Carsten Rohde, Deutschlands`Schwarzstorch Großmeister`, ins Allgäu, um sein langjähriges Beringungsprojekt zu vervollständigen-bisher wurde in Allgäuer Revieren nicht beringt.

Ein solches Vorhaben verlangt eine excellente Vorbereitung (Horst-Kontrollen, Absprachen mit Behörden und Privatwaldbesitzer, Forstbetriebsleitern bzw. Revierförstern) und wenn möglich, trockenes Wetter. Harald Farkaschovsky von der AG Schwarzstorchschutz Allgäu wusste alles bestens zu organisieren. Trotz der für die Jahreszeit zu kühlen Temperaturen, Regenschauern und glitschigen Baumstämmen, konnte Carsten mehrere akrobatische Einsätze erfolgreich durchführen und über 3 Tage die meisten Allgäuer Waldstörche in luftiger Höhe beringen, d.h. zu junge, zu alte oder zu unruhige Nestlinge wurden nicht beringt.

Wenn Carstens Schwarzstorch-Projekt voraussichtlich 2017 endet, steht die Auswertung der Daten aus 12 Jahren, mit sicherlich mehr als 1400 Beringungen und hoffentlich vieler Ringablesungen, an. Wir danken Carsten herzlich, dass er die Zeit für einen Abstecher ins Allgäu gefunden hat und wünschen ihm viel Erfolg für die Zukunft,

Bilder-Copyright: Carsten Rohde bzw. Harald Farkaschovsky

Ringablesungen bitte an:Harald Farkaschovsky,Tel. 08332-6496 oder Mail: farkaschovsky@kabelmail.de

 

 

Carsten Rohde
Carsten Rohde
Harald Farkaschovsky
Harald Farkaschovsky

Herbstvogelzug 2015

Bei meiner Excursion am 24.August stellte ich fest, daß der diesjährige Vogelzug voll im Gange ist. An dem mir bekannten Rastplatz am Lech, im Füssener Land, konnte ich mit großer Freude ca. 100 Limikolen beobachten. Darunter z.B. Waldwasserläufer, Bruchwasserläufer, Flussuferläufer, Kibitz, Bekassinen, Flussregenpfeiffer und vor allem einen kleinen Trupp Kampfläufer. Davon mindestens 2 Stck prächtige, adulte Männchen. Mit meiner bescheidenen Kamaraausrüstung gelang mir dabei das obige Bild eines Kampfläuferpaares.Das Männchen natürlich im Ruhekleid. Peter Griegel

Ergänzung Mitte September: Bei meinen zahlreichen Besuchen an den vergangenen Tagen konnte ich mich an den weiteren Besuch diverser Zugvögel erfreuen. Darunter Alpenstrandläufer, Sichelstrandläufer, Grünschenkel und verschiedene Entenarten, wie Schnatterente etc. Regelmäßig anzutreffen sind nun auch, ich muß fast sagen leider, Rost- und Nilgans.

Ergänzung Mitte Oktober bis Mitte Dezember :Zum erstenmal konnte ich am gleichen Platz einen kleinen Trupp Beutelmeisen entdecken.Belegfoto folgt. Wie all die letzten Jahre, hat sich  auch  wieder ein kleiner Trupp Pfeifenten eingefunden. 16. Nov.: 14 Stck Bekassinen.03.Dez.: 1 Paar Löffelenten, 1 Trupp Schwanzmeisen, die Rassen caudatus und europaeus vergesellschaftet.08.Dez. Seit einigen Tagen ist die schwer zu entdeckende Zwergschnepfe zu sehen.Mit Spannung ist zu warten, ob sie sich zur Überwinterung einrichtet.  

 

 

Kampfläuferpaar
Kampfläuferpaar
Bekassine
Bekassine
Bekassine
Bekassine
Alpenstrandläufer
Alpenstrandläufer
Rostgans
Rostgans
Flussregenpfeifer
Flussregenpfeifer
Nilgans
Nilgans
Bruchwasserläufer
Bruchwasserläufer
Flussuferläufer
Flussuferläufer
Pfeifente
Pfeifente
Beutelmeise
Beutelmeise
Löffelente Weibchen
Löffelente Weibchen

Veranstaltungsbericht: Vogelzug im Allgäu

Referent: Georg Heine

Bei der von der Kreisgruppe organisierten hochkarätigen Veranstaltung am 08.01.16 konnten fast 40 Interessierte ihr Wissen über den Vogelzug über unser schönes Allgäu, wissenschaftlich von G.Heine untermauert, nicht unerheblich erweitern. So überqueren z.B. das westliche Allgäu, zwischen Immenstadt und Wangen, jährlich zwischen 35 und 51 Millionen Vögel. Pro Kilometer bedeutet das mindestens eine Million Vögel, die im Herbst das Land überqueren. Errechnet werden diese Zahlen aus Zugplanbeobachtungen, die in den Jahren 2013 und 2014 im Allgäu durch eine Gruppe von 100 Vogelbeobachtern erhoben wurden. Ergänzend zu den Beobachtungen am Tage wurden Radarbeobachtungen der NABU-Gruppe Wangen hinzugezogen.

Da der konzentrierte Vogelzug am Alpenrand ein Problem bei der Errichtung von Windkraftanlagen darstellt, ging der Referent auch auf die besondere Situation des Rotmilans ein. Der besondere Schutz des Rotmilans, für den Deutschland eine große Verantwortung trägt, wird in den einzelnen Bundesländern völlig unterschiedlich behandelt. An einem Beispiel aus dem würtembergischen Allgäu wurde dies detailliert erläutert.

Vogelzuforschung findet heute zu einem großen Teil mit modernster Elektronik statt. Datenlogger, die von Zugvögeln mitgetragen werden, enthalten neben einen GPS-Empfänger zur Positionsbestimmung, auch die wichtigsten Teile eines Handys, über das die Informationen zu einer Zentralstelle per SMS übermittelt werden. Georg Heine ist als Ingenieur maßgeblich an der Entwicklung solcher Geräte beteiligt und zeigte anhand mehrerer Beispiele von Bussarden, Milanen und Wanderfalken, welch tiefer Einblick heutzutage in den Lebenslauf eines Vogels möglich ist. Beeindruckend war dabei ein Wanderfalke, der vor wenigen Wochen von der russischen Polarinsel Kolguyev auch über unsere Gegend zum Mittelmeerraum geflogen ist  und derzeit in der Camarque sein Winterquartier hat.

Vom Thema abweichend, konnte bei der anschliessenden Diskussion festgestellt werden, daß die Resultate bei der Problematik Windkrafträder/Rotmilan, je nach politischer Vorgabe doch sehr manipulierbar behandelt werden und wurden.

Peter Griegel

Vogelwelt im Füssener Land

Ein wahres Feuerwerk an wunderschönen Bildern unserer heimischen Vogelwelt erhiehlt ich von unserem Neumitglied Adolf Möschle, Füssen.    Peter Griegel, 25.11.16

Copyright: A. Möschle
Copyright: A. Möschle
 

Gäste Meldungen

Limikolen am Forggensee

Liebe LBVler in Füssen, am 28.11.15 haben wir -LBVler aus dem Kreis FFB-am Ufer des Forggensees kurz vor Brunnen zwei Limikolen fliegen sehen, sie flogen vom Campingplatz in Brunnen in Richtung Füssen und gaben kräftig Laut. Können/müßten das Waldwasserläufer gewesen sein, denn sonst überwinter doch bei uns keine Limikolen. Da es schneite und wir mit dem Fernglas nur kurz den Flug verfolgen konnten, haben wir die Zeichnung nicht genau sehen können. Auf dem Tingstift waren die Rufe der Waldwasserläufer auch fast identisch. Können Sie uns mitteilen, ob das möglich ist? Bei unserem dreitägigen Kurzurlaub in Schwangau haben wir 28 Vogelarten gesehen(vom Wintergoldhähnchen bis zum Bussard), selbst ein Sperbermännchen direkt an der Hauptstraße aus einem Garten fliegend und von einer Krähe verfolgt, das freute uns natürlich sehr. Mit freundlichen Grüßen, Gabriele Meise, 82194 Gröbenzell

Foto Reportage von Richard Wismath

 

Foto Schnappschuss des Jahres 2015

Eine männliche Rohrweihe attakiert am Forggensee eine Bierflasche

Als Mitglied des Landesbund für Vogelschutz unternehme ich regelmäßig an unseren Seen rings um Füssen ornithologische Beobachtungen, sowie auch Zählungen der durchziehenden und überwinternden Wasservögel.                  Es ist schon sehr erwähnenswert, was sich dieser Tage am Forggensee bei Brunnen mit einer hungrigen Rohrweihe alles abgespielt hat . In meiner langjährigen Praxis an Vogelbeobachtungen hatte ich noch nie das Jagdgeschehen live miterleben können, wie eine Rohrweihe(Circus aeruginosus) auf der Wasseroberfläche ein Blässhuhn erbeutet. Unter 800-900 Blässhühnern, die auf dem See schwammen, hat sich die Rohrweihe ein Opfer ausgesucht. Erst hatten die ängstlichen Tiere sich zu einem großen Verband zuammen gefügt, um den Greif mit Hin- und Herbewegungen ins Irre zu führen. Als aber die Rohrweihe dicht über sie flog, griff diese im Sturzflug mit einer Strategie an, wie man sie auch bei der Jagd von Löwen kennt, wenn sie eine Büffelherde angreifen, nämlich die große Schar dieser Wasservögel zu trennen, um schließlich ein einzeln schwimmendes Blässhuhn zu ergreifen. Diese Szenerie spielte sich minutenlang immer im gleichen Rythmus ab. Doch endlich hatte der jagende Vogel Erfolg und er griff mit seinen Fängen erstmals eine dieser Rallen am Kopf. Nun spielte sich vor meinen Augen eine echte Tragödie ab, nämlich als die Rohrweihe mit ihren messerscharfen Fängen den Kopf der Ralle ergriff und nicht mehr losließ. Das arme Blässhuhn wehrte sich minutenlang und kämpfte um ihr Leben. So folgten mehrere Attacken auf das ausgesuchte Opfer, ehe die Rohrweihe offensichtlich wegen des hohen Gewichtes dieser Ralle resignierte und losließ. Ein ausgewachsenes Blässhuhn hat immerhin ein November-Gewicht von 985 Gramm und dieses aus dem Wasser zu ziehen, erfordert schon eine Menge Kraft. Folglich konnte ich miterleben, dass die resignierte Rohrweihe an das naheliegende Ufer flog, wo sie ganz in meiner Nähe im Flug eine alte zerbrochene Bierflasche entdeckte. Im Sturzflug flog die Rohrweihe auf das am Boden liegende Objekt und attackierte dies mit ihren Fängen sekundenlang, ehe sie davon abließ. Dieses Verhalten war für mich schon sehr merkwürdig und ich dachte nicht mehr an einen normalen Zustand dieses Vogels. Es könnte aber auch sein, dass die Rohrweihe eine"Alkoholikerin"ist,da sie ausgerechnet nach einer Bierflasche griff!                                       Copyright: Richard Wismath

 

 

Geobotanische Excursion

Peter Griegel
Peter Griegel
 

Mit viel Liebe zum Detail und vor allem profundem Wissen gestaltete Dr. Greifenhagen seine Wanderung zu den Quellen der Gennach. Wer weiss z.B. schon von dieser Vielzahl an heimischen Seggen oder von der über 200 Jahre alten, genialen Ingenieurleistung der Gebr. Montgolfier, dem hydraulischen sog. Widder. Voll Freude konnten dabei die 16 Teilnehmer die vielen heimischen botanischen Raritäten bewundern, allem voran unser endemisches "bayerisches Löffelkraut".   Peter Griegel

 

 

Singschwan
Singschwan
Eschacher Moos
Eschacher Moos

Neues vom Schapfensee

Copyright alle Bilder :Peter Griegel
Copyright alle Bilder :Peter Griegel

Zur Erinnerung. Im Frühjahr 2013 lief der Schapfensee durch den Bruch des sog. Mönches leer. Dies ausgerechnet während der Mauserzeit der Wasservögel. Man ging von einem Totalverlust von ca. 200 Vögeln aus, darunter 18 Schwarzhalstaucher. Ich war von Anfang skeptisch, daß Fuchs und Co. das innerhalb von 2-3 Tagen schaffen konnten. Der Damm wurde im Frühjahr 2014 repariert und sogleich mit dem Aufstau begonnen.Da der See keinen natürlichen Zufluss hat, sondern nur durch Hangwasser gespeist wird, war der See zur Brutzeit der Vögel leider noch nicht gefüllt. Mir wurde aber zugetragen, daß einzelne Schwarzhalstaucher gesichtet wurden. Dies kann ich nun im Jahr 2015 bestätigen. Gestern, am 8.5.15 entdeckte ich 3 Stck Schwarzhalstaucher, aus dem Schilf kommend. Ob sich weitere, brütende Vögel im Schilf aufhielten, konnte ich nicht feststellen, habe aber Hoffnung. Das beigefügte Belegfoto wurde von mir mit Digiscoping aus grosser Entfernung gemacht. Deshalb die schlechte Qualität. Ich hoffe, bald bessere Bilder und vor allem Bruterfolge melden zu können.  Peter Griegel

Letzte Meldung 18.06.2015

Zu meiner grossen Freude kann ich heute melden, daß die Brut eines Schwarzhalstaucherpaares erfolgreich verlaufen ist. Im Gefieder eines der Vögel konnte ich mindestens 2 Jungvögel entdecken. Im beigefügten Bild ist die Fütterung durch den anderen Elternteil zu sehen. Wegen der grossen Entfernung bitte ich die mangelhafte Bildqualität zu entschuldigen. Auch hier hoffe ich, bald bessere Bilder nachliefern zu können.

Kontrollgang 24.06.2015

Bei meinem heutigen Kontrollgang konnte ich feststellen,daß die 2 Jungvögel das Gefieder des Altvogels verlassen haben und schwimmend gefüttert werden. Zusätzlich konnte ich 2 neu hinzugekommene Altvögel beobachten.

 

 

Der Stelzenläufer im Füssener Land

Bei meiner abendlichen Vogelführung am 11. Mai hatte ich das Glück, 2 Exemplare des ausserordentlich seltenen Stelzenläufers zu entdecken. Mein Begleiter, Sigi Helmer, hatte zufällig seine komplette Kameraausrüstung dabei. Das Resultat siehe unten und auf dem beigefügten Video.

https://www.youtube.com/embed/BtGnuKLUfOM 

Copyright: S.Helmer und LBV

Da es sich um 2 Vögel handelte, die Geschlechter konnte ich leider nicht erkennen, möchte ich einen Brutversuch nicht ausschliessen.Die örtlichen Gegebenheiten würden passen. Ich bitte aber um Verständnis, daß ich die Fundstelle noch nicht bekannt geben möchte. Als Bodenbrüter hat er es in unserer Zivilisation schon schwer genug. Bisher wurden Bruten in Deutschland, dieses in Süd-Europa und Asien beheimateten Vogels, nur sporadisch gemeldet. Für Bayern habe ich in der Literatur keine Meldung entdeckt. Dieser faszinierende Vogel mit seinen überlangen Beinen ernährt sich überwiegend von kleinen Wasserinsekten und deren Larven, kleinen Würmern, Schnecken und Krebschen. Gelegentlich ist er aber auch kleinen Fischen und Amphibienlarven nicht abgeneigt. Eine Augenweide ist der Balztanz dieser grazilen Vögel.  Peter Griegel

Stand 13.Mai 2015: Bzgl. der Geschlechter vermute ich anhand des beigefügten Bildes, daß es sich um ein männliches und ein weibliches Tier handelt.

Ergänzung:

Gem. Mail v. 04.Sept. 2015. von Herrn Wolfgang Faulhammer, wurde ich dahingehend korrigiert, daß es in Südbayern, am Schlingener Stausee und den Jengener Baggerseen, im Jahr 2014 sehr wohl zu einem Brut versuch gekommen ist. Leider waren beide Bruten erfolglos. Der Grund vermutlich, der übliche Freizeitdruck durch Angler und Hobbypaddler. Vielen Dank für die Meldung.

 

 

 

S.Helmer
S.Helmer
 
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