Beobachtungen von Richard Wismath

 

Auch diese finstere Jahreszeit kann schöne Beobachtungen in der Natur bieten. Das zeigen diese Bilder. Die Aufnahme vom vermutlich durchziehenden Drosselrohrsänger gelang Richard Wismath am Bachweiher, nahe Lehern. Dass das Blässhuhn sich nicht nur, wie allgemein beschrieben, von Algen, Insekten und Pflanzenresten ernährt, sondern auch kleinere Fische nicht verachtet, zeigt Bild Nr. 2. Dass es sich sogar lohnt, darum zu kämpfen, konnte bei dieser Gelegenheit auch gleich mit beobachtet werden. Wie heisst es doch so schön, wenn zwei sich streiten, freut sich meistens ein Dritter.

Ausgerechnet dort,Braunkehlchen

Braunkehlchen
Braunkehlchen
Wiesensalbei
Wiesensalbei
Blaugrüne Mosaikjungfer
Blaugrüne Mosaikjungfer

Nicht gerade einen Blick für schöne Landschaft scheint ein Braunkehlchenpaar in Füssen zu haben. Ausgerechnet an der alten Bauschuttdeponie haben sich diese doch sehr seltenen, wunderschönen Vögel häuslich eingerichtet. Lt. neuestem Brutvogelatlas für Bayern wird für das Füssener Land ein einziges Brutpaar angegeben.Es war mit Sicherheit keine einmalige Beobachtung, schon mehrfach hatte ich dieses Glück. Heute gelang mir nun endlich das beigefügte Foto. Daß die Deponie etwas anziehendes haben muss, zeigte auch die mehrmalige Anwesenheit eines Neuntöterpaares. Auf meinen Führungen bitte ich die Teilnehmer immer, keine Vogelnester während der Brutzeit zu suchen. Ich beobachte seit ca. 40 Jahren Vögel, habe dies jedenfalls noch nie getan und werde es auch weiter so halten. Sollte ich also Bruttätigkeit feststellen, was ich natürlich hoffe, werde ich dies umgehend hier melden.

28.05.2016: Bruttätgkeit konnte ich zwar bis heute nicht feststellen, aber langsam beginne ich zu begreifen, weshalb sich Vögel an diesem früher so trostlosen Platz offensichtlich so wohlfühlen. Durch die augenscheinlich sehr gut gelungene Renaturierung der Deponie, plus ausbleibende Düngung, hat sich hier ein baumloses Biotop entwickeln können, welches mit seiner unglaublichen Blütenpracht an Eindrücke meiner Kindheit erinnert. Wo in Füssen findet man z.B. den Lippenblütler "Wiesensalbei" in solcher Zahl. Siehe beigefügte Bilder von der heutigen Führung mit Herrn Klaus Christmann. Man kann hier ohne Probleme die Bestäubung dieser Pflanze durch Hummeln beobachten. Dazu hat die Natur den sog. "Schlagbaummechanismus" entwickelt, einfach genial.

Überhaupt sollte man in dieser Jahreszeit, mit dieser geradezu explodierenden Natur, mit offenen Augen die kleinen und großen Wunder der Tier- und Pflanzenwelt geniessen. Wenn sich z.B. die Blaugrüne Mosaikjunfer( siehe Foto) nach dem Schlüpfen neben ihrer Larvenhaut zu voller Größe ausdehnt, ist nur ehrfürchtiges Staunen angesagt. In die anfangs noch sehr kleinen Flügel wird durch die Adern über Stunden Blut eingepreßt und dann zu voller Größe ausgedehnt. Die so bunten Farben der Tiere brauchen hingegen mehrere Tage, bis sie voll entwickelt sind, und man kann aus der Färbung auf das Alter des Tieres schließen.

Peter Griegel

Frühjahresvogelzug 2016

Copyright. R.Wismath
Copyright. R.Wismath
Aschköpfige Schafstelze
Motacilla flava cineroaca-pilla
Aschköpfige Schafstelze
Motacilla flava cineroaca-pilla
Schafstelze
Schafstelze
Rotschenkel
Rotschenkel
 

Liebe Vogelfreunde! Trotz der doch relativ frostigen Tage, der Vogelzug hat begonnen. Ich freue mich auf Eure Meldungen und Beobachtungen. Die ersten Stare waren im Füssener Land ab ca. 20.Febr. zu sehen.Der erste Schwarzmilan kreiste am 3. März über meinem Haus. Unser Leser Richard Wismath berichtet z.B. über die Beobachtung der ersten durchziehenden Kiebitze am Forggensee. Siehe der folgende Bericht.   Peter Griegel

31.März 2016.Heute, bei schönsten Frühlingswetter, kann man sagen, der Vogelzug ist voll im Gange und viele sind schon da. An der Halblechmündung konnte ich soeben, wie letztes Jahr im Mai, den Stelzenläufer beobachten. Siehe beiliegendes Belegfoto. Leider sah ich nur das Weibchen. Also ist Hoffen angesagt. Peter Griegel

3.April 2106

Immer erfogreicher werden jetzt die Besuche am Halblech. Angekommen als Gäste, oder auch mehr, sind u.a. Flußregenpfeiffer, Bekassine, Waldwasserläufer, Rotschenkel, Bergpieper(ehem. Wasserpieper)und seit einiger Zeit Zwergschnepfe und Mittelsäger. Als Besonderheit waren heute zu sehen die Wiesenschafstelze plus die  Unterart "Aschköpfige Schafstelze". Belegfoto beigefügt. Beheimatet eigentlich nur auf den Inseln des Mittelmeeres und evtl. Italien. Ist das eine Folge des Klimawandels? Peter Griegel

Bericht Jahreshauptversammlung 8. März 2016

Einen besonderen Bericht ist die diesjährige JHV wert. Konnte die Kreisgruppe doch den, seit ca. einem Jahr amtierenden, neuen Landesvorsitzenden Dr. Norbert Schäffer aus Hilpoltstein, begrüßen. In seinem fesselnden Referat kamen nicht nur die positiven Resultate der LBV-Arbeit zur Sprache, sondern auch der erschreckende Verlust biologischer Vielfalt, global. In Zahlen ausgedrückt, ist das ein Artenrückgang in den letzten 40 Jahren von 40 %. Die weltweite Zerstörung unserer Umwelt, sei es die rücksichtslose Intensivierung von Ölpalmplantagen auf Borneo und Sumatra, sei es der fortschreitende Klimawandel, usw., usw., auf die Verbände wartet Arbeit ohne Ende. Die erfolgreichen Initiativen und Resultate, siehe Wanderfalken, Seeadler, Weißstorch und die angeschobenen Schutzgebiete in Ghana, dürfen kein Grund sein, sich auf den bescheidenen Erfolgen auszuruhen. Und ganz wichtig: Nie vergessen, unser Wissen zur Natur, an die Jugend weitergeben. Denen gehört die Zukunft.

Im Vorfeld des Referates hatten wir die große Freude, unsere "Finanzministerin", Gertraud Pfanzelt, für ihre 40-jährige Vereinszugehörigkeit, und ihre immer perfekte Arbeit, in liebenswürdiger Art vorgetragen, zu ehren.                                                                                                                                            

Unser Schriftführer Colin MacKenzie  wurde in der außerturnusmäßigen Nachwahl ohne Gegenstimme in Personalunion zum 2. Delegierten gewählt.

Peter Griegel

 

 

Hochsaison am Halblechdelta, P.Griegel

Copyriht: Karin Maldoner
Copyriht: Karin Maldoner
Copyright: Richard Wismath
Copyright: Richard Wismath
Copyright:Richard Wismath
Copyright:Richard Wismath
 

Jetzt, August/September 2016, kann man wieder von Hochsaison des Herbstvogelzuges sprechen. Vorausgesetzt, es herrscht nicht gerade Hochwasser, kann man mit ziemlicher Sicherheit eine Vielzahl heimat- und nördlicher Zugvögel bei ihrer Rast beobachten. Wie auch auf Ornitho.de nachzulesen, kann man sich fast bei jedem Besuch über diese oder jene Rarität erfreuen. So erging es auch unserem Leser Richard Wismath:

Das Delta vom Halblech, eine sehr beliebte Raststation für durchziehende Vogelarten. Der sperlingsgroße Zwergstrandläufer ist eine Art aus der Familie der Schnepfenvögel und gehört zu den weltweit kleinsten Watvögeln. Er brütet an den Küsten Norwegens sowie in der Tundra in Sumpfgebieten und Verlandungszonen von Seen. Bei uns ist er als Durchzügler hauptsächlich an der Nord- und Ostseeküste anzutreffen, selten auch im Binnenland.                                                                                                                              Auch der starengroße Alpenstrandläufer (links im Bild) kommt auf dem Durchzug nach Süden aus Nordskandinavien.Dort liegt sein Brutgebiet in Sumpfgebieten, Mooren oder in der Tundra. Das Delta an der Mündung des Halblechs bei Prem ist derzeit die südlichste Raststation für Watvögel, wo sie bei einem derzeit abgesenkten Wasserstand ihre Nahrung finden. Eine äußerst seltene Erscheinung von durchziehenden Vogelarten sind zwei wunderschöne Raubseeschwalben die, im Sturzflug in das Wasser, ihre kleinen Fischlein erbeuten. Gelegentlich zeigt sich auch der Fischadler im Delta, 20-30 cm große Fische erbeutend.                                                                                                                                   Von Karin Maldoner erhielt ich soeben, 13.Sept.16, die beiden Bilder vom Dunklen Wasserläufer. Mit seinem lauten Warnruf "tiüit" versuchte er, uns ganz dicht überfliegend, zu beeindrucken.

Video: Dunkler Wasserläufer

youtu.be/0yREvRSUWVs

Copyright: K.Maldoner

 Jetzt, Mitte Oktober 2016, ist man fast der Meinung, der große Vogelzug ist vorüber. Aber nahe Sameister werden zur Zeit die 3 großen Fischweiher abgelassen. Das hat die Vogelwelt rasend schnell realisiert und ist in großer Zahl abgewandert. So konnte ich z.B.am 17.10. dort, unter vielen anderen Limikolen und Wasservögeln,über 30 Silberreiher, 8 Stck Bekassinen und 1 Stck Schwarzstorch entdecken. Die höchste Anzahl von Silberreihern am Sameisterweiher meldete mir am 19.Okt Sabine Mändler aus Füssen, 43 Exemplare. Dazu passend erhielt ich von Richard Wismath den Bericht:Das Seengebiet im Füssener Land,ein großer Anziehungspunkt der Zugvögel. Derzeit werden in der Umgebung von Füssen einige Seen abgelassen und bieten so den Zugvögeln und Wintergästen an Schlickflächen ein umfangreiches Angebot an Nahrung. An den Seen bei Sameister treffen sich sich derzeit nahezu 23 Silberreiher und 21 Graureiher. Ein gewohntes Bild beim Abfischen dieser Weiher und Seen. Jedoch ist es nicht alltäglich, dass man einen Kiebitzregenpfeifer und auch Bekassinen mit dem Fernglas aus größerer Distanz beobachten kann.          Der Kiebitzregenpfeiffer ist ein Vogel aus der Familie der Regenpfeifer und brütet in der arktischen Tundra. Der Watvogel mit auffällig kontrastreichem Prachtkleid kommt während seiner Zugzeit in Mitteleuropa vor und so gelegentlich auch an unsere Seen. Die Bekassine hingegen ist eine sehr langschnäblige mittelgroße Art aus der Familie der Schnepfenvögel. Sie ist über große Teile der Polaraktis verbreitet und überwintert überwiegend in südlich gelegenen Regionen. Sie besiedelt zur Brutzeit Moore und Feuchtwiesen. Leider ist dieser wunderschöne Watvogel seit Jahren bei uns im Füssener Land als Brutvogel verschwunden. Zur Zugzeit ist sie wie die meisten Watvögel an schlammigen Flächen von Binnengewässern und Küsten zu finden. Charakteristisch ist der Balzflug, bei dem der Vogel sich aus großer Höhe senkrecht herab fallen lässt und mir abgespreizten äußeren Steuerfedern ein"wummerndes" Geräusch erzeugt.

Vogelwelt im Wandel der Zeit

Während die Flamingos und Singschwäne bereits unseren Forggensee verlassen haben, beginnt jetzt bei verschiedenen Vogelarten schon die Rückkehr in ihre angestammten Brutreviere. Eine der Allerersten die unser Voralpenland aufsuchen, sind die Kiebitze. Ihr Aufenthalt während der Brutzeit sind Sumpfwiesen, Moor, Brüche und benachbarte Äcker. Nach der Ankunft im März geht es in ihrem Brutgebiet auf feuchten Wiesen recht laut zu. Die Hähne balzen mit allerhand Kapriolen in der Luft um ihren Weibchen zu imponieren. Bei uns im Füssener Land ist der Kiebitz als Brutvogel von Jahr zu Jahr immer seltener geworden und nach eigener Beobachtung kann man nur noch ganz vereinzelt einen brütenden Vogel ausfindig machen. In den Jahren 1950-1960 hatten wir im Füssener Land noch einen Bestand 10-12 Brutpaare. Den Grund, weshalb dieser wunderschöne Vogel in seiner Anzahl stark zurück ging, ist die Trockenlegung der Moore und Feuchtwiesen. Gegenwärtig hielten sich in der Nähe von Füssen zwei Ankömmlinge auf, die allerdings der Winter mit einer dichten Schneedecke überraschte. Da sein Nahrungserwerb aus Insekten, Larven, Schnecken und Würmern besteht, ist gegewärtig bei uns nur noch der abgesenkte Forggensee eine dürftige Quelle, um den Hunger zu stillen. In der Anlage ersehen wir die beiden Kiebitze am Forggensee. Leider ist einer der beiden Vögel offensichtlich einem Raubtier zum Opfer gefallen. Weshalb nur noch einzelnes Exemplar am frühen Morgen des 07.März 16 auf der Schneedecke furchtlos, vor dem vorbeifahrenden Autoverkehr, ausharrte.

R.Wismath

Rosa Flamingo am Forggensee

Copyright: Richard Wismath
Copyright: Richard Wismath

Wie die meisten letzten Winter, suchte sich auch diesen Winter 2015/16 eine Gruppe dieser Vögel den Forggensee als Quartier aus. Unser Mitglied Richard Wismath schickte uns den folgenden Bericht.

Seltene Flamingo Beobachtung nahe am Füssener Bootshafen

Auf meiner Vogelexkursion für Sumpf- und Wasservögel hatte ich heute das große Glück nahe am Füssener Bootshafen am frühen Morgen bei einem eisigkalten Wind fünf Flamingos mit der Kamera festhalten zu können. Als ich diese herrlichen Vögel versuchte genau zu bestimmen, fiel mir erst auf, daß es sich um drei verschiedene Arten handelt. Im Bild ersichtlich, von links nach rechts, erkennt man einen Rosaflamingo ( Phoenicopterus ruber ruber), in der Mitte befinden sich drei Chilenische Flamingos (Phoenicopterus chilensis) und rechts erkennen wir einen Karibischen Flamingo ( Phoenicopterus ruber). Diese Arten wurden auch von weiteren Fachexperten bestätigt.

Diese Vögel haben sich mittlerweile klimatisch an Niederlande und Deutschland offensichtlich gewöhnt und kommen in den letzten Jahren gerne zu uns an den Forggensee, der ihnen beim gegenwärtigen Absenken des Wasserspiegels genug Nahrung bietet. Die Nahrung der Flamingos besteht aus kleinen freischwimmenden Krebschen, Algen, Einzellern und dergleichen, die sie mit dem zu einen Filterapparat umgestalteten Schnabel aus dem Wasser herausziehen.

Kleiner Zusatz der Redaktion. Es ist anzunehmen, daß es sich bei den jeweiligen Vögeln um Zooflüchter handelt.

 

 

Neue Fledermausquartiere

Über eine ausserordentlich erfreuliche Aktion des Amtes für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Kaufbeuren, Außenstelle Füssen, darf sich die LBV Kreisgruppe OAL/KF freuen. Pressemitteilung : Im Rahmen des Aktionsjahres "Waldnaturschutz in Bayern" hat sich die Berwaldoffensive (BWO) am Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) unter anderem mit dem Lebensraum für Fledermäuse befasst. Diese Akrobaten der Nacht bevorzugen lichte, strukturreiche Wälder wie man sie z.B. im Faulenbacher Tal vorfindet. Dort können sie jagen und finden Unterschlupf in Baumhöhlen und Spalten. Bei einer LBV-Nachtwanderung Anfang Juli konnten interessierte Teilnehmer die flinken Nachtschwärmer beobachten und ihren Rufen lauschen. Jedoch sind Fledermäuse eine gefährdete Tierart, vor allem aufgrund der veränderten Lebensräume und dem Verlust  an geeigneten Quartieren. Darum hat die Bergwaldoffensive gemeinsame mit dem Landesbund für Vogelschutz in Bayern e.V. (LBV) im FHH- Gebiet Faulenbacher-und Lechtal Ersatzquartiere aufgehängt und hofft auf baldigen Einzug von Fledermäusen und Vögeln. Eine erste Kontrolle im kommenden Jahr soll Aufschluss über die vorkommenden Arten und den weiteren Bedarf an Nistmöglichkeiten geben.

Näheres auch unter : www.bergwaldoffensive.de   (Aktuelles)

Die Kreisgruppe bedankt sich sehr herzlich für den nicht unerheblichen finanziellen und, wie man auf den Bildern sieht, auch körperlichen Einsatz von Nina Oestreich und Franz Jäger. i.V. Peter Griegel

 

 

Erfolgreiche Baumfalkenbrut

 

Von dem Nutzer unserer Homepage, Herrn Richard Wismath, erhielten wir die sehr erfreuliche Meldung einer erfolgreichen Brut des doch relativ seltenen Baumfalken. Lt. Atlas der Brutvögel in Bayern gibt es von diesem eleganten Jäger bayernweit nur ca. 1200 Brutpaare. Das sind lediglich 10 % des bekannteren Turmfalken. Zu erkennen ist dieser Zugvogel an seinem mauerseglerähnlichen Flugbild. Richard Wismath gelangen nahe Huttler Weiher die beigefügten schönen Aufnahmen von 3 Stck flüggen Jungvögeln.

Copyright: Richard Wismath

 

 

Einfach Spektakulär

Erste Schwarzstorch-Beringung im Allgäu von Colin MacKenzie.

Mitte Juni 2015 reiste Carsten Rohde, Deutschlands`Schwarzstorch Großmeister`, ins Allgäu, um sein langjähriges Beringungsprojekt zu vervollständigen-bisher wurde in Allgäuer Revieren nicht beringt.

Ein solches Vorhaben verlangt eine excellente Vorbereitung (Horst-Kontrollen, Absprachen mit Behörden und Privatwaldbesitzer, Forstbetriebsleitern bzw. Revierförstern) und wenn möglich, trockenes Wetter. Harald Farkaschovsky von der AG Schwarzstorchschutz Allgäu wusste alles bestens zu organisieren. Trotz der für die Jahreszeit zu kühlen Temperaturen, Regenschauern und glitschigen Baumstämmen, konnte Carsten mehrere akrobatische Einsätze erfolgreich durchführen und über 3 Tage die meisten Allgäuer Waldstörche in luftiger Höhe beringen, d.h. zu junge, zu alte oder zu unruhige Nestlinge wurden nicht beringt.

Wenn Carstens Schwarzstorch-Projekt voraussichtlich 2017 endet, steht die Auswertung der Daten aus 12 Jahren, mit sicherlich mehr als 1400 Beringungen und hoffentlich vieler Ringablesungen, an. Wir danken Carsten herzlich, dass er die Zeit für einen Abstecher ins Allgäu gefunden hat und wünschen ihm viel Erfolg für die Zukunft,

Bilder-Copyright: Carsten Rohde bzw. Harald Farkaschovsky

Ringablesungen bitte an:Harald Farkaschovsky,Tel. 08332-6496 oder Mail: farkaschovsky@kabelmail.de

 

 

Carsten Rohde
Carsten Rohde
Harald Farkaschovsky
Harald Farkaschovsky

Herbstvogelzug 2015

Bei meiner Excursion am 24.August stellte ich fest, daß der diesjährige Vogelzug voll im Gange ist. An dem mir bekannten Rastplatz am Lech, im Füssener Land, konnte ich mit großer Freude ca. 100 Limikolen beobachten. Darunter z.B. Waldwasserläufer, Bruchwasserläufer, Flussuferläufer, Kibitz, Bekassinen, Flussregenpfeiffer und vor allem einen kleinen Trupp Kampfläufer. Davon mindestens 2 Stck prächtige, adulte Männchen. Mit meiner bescheidenen Kamaraausrüstung gelang mir dabei das obige Bild eines Kampfläuferpaares.Das Männchen natürlich im Ruhekleid. Peter Griegel

Ergänzung Mitte September: Bei meinen zahlreichen Besuchen an den vergangenen Tagen konnte ich mich an den weiteren Besuch diverser Zugvögel erfreuen. Darunter Alpenstrandläufer, Sichelstrandläufer, Grünschenkel und verschiedene Entenarten, wie Schnatterente etc. Regelmäßig anzutreffen sind nun auch, ich muß fast sagen leider, Rost- und Nilgans.

Ergänzung Mitte Oktober bis Mitte Dezember :Zum erstenmal konnte ich am gleichen Platz einen kleinen Trupp Beutelmeisen entdecken.Belegfoto folgt. Wie all die letzten Jahre, hat sich  auch  wieder ein kleiner Trupp Pfeifenten eingefunden. 16. Nov.: 14 Stck Bekassinen.03.Dez.: 1 Paar Löffelenten, 1 Trupp Schwanzmeisen, die Rassen caudatus und europaeus vergesellschaftet.08.Dez. Seit einigen Tagen ist die schwer zu entdeckende Zwergschnepfe zu sehen.Mit Spannung ist zu warten, ob sie sich zur Überwinterung einrichtet.  

 

 

Kampfläuferpaar
Kampfläuferpaar
Bekassine
Bekassine
Bekassine
Bekassine
Alpenstrandläufer
Alpenstrandläufer
Rostgans
Rostgans
Flussregenpfeifer
Flussregenpfeifer
Nilgans
Nilgans
Bruchwasserläufer
Bruchwasserläufer
Flussuferläufer
Flussuferläufer
Pfeifente
Pfeifente
Beutelmeise
Beutelmeise
Löffelente Weibchen
Löffelente Weibchen

Veranstaltungsbericht: Vogelzug im Allgäu

Referent: Georg Heine

Bei der von der Kreisgruppe organisierten hochkarätigen Veranstaltung am 08.01.16 konnten fast 40 Interessierte ihr Wissen über den Vogelzug über unser schönes Allgäu, wissenschaftlich von G.Heine untermauert, nicht unerheblich erweitern. So überqueren z.B. das westliche Allgäu, zwischen Immenstadt und Wangen, jährlich zwischen 35 und 51 Millionen Vögel. Pro Kilometer bedeutet das mindestens eine Million Vögel, die im Herbst das Land überqueren. Errechnet werden diese Zahlen aus Zugplanbeobachtungen, die in den Jahren 2013 und 2014 im Allgäu durch eine Gruppe von 100 Vogelbeobachtern erhoben wurden. Ergänzend zu den Beobachtungen am Tage wurden Radarbeobachtungen der NABU-Gruppe Wangen hinzugezogen.

Da der konzentrierte Vogelzug am Alpenrand ein Problem bei der Errichtung von Windkraftanlagen darstellt, ging der Referent auch auf die besondere Situation des Rotmilans ein. Der besondere Schutz des Rotmilans, für den Deutschland eine große Verantwortung trägt, wird in den einzelnen Bundesländern völlig unterschiedlich behandelt. An einem Beispiel aus dem würtembergischen Allgäu wurde dies detailliert erläutert.

Vogelzuforschung findet heute zu einem großen Teil mit modernster Elektronik statt. Datenlogger, die von Zugvögeln mitgetragen werden, enthalten neben einen GPS-Empfänger zur Positionsbestimmung, auch die wichtigsten Teile eines Handys, über das die Informationen zu einer Zentralstelle per SMS übermittelt werden. Georg Heine ist als Ingenieur maßgeblich an der Entwicklung solcher Geräte beteiligt und zeigte anhand mehrerer Beispiele von Bussarden, Milanen und Wanderfalken, welch tiefer Einblick heutzutage in den Lebenslauf eines Vogels möglich ist. Beeindruckend war dabei ein Wanderfalke, der vor wenigen Wochen von der russischen Polarinsel Kolguyev auch über unsere Gegend zum Mittelmeerraum geflogen ist  und derzeit in der Camarque sein Winterquartier hat.

Vom Thema abweichend, konnte bei der anschliessenden Diskussion festgestellt werden, daß die Resultate bei der Problematik Windkrafträder/Rotmilan, je nach politischer Vorgabe doch sehr manipulierbar behandelt werden und wurden.

Peter Griegel

Vogelwelt im Füssener Land

Ein wahres Feuerwerk an wunderschönen Bildern unserer heimischen Vogelwelt erhiehlt ich von unserem Neumitglied Adolf Möschle, Füssen.    Peter Griegel, 25.11.16

Copyright: A. Möschle
Copyright: A. Möschle
 

Gäste Meldungen

Limikolen am Forggensee

Liebe LBVler in Füssen, am 28.11.15 haben wir -LBVler aus dem Kreis FFB-am Ufer des Forggensees kurz vor Brunnen zwei Limikolen fliegen sehen, sie flogen vom Campingplatz in Brunnen in Richtung Füssen und gaben kräftig Laut. Können/müßten das Waldwasserläufer gewesen sein, denn sonst überwinter doch bei uns keine Limikolen. Da es schneite und wir mit dem Fernglas nur kurz den Flug verfolgen konnten, haben wir die Zeichnung nicht genau sehen können. Auf dem Tingstift waren die Rufe der Waldwasserläufer auch fast identisch. Können Sie uns mitteilen, ob das möglich ist? Bei unserem dreitägigen Kurzurlaub in Schwangau haben wir 28 Vogelarten gesehen(vom Wintergoldhähnchen bis zum Bussard), selbst ein Sperbermännchen direkt an der Hauptstraße aus einem Garten fliegend und von einer Krähe verfolgt, das freute uns natürlich sehr. Mit freundlichen Grüßen, Gabriele Meise, 82194 Gröbenzell

Foto Reportage von Richard Wismath

 

Foto Schnappschuss des Jahres 2015

Eine männliche Rohrweihe attakiert am Forggensee eine Bierflasche

Als Mitglied des Landesbund für Vogelschutz unternehme ich regelmäßig an unseren Seen rings um Füssen ornithologische Beobachtungen, sowie auch Zählungen der durchziehenden und überwinternden Wasservögel.                  Es ist schon sehr erwähnenswert, was sich dieser Tage am Forggensee bei Brunnen mit einer hungrigen Rohrweihe alles abgespielt hat . In meiner langjährigen Praxis an Vogelbeobachtungen hatte ich noch nie das Jagdgeschehen live miterleben können, wie eine Rohrweihe(Circus aeruginosus) auf der Wasseroberfläche ein Blässhuhn erbeutet. Unter 800-900 Blässhühnern, die auf dem See schwammen, hat sich die Rohrweihe ein Opfer ausgesucht. Erst hatten die ängstlichen Tiere sich zu einem großen Verband zuammen gefügt, um den Greif mit Hin- und Herbewegungen ins Irre zu führen. Als aber die Rohrweihe dicht über sie flog, griff diese im Sturzflug mit einer Strategie an, wie man sie auch bei der Jagd von Löwen kennt, wenn sie eine Büffelherde angreifen, nämlich die große Schar dieser Wasservögel zu trennen, um schließlich ein einzeln schwimmendes Blässhuhn zu ergreifen. Diese Szenerie spielte sich minutenlang immer im gleichen Rythmus ab. Doch endlich hatte der jagende Vogel Erfolg und er griff mit seinen Fängen erstmals eine dieser Rallen am Kopf. Nun spielte sich vor meinen Augen eine echte Tragödie ab, nämlich als die Rohrweihe mit ihren messerscharfen Fängen den Kopf der Ralle ergriff und nicht mehr losließ. Das arme Blässhuhn wehrte sich minutenlang und kämpfte um ihr Leben. So folgten mehrere Attacken auf das ausgesuchte Opfer, ehe die Rohrweihe offensichtlich wegen des hohen Gewichtes dieser Ralle resignierte und losließ. Ein ausgewachsenes Blässhuhn hat immerhin ein November-Gewicht von 985 Gramm und dieses aus dem Wasser zu ziehen, erfordert schon eine Menge Kraft. Folglich konnte ich miterleben, dass die resignierte Rohrweihe an das naheliegende Ufer flog, wo sie ganz in meiner Nähe im Flug eine alte zerbrochene Bierflasche entdeckte. Im Sturzflug flog die Rohrweihe auf das am Boden liegende Objekt und attackierte dies mit ihren Fängen sekundenlang, ehe sie davon abließ. Dieses Verhalten war für mich schon sehr merkwürdig und ich dachte nicht mehr an einen normalen Zustand dieses Vogels. Es könnte aber auch sein, dass die Rohrweihe eine"Alkoholikerin"ist,da sie ausgerechnet nach einer Bierflasche griff!                                       Copyright: Richard Wismath

 

 

Geobotanische Excursion

Peter Griegel
Peter Griegel
 

Mit viel Liebe zum Detail und vor allem profundem Wissen gestaltete Dr. Greifenhagen seine Wanderung zu den Quellen der Gennach. Wer weiss z.B. schon von dieser Vielzahl an heimischen Seggen oder von der über 200 Jahre alten, genialen Ingenieurleistung der Gebr. Montgolfier, dem hydraulischen sog. Widder. Voll Freude konnten dabei die 16 Teilnehmer die vielen heimischen botanischen Raritäten bewundern, allem voran unser endemisches "bayerisches Löffelkraut".   Peter Griegel

 

 

Singschwan
Singschwan
Eschacher Moos
Eschacher Moos

Neues vom Schapfensee

Copyright alle Bilder :Peter Griegel
Copyright alle Bilder :Peter Griegel

Zur Erinnerung. Im Frühjahr 2013 lief der Schapfensee durch den Bruch des sog. Mönches leer. Dies ausgerechnet während der Mauserzeit der Wasservögel. Man ging von einem Totalverlust von ca. 200 Vögeln aus, darunter 18 Schwarzhalstaucher. Ich war von Anfang skeptisch, daß Fuchs und Co. das innerhalb von 2-3 Tagen schaffen konnten. Der Damm wurde im Frühjahr 2014 repariert und sogleich mit dem Aufstau begonnen.Da der See keinen natürlichen Zufluss hat, sondern nur durch Hangwasser gespeist wird, war der See zur Brutzeit der Vögel leider noch nicht gefüllt. Mir wurde aber zugetragen, daß einzelne Schwarzhalstaucher gesichtet wurden. Dies kann ich nun im Jahr 2015 bestätigen. Gestern, am 8.5.15 entdeckte ich 3 Stck Schwarzhalstaucher, aus dem Schilf kommend. Ob sich weitere, brütende Vögel im Schilf aufhielten, konnte ich nicht feststellen, habe aber Hoffnung. Das beigefügte Belegfoto wurde von mir mit Digiscoping aus grosser Entfernung gemacht. Deshalb die schlechte Qualität. Ich hoffe, bald bessere Bilder und vor allem Bruterfolge melden zu können.  Peter Griegel

Letzte Meldung 18.06.2015

Zu meiner grossen Freude kann ich heute melden, daß die Brut eines Schwarzhalstaucherpaares erfolgreich verlaufen ist. Im Gefieder eines der Vögel konnte ich mindestens 2 Jungvögel entdecken. Im beigefügten Bild ist die Fütterung durch den anderen Elternteil zu sehen. Wegen der grossen Entfernung bitte ich die mangelhafte Bildqualität zu entschuldigen. Auch hier hoffe ich, bald bessere Bilder nachliefern zu können.

Kontrollgang 24.06.2015

Bei meinem heutigen Kontrollgang konnte ich feststellen,daß die 2 Jungvögel das Gefieder des Altvogels verlassen haben und schwimmend gefüttert werden. Zusätzlich konnte ich 2 neu hinzugekommene Altvögel beobachten.

 

 

Der Stelzenläufer im Füssener Land

Bei meiner abendlichen Vogelführung am 11. Mai hatte ich das Glück, 2 Exemplare des ausserordentlich seltenen Stelzenläufers zu entdecken. Mein Begleiter, Sigi Helmer, hatte zufällig seine komplette Kameraausrüstung dabei. Das Resultat siehe unten und auf dem beigefügten Video.

https://www.youtube.com/embed/BtGnuKLUfOM 

Copyright: S.Helmer und LBV

Da es sich um 2 Vögel handelte, die Geschlechter konnte ich leider nicht erkennen, möchte ich einen Brutversuch nicht ausschliessen.Die örtlichen Gegebenheiten würden passen. Ich bitte aber um Verständnis, daß ich die Fundstelle noch nicht bekannt geben möchte. Als Bodenbrüter hat er es in unserer Zivilisation schon schwer genug. Bisher wurden Bruten in Deutschland, dieses in Süd-Europa und Asien beheimateten Vogels, nur sporadisch gemeldet. Für Bayern habe ich in der Literatur keine Meldung entdeckt. Dieser faszinierende Vogel mit seinen überlangen Beinen ernährt sich überwiegend von kleinen Wasserinsekten und deren Larven, kleinen Würmern, Schnecken und Krebschen. Gelegentlich ist er aber auch kleinen Fischen und Amphibienlarven nicht abgeneigt. Eine Augenweide ist der Balztanz dieser grazilen Vögel.  Peter Griegel

Stand 13.Mai 2015: Bzgl. der Geschlechter vermute ich anhand des beigefügten Bildes, daß es sich um ein männliches und ein weibliches Tier handelt.

Ergänzung:

Gem. Mail v. 04.Sept. 2015. von Herrn Wolfgang Faulhammer, wurde ich dahingehend korrigiert, daß es in Südbayern, am Schlingener Stausee und den Jengener Baggerseen, im Jahr 2014 sehr wohl zu einem Brut versuch gekommen ist. Leider waren beide Bruten erfolglos. Der Grund vermutlich, der übliche Freizeitdruck durch Angler und Hobbypaddler. Vielen Dank für die Meldung.

 

 

 

S.Helmer
S.Helmer
 

Excursion Schwansee 23.Mai 2015

Einen kuriosen Verlauf nahm die von Peter Griegel geführte Excursion "Unsere 4 Laubsänger". Von den 4 Themenvögeln Zilpzalp,Fitis,Waldlaubsänger und Berglaubsänger war es ausgerechnet der mega-seltene Berglaubsänger, welcher die 13 Teilnehmer dieser Wanderung hauptsächlich mit seinem Gesang erfreute. Nicht von Kälte und Nieselregen beeindrucken liess sich der Grauschnäpper bei seinem zarten Gesang und die Felsenschwalbe bei Ihrer Jagd nach Insekten über dem Schwansee.

 

 

 

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