Grosser Brachvogel, Regentalaue - Foto: Peter Zach
Grosser Brachvogel, Regentalaue - Foto: Peter Zach

"Neueste Forschung zum Thema Bodenbrüter in Bayern"

Vortrag von Verena Rupprecht

 

Wir waren zu Gast im Heimatmuseum in Buchloe und erlebten einen spannenden, sehr vertieften und kurzweiligen Vortrag von unserer LBV Projektleiterin für Bodenbrüter und Telemetrie Einsatz in Bayern.  

 

In einer kurzen Zusammenfassung wollen wir hier 3 Themen des Abends ausführlicher beleuchten. Das sind das die Themen:

  1. Wiesenbrüter - Kiebitz und Braunkehlchen
  2. Großer Brachvogel
  3. Telemetrie Einsatz beim Großen Brachvogel -
    Erkenntnisse aus der Forschung und Maßnahmen

Wiesenbrüter in Bayern

Wir betrachten hier insg. 8 Arten, wovon 6 vom Aussterben bedroht sind: 

  • Großer Brachvogel
  • Uferschnepfe
  • Rotschenkel
  • Bekassine
  • Braunkehlchen
  • Grauammer

Diese 6 Arten stehen alle auf der "Roten Liste 1" , dann sind zwei weitere Arten stark gefährdet :

  • Kiebitz
  • Wachtelkönig

Hauptursachen für den Rückgang:

Die Intensivierung der Landwirtschaft (frühe und häufige Mahd), Entwässerung von Feuchtwiesen und der Verlust von Lebensräumen führen dazu, dass die Nester zerstört werden oder die Jungvögel nicht flügge werden. Des weiteren gibt es nicht wenige Pädatoren (Fressfeinde) , dazu zählen Fuchs, Marder, Wiesel, Rabenvögel und auch Greifvögel, wie die Rohrweihe.

 

Kiebitze in Bayern

Seit 1992 ist der Bestand um ca. 88% eingebrochen. Diese brüten inzwischen immer mehr auf Ackerflächen (als früher in Wiesen),
aber trotzdem sind Wasserflächen sehr wichtig. Es gibt u.a. LBV Projekte zum Schutz , wie das "Vanellus vanellus muß ein Bayer bleiben".

Hier werden Nester markiert und in Absprache mit den Landwirten werden diese umfahren und während der Brutzeit - diese ist von März bis Ende - nicht gemäht.

Zu den Braunkehlchen  gibt es weiter untern ein Folie mit Informationen.

 

Großer Brachvogel

Die Jungen sind Nestflüchter, also beim Schlupf fertig ausgebildet und müssen eigenständig ihre Nahrung suchen. Sie brüten an und entlang der Flüsse , sind sehr standorttreu. In Bayern gibt es eine große Kolonie, die sogar anwächst und nicht schrumpft. Diese liegt im Erdinger Moos - innerhalb des Flughafen Geländes - was bei genauer Betrachtung gar nicht überraschend ist. Die Wiesen werden kaum gemäht, das Gras bleibt relativ hoch stehen, viele Weisen stehen sehr feucht und es gibt eine starke Bejagung der Fressfeinde (vor allem dem Fuchs) durch Jäger. Mit dem Flugverkehr kommen die Vögel relativ gut klar. 

 

Telemetrieprojekte (Sender auf dem Tier)

Das sind kleine, sehr leichte Sender (Radiotelemetrie), die mit GPS senden, diese werden aufgeklebt. Hier werden jung geschlüpfte Kücken besendert, das Signal kann per Kreuzpeilung empfangen werde, so ist mit 2 Peilungen, die genaue Position ermittelbar. Die Jungen bewegen sich meist in relativer Nähe zum ursprünglichen Nest. So kann das Mahdmanagement dort gezielt erfolgen. Erkenntnisse sind, daß viele Eier geschlüpft sind, aber der Verlust an kleinen Kücken (1-5 Tage alt) relativ hoch ist. Auch sind die größten Verluste durch Prädatoren. Hier wird jetzt weiter gezielt an Schutz-Maßnahmen gearbeitet.


Telemetrie mit großen Sendern (siehe im Bild unten)

die mit einem Rucksack (Gewicht ca. 10-12 Gramm) am Tier befestigt werden. Das Projekt lief seit 2016 mit insg. 42 besenderten Tieren. Vielfältige Erkenntnisse des Vogelflugs, der Überwinterungsgebiete (meist Spanien oder Portugal) und auch der Verluste. Sie fliegen im Trupp, wobei Eltern (Adulte)  und Juvenile getrennt fliegen. Die Daten zeigen u.a. bis zu 2500 m Flughöhe, Max. Geschwindigkeit 95 km/h,  Geschw. 50-70 km/h . Verlustursachen sind Pädatoren (im Brutgebiet) , auch defekte Sender, vereinzelt Wilderei.

Wer weitere Informationen lesen will kann diese hier finden:  LBV Wiesenbrüterschutz

Und nochmals geht ein ganz herzliches Dankeschön an Verena Rupprecht.

 

PS: Als ganz besondere Zugabe gibt es noch ein Foto eines fliegenden Brachvogels, das der diesjährige Vogelwart David Grupp auf der

Vogelinsel Trieschen in der Nordsee im Mai aufgenommen hat. Das Foto mit Copyright David Grupp / NABU SH.

Wer mehr dazu lesen will kann hier weiterlesen...

 

Uli Kratz
10.5.2026